Fresenius-Aktie nach den Quartalszahlen: Ist dies der Beginn des Turnarounds?

Eine Frau im Labor sieht in ein Mikroskop
Foto: Edward Jenner via Pexels

Beim Gesundheitskonzern Fresenius (WKN: 578560) lief es in den letzten Jahren nicht gut. Während Umsatz und Gewinn mehr oder weniger stagnierten, stürzte der Kurs der Fresenius-Aktie seit dem Sommer 2017 in der Spitze um rund 75 % ab. Der seit Oktober 2022 amtierende neue CEO versucht das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu führen und konnte in dieser Woche erste kleine Erfolge vorstellen. Wir schauen genauer hin.

Pläne für den Turnaround

Anfang des Jahres verkündete Fresenius seine neue Ausrichtung. Das Unternehmen aus Bad Homburg möchte sich zukünftig auf seine beiden starken Bereiche Helios (Betrieb von Krankenhäusern) und Kabi (Verkauf von Infusionslösungen, klinischer Ernährung und Biosimilars) konzentrieren. Die anderen, in den letzten Jahren schwächelnden Segmente Fresenius Medical Care (Dialyselösungen) und Vamed (Dienstleistungen für Gesundheitseinrichtungen) werden zukünftig als Finanzbeteiligung gehalten.

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So sollen sie mehr Freiraum erhalten und dem Konzern gleichzeitig die Option für (Teil-)Verkäufe geben. Somit könnte die hohe Netto-Schuldenlast von zuletzt 25,4 Mrd. Euro (entspricht dem 3,8-fachen EBITDA) reduziert werden. Ein erster Schritt, um die Verschuldung anzugehen war bereits die Änderung der Dividendenpolitik. Zukünftig soll die Dividende mit dem Gewinnwachstum je Fresenius-Aktie gesteigert und mindestens stabil gehalten werden. Im aktuellen Jahr wird die Dividende somit nicht erhöht, wodurch Fresenius seinen Status als Dividendenaristokrat verliert.

Erste kleine Erfolge

Bei der Verkündung der Zahlen des ersten Quartals 2023 konnte der CEO nun erste kleine Erfolge bei der Umsetzung des Turnarounds verkünden. Der Konzernumsatz stieg um 5 %, wobei sich insbesondere die beiden Fokusbereiche Kabi (7 % Umsatzwachstum) und Helios (5 % Umsatzwachstum) ordentlich entwickelten. Kabi profitiert von einer hohen Nachfrage nach Produkten aus den Bereichen Ernährung, Medizintechnik und Biopharma. Helios konnte die Fallzahlen in seinen Krankenhäuser besonders in Spanien und im Bereich der Fruchtbarkeitskliniken steigern.

Auch bei der Profitabilität schnitten diese beiden Segmente vergleichsweise gut ab und konnten inflationsbedingte Kostensteigerungen ausgleichen. Bei den beiden zukünftig als Finanzbeteiligung gehaltenen Bereiche Fresenius Medical Care und Vamed sank das EBIT hingegen deutlich, bei Vamed fiel sogar ein Verlust an. Als Konsequenz sank das EBIT des Konzerns wie erwartet um 10 %. Die Fresenius-Aktie reagierte positiv und stieg seit Verkündung der Zahlen um 9 % (Stand aller Angaben: 10.05.2023).

Insgesamt läuft vieles nach Plan. Die geplante Dekonsolidierung von Fresenius Medical Care kommt ebenfalls voran. Bis spätestens Ende 2023 soll der Formwechsel umgesetzt werden. Das aufgesetzte Kosten- und Effizienzprogramm sorgte im abgelaufenen Quartal für rund 130 Mio. Euro strukturelle Kosteneinsparungen. Bis 2025 soll dieser Wert auf 1 Mrd. Euro pro Jahr ansteigen.

Mein Fazit zur Fresenius-Aktie

Ich sehe Fresenius unter dem neuen CEO auf dem richtigen Weg. Die auch in Zukunft operativ geführten Unternehmenseinheiten entwickeln sich gut, die Dekonsolidierung der anderen Bereiche kommt voran.

Allerdings sinkt das EBIT des Konzerns trotz erster Kosteneinsparungen weiterhin, während die Verschuldung auf einem hohen Niveau verharrt. Auch im Gesamtjahr 2023 soll das EBIT sinken. Daher finde ich es verfrüht, von einem bereits erfolgten Turnaround zu sprechen.

Fresenius hat meiner Meinung nach heute jedoch alles, um den Turnaround zu schaffen. Das Unternehmen ist in einem nichtzyklischen Bereich tätig, profitiert von Trends wie einer alternden Bevölkerung und einem steigenden Kostenbewusstsein im Gesundheitsbereich und ist günstig bewertet. Das KGV liegt bei 9 und lässt entsprechend Spielraum für Kurssteigerungen, sollte der Gesundheitskonzern auf den Wachstumspfad zurückkehren und es schaffen, seine Schulden zu reduzieren. Risikofreudige Anleger können sich die Fresenius-Aktie daher heute genauer ansehen. Ich persönlich halte meine Position, warte mit einem Nachkauf jedoch, bis die weitere Entwicklung noch klarer ist.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Fresenius. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Fresenius.



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