Top-Turnaround-Kandidat 3M-Aktie: Fast 6 % Dividendenrendite, niedriges KGV und eine spannende Neuigkeit!

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Foto: Monstera via Pexels

Wenn fast 6 % Dividendenrendite und ein niedriges KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zusammentreffen, dann steckt oftmals ein tief abgesackter Aktienkurs dahinter. Und genau für diese Kombination stellt der amerikanische Mischkonzern 3M (WKN: 851745) derzeit ein gutes Beispiel dar.

Bereits seit zwei Jahren können wir bei der 3M-Aktie nun schon einen stark schwächelnden Aktienkurs erkennen. Doch was ist der Grund für diese lange Durststrecke? In diesem Artikel erfährst du die Hintergründe dafür und warum ich die 3M-Aktie gerade jetzt für einen Top-Turnaround-Kandidaten halte.

Problembehafteter Dividendenaristokrat

Ja, es ist durchaus eine Tatsache, dass es sich bei 3M um einen waschechten Dividendenaristokraten handelt. Und erst im März ist die Ausschüttung das 65. Jahr in Folge angehoben worden. Aber uns geht es ja heute nicht um eine lupenreine Dividendenhistorie für eine mögliche Investitionsthese. Vielmehr wollen wir die möglichen Turnaround-Chancen der Aktie des Konzerns ausloten.

Hier wäre es meiner Ansicht nach gut, herauszufinden, weshalb die Aktie von 3M seit ihrem Zwischenhoch vom 10.05.2021 (207,33 US-Dollar) bis heute knapp 50 % ihres Wertes eingebüßt hat? Daran tragen wohl maßgeblich zwei Probleme aus der Vergangenheit eine hohe Mitschuld.

Über einen längeren Zeitraum wurden nämlich von den Chemiefabriken des Unternehmens Substanzen freigesetzt, die die Umwelt sehr stark belasten. Die Rede ist hier von den sogenannten Ewigkeits-Chemikalien PFAS. Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, und wurden wohl in einigen Städten der USA im Trinkwasser nachgewiesen.

Als weiterer Grund ist noch ein schadhafter Gehörschutz des Mischkonzerns anzuführen, der an US-Soldaten ausgeliefert wurde. Allein für die damit verbundenen Gehörschutz-Klagen hat 3M 1 Mrd. US-Dollar zurückgestellt. Man kann also einige rechtliche Unsicherheiten erkennen, die bei den Investoren anscheinend für große Verunsicherung gesorgt haben.

Die fundamentale Seite

Blicken wir als Nächstes aber einmal auf einige fundamentale Daten von 3M. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn musste der Konzern im letzten Geschäftsjahr leichte Einbußen hinnehmen. Mit 34,2 Mrd. US-Dollar fielen die Umsatzerlöse 2022 um 3,4 % niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Aus ihnen konnte 3M ein Nettoergebnis von 5,77 Mrd. US-Dollar generieren, das damit um 2,4 % unter dem des Vorjahres lag. Aus diesen Zahlen können wir ableiten, dass der Mischkonzern trotz seiner Größe in der Lage ist, profitabel zu wirtschaften. Denn die Nettomarge für das Jahr 2022 lag so immerhin bei 16,9 % und damit etwas über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre (16,2 %).

Gerade im Hinblick auf die anhängigen Rechtsstreitigkeiten verdient natürlich auch die finanzielle Situation von 3M eine gewisse Beachtung. Doch diese würde ich als relativ ausgeglichen betrachten. Denn der Nettoverschuldung von 12,05 Mrd. US-Dollar steht ein Eigenkapital von 15,05 Mrd. US-Dollar gegenüber. Zusätzlich hat man aber auch noch einen Free Cashflow von 3,84 Mrd. US-Dollar vorzuweisen (Stand: 31.12.2022).

Die 3M-Aktie hat meine Neugier geweckt

Die Papiere von 3M werden in New York aktuell mit einem Kurs von 102,38 US-Dollar (13.06.2023) gehandelt. Auf diesem Niveau liegt ihre Bewertung in Bezug auf den Gewinn des letzten Geschäftsjahres bei einem recht niedrigen KGV von 10. Und bei einer zu erwartenden Gesamtjahresdividende von 6,00 US-Dollar je Aktie lässt sich derzeit eine attraktive Dividendenrendite von 5,86 % errechnen.

Aber es ist nicht nur diese Kombination allein, die meine Neugier geweckt hat. Schließlich geht es ja hauptsächlich um das Turnaround-Potenzial der 3M-Aktie. Und hier lief vor Kurzem die Nachricht über die Ticker, dass für 3M im Streitfall der Ewigkeits-Chemikalien PFAS womöglich eine Lösung gefunden wurde. Man konnte hier einen Vergleich erzielen und muss nun rund 10 Mrd. US-Dollar an Entschädigung für die vermutete Verschmutzung des Trinkwassers berappen.

Dies ist zwar auf den ersten Blick eine Menge Geld, doch könnte dadurch ein Gerichtsprozess eventuell verhindert werden. Da man für den Vergleich teilweise schon Rückstellungen gebildet hat und wir es hier mit einem großen und finanziell gut aufgestellten Unternehmen zu tun haben, sehe ich gute Chancen, dass 3M diese Krise relativ unbeschadet überstehen sollte.

Können die Rechtsstreitigkeiten irgendwann beigelegt werden, würde ich der Aktie von 3M durchaus ein hohes Aufholpotenzial unterstellen. Und bis es so weit ist, könnte sich die solide Dividende gut dafür eignen, die Wartezeit angenehm zu überbrücken. Natürlich kann die Zukunft niemand genau vorhersagen. Auch ich sehe bei der 3M-Aktie derzeit zwar ein gewisses Restrisiko, würde die Chancen für einen Turnaround aber als ziemlich hoch einschätzen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von 3M. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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