Infineon-Aktie auf der Überholspur. Lohnt sich der Einstieg jetzt?

Eine Gruppe junger Leute stößt draußen mit einem Bier an
Foto: Kampus Production via Pexels

Die Infineon-Aktie (WKN: 623100) hat eine wilde Vergangenheit. Um die Jahrtausendwende herum war sie eine der begehrtesten Aktien am Markt. Kurzzeitig kostete ein Anteilsschein damals mehr als 70 Euro. In den Jahren darauf folgte der dramatische Absturz. Erst im Jahr 2009 begann bei einem Kurs von weniger als 0,40 Euro die Trendwende!

Hätte man die Aktie zu diesem Zeitpunkt aufgesammelt, als so gut wie niemand diese Aktie haben wollte, hätte man in den 15 Jahren, die seitdem vergangen sind, ein Vermögen verdienen können. Denn heute kostet ein Anteilsschein 37 Euro (Stand 17.05.2024). Aus einer Investition von 1.000 Euro wären also knapp 100.000 Euro geworden und man hätte obendrauf auch noch ein Vielfaches seiner Investition in Form von Dividenden bekommen. Allein die diesjährige Dividende von 0,35 Euro je Aktie entspräche einer Rendite von fast 100 %.

Legt man sich heute Infineon-Aktien ins Depot, ist es zwar unwahrscheinlich, dass der Kurs in 15 Jahren auf 3.700 Euro steigt. Aber gibt es gute Gründe, die für eine marktschlagende Rendite sprechen.

Infineon kämpft mit kurzfristig schwacher Nachfrage aus allen Branchen

Werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die letzten Quartalszahlen. Infineon ist in den letzten Jahren stark gewachsen und aktuell spürt man eine nachlassende Nachfrage. In der ersten Hälfte des seit Oktober laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 % auf 7,3 Mrd. Euro gefallen. Der Nettogewinn ist sogar um 37 % auf 981 Mio. Euro eingeknickt.

Von dieser schwachen Performance sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Denn was am Ende zählt, sind die langfristigen Aussichten. Und genau hier kann Infineon überzeugen. Zwar hat der Konzern die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angesichts der schwachen Zahlen der ersten Jahreshälfte gesenkt. Aber längerfristig ist Infineon bestens positioniert, um von der weltweit wachsenden Chipnachfrage zu profitieren.

Ein wichtiger Faktor dabei ist die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Hier hat Infineon eine ganze Palette an Chips im Angebot. Aber auch die zunehmende Zahl der Fahrerassistenzsysteme und die hohe Nachfrage aus dem Bereich der Rechenzentren spielen dem Konzern in die Karten.

Insgesamt rechnet Infineon daher langfristig mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von mehr als 10 % pro Jahr.

Langfristig stimmen die Aussichten

Aber das Wachstum allein reicht natürlich noch nicht für steigende Kurse. Da spielt auch die aktuelle Bewertung eine große Rolle. Wenn die Erwartungen an das zukünftige Wachstum schon heute sehr hoch liegen, drückt das den Spielraum für weitere Kurssteigerungen.

Auch an dieser Stelle kann die Infineon-Aktie überzeugen. Denn auf Basis des letzten Jahresgewinns von 2,38 Euro je Aktie, ist der Anteilsschein verhältnismäßig günstig bewertet. Aktuell zahlt man für die Aktie weniger als das 16-Fache des letzten Jahresgewinns. Damit ist die Infineon-Aktie im Verhältnis zu vielen anderen Chipkonzernen fast schon lächerlich günstig bewertet.

Zwar wird sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Laufe des Jahres erhöhen, da der Gewinn sinken wird. Das könnte über die nächsten Monate erstmal zu einer Achterbahnfahrt des Aktienkurses führen. Spätestens wenn sich endgültig herausstellt, dass der Konzern wieder wächst und die Gewinne deutlich zulegen, stehen die Chancen auf weitere Kursgewinne aber sehr gut. Langfristig ist die Aktie zum aktuellen Kurs für mich sehr interessant.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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