-19 % nach Gewinnrückgang: Langfristige Contrarian-Chance bei Vitec Software?
Auch das zweite Quartal 2025 des schwedischen Softwareunternehmens Vitec Software (WKN: A2ACFE) enttäuschte den Markt und führte zu einem Ausverkauf der Aktie. Zwischenzeitlich stand ein Minus von fast 20 % an der Kurstafel.
Vitec ist ein führendes vertikales Softwareunternehmen mit Sitz in Umeå, Schweden. Das Unternehmen entwickelt und liefert standardisierte Software für verschiedene Nischenmärkte wie Apotheken, Banken, Autowerkstätten, Immobilien, Gesundheitswesen und Bildung.
Dabei fielen die Ergebnisse ähnlich aus wie im ersten Quartal. Auf der Umsatzseite stand mit 916 Mio. Kronen ein Plus von 4 %. Die wiederkehrenden Umsätze legten um 5 % auf 813 Mio. Kronen zu. Das ist nicht überragend, aber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie derzeit ganz okay. Dass das Wachstum zudem deutlich schwächer ausfällt als im ersten Quartal, ist der Tatsache geschuldet, dass viele Kunden in den ersten drei Monaten ihre Jahrespreise bezahlen.
Vitec Software verdient weniger Geld
Auf der Ertragsseite dagegen stehen durch die Bank Rückgänge. Der in Schweden gerne genommene Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) ging um 11 % auf 236 Mio. Kronen zurück. Entsprechend sank die EBITA-Marge von 30 auf 26 %.
Der operative Gewinn fiel um 10 % auf 176 Mio. Kronen, die operative Marge von 22 auf 19 %. Unterm Strich blieb ein um 12 % niedrigerer Nettogewinn von 105 Mio. Kronen oder 2,64 Kronen je Aktie (minus 17 %) übrig.
Vitec leidet weiterhin unter der unsicheren globalen Lage, bei der viele Kunden mit Investitionen weiterhin zurückhaltend sind. Das wirkte sich negativ auf den Teil der Umsätze aus, der aus transaktionsbasierten Umsätzen, Lizenzen und Dienstleistungen besteht. Der Großteil von Vitecs Umsätzen stammt jedoch aus im Voraus bezahlten Abonnements. Diese Umsätze hielten sich gut und stiegen dank einer Kombination aus Innovation, Upselling und Preiserhöhungen weiterhin an.
Sondereffekte im Fokus
Das zweite Quartal war zudem von einem Sondereffekt geprägt – oder besser: das zweite Quartal des Vorjahres. Hintergrund ist die niederländische Tochter Vitec Enova, die Software für Energiemanagement und Netzoptimierung anbietet. Netzoptimierung bedeutet dabei den Ausgleich von Schwankungen bei erneuerbaren Energien. Die Preise und Volumina des Ausgleichsmarktes sind und waren volatil und werden täglich auf einem offenen Markt festgelegt. Das zweite Quartal 2024 hat sich rückblickend als außergewöhnliches Quartal mit sowohl hohen Volumina als auch hohen Preisen erwiesen. Davon profitierte Enova ganz enorm.
Das zweite Quartal dieses Jahres hingegen war ein „normal“ gutes Quartal im Vergleich zu den letzten zwölf Monaten – mit der Folge, dass in diesem Jahr rund 80 Mio. Kronen Umsatz und 30 Mio. Kronen Bruttogewinn fehlen. Dieser Basiseffekt trug zu dem niedrigen Umsatzwachstum und dem Gewinnrückgang bei.
Vitec Software: Der Blick in die Zukunft
Einen konkreten Ausblick auf das dritte Quartal und den Rest des Jahres gab CEO Olle Backman im Analystencall nicht. Seiner Aussage nach war das dritte Quartal des Vorjahres ein „normales“ Quartal, sodass so starke Bewegungen wie jetzt nicht zu erwarten seien. Die ersten zwei Wochen im Juli seien unverändert – es werde wohl wieder auf steigende Umsätze und niedrigere Margen hinauslaufen.
Konkrete Kostensenkungen wie etwa ein Personalabbau stünden nicht auf der Agenda (wobei die Tochtergesellschaften ja ohnehin selbstständig agieren), aber man sei bei Neueinstellungen schon vorsichtiger geworden. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz werde die Effizienz, etwa beim Programmieren, verbessern.
Apropos Tochtergesellschaften: Im zweiten Quartal hat Vitec keine neuen Akquisitionen getätigt. Wie Vitec selbst spüren auch viele mögliche Ziele die schwächere Konjunktur, sodass die hohen Anforderungen, die Vitec an Aufkäufe stellt, nicht mehr erfüllt werden. Backman rechnet jedoch mit einer Belebung des Marktes im zweiten Halbjahr. Mit einem Cashbestand von gut 300 Mio. Kronen sowie existierenden Kreditlinien ist Vitec auf jeden Fall gerüstet, wenn sich Gelegenheiten ergeben sollten.
Die Aktie bleibt bei uns ein Kauf
Vitec geht es wie so vielen anderen IT-Dienstleistern quer durch unsere Services: Die schlechte Konjunktur verdirbt derzeit das Geschäft. Gleichwohl sind die Schweden gut aufgestellt, um im Falle einer Erholung der Wirtschaft kräftig zu profitieren. Bei diesem kerngesunden Nebenwert ist für die Anleger Geduld gefragt.
Langfristig gesehen liegt die größte Chance im Wachstum durch Akquisitionen im Zusammenhang mit der weiter zunehmenden Bedeutung von Software. Das größte Risiko sind Fehlschläge bei Akquisitionen, die aber durch eine Vielzahl von Akquisitionen an Bedeutung verlieren werden.
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