Frequentis-Aktie: Kennst du diese Top-Aktie des Börsenjahres 2025?
Das Sicherheitsunternehmen Frequentis (WKN: A2PHG5) hat im ersten Halbjahr 2025 operativ klar überzeugt. Der Auftragseingang sprang um 35,6 % auf 309 Mio. Euro, der Auftragsbestand stieg um 23 % auf 763,8 Mio. Euro. Der Umsatz legte rein organisch um 14,8 % auf 236,8 Mio. Euro zu – ein Rekordwert für die erste Jahreshälfte. Die Frequentis-Aktie honorierte die Zahlen mit einem Sprung um ca. 6 %.
Auf Sicht des bisherigen Kalenderjahres liegt das Plus der Frequentis-Aktie nun bereits bei 125 %!
Das Unternehmen stellt Hardware und Software für die Sprachkommunikation von Flugsicherungen, Seeüberwachung, Zugbetreibern, Blaulichtbehörden und Militär bereit. Die Kombination aus zweistelligem Umsatzplus und deutlich wachsendem Auftragspolster verankert strukturelles Wachstum in einem Geschäft, das von sicherheitskritischer Infrastruktur und langfristigen Projekten geprägt ist.
Was die Auftrags-Kennzahlen wirklich bedeuten
„Auftragseingang“ ist der Wert neuer, fest beauftragter Projekte, die im Zeitraum hereingekommen sind. Je höher er ist, desto stärker wächst der künftige Umsatzteppich. „Auftragsbestand“ sind alle noch nicht abgearbeiteten, vertraglich fixierten Aufträge – das ist die Pipeline, aus der in den nächsten Quartalen und Jahren Umsatz wird.
Mit 309 Mio. Euro Auftragseingang und 763,8 Mio. Euro Auftragsbestand steht Frequentis so gut da wie nie zum Halbjahr. Das schafft Auslastung, Planbarkeit und Preismacht bei Erweiterungen und Wartung – und damit verbesserte Margenaussichten über die Projektlaufzeit.
Regionale Dynamiken bei der Frequentis-Aktie
Geografisch legten alle Regionen zu – mit Ausnahme von Asien, wo es zu projektbedingten Verschiebungen kam. Europa bleibt der größte Markt und wuchs um etwa 10 %. Nord- und Südamerika stachen mit mehr als 50 % relativer Umsatzdynamik hervor, getragen von zusätzlichen Bestellungen in den USA.
Australien/Pazifik/Afrika wuchs um 16 %. Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Projekte: das Air-to-Ground-Protokollsystem in den USA, die Inbetriebnahme eines digitalen Towers auf einem US-Army-Standort in Deutschland, sowie Multi-Domain-Kommunikationssysteme für das australische AIR6500-Programm.
Warum das Frequentis-EBIT im ersten Halbjahr negativ war
Das EBITDA lag im Halbjahr bei 5,2 Mio. Euro, das EBIT bei –4,3 Mio. Euro. Das klingt erst einmal ernüchternd, sei bei Frequentis aber historisch normal, wie das Management im Analysten-Call darlegte. Der Grund sei die Saisonalität im Behörden- und Projektgeschäft: Abnahmen, Meilensteine und damit Umsatz- und Ergebnisbeiträge fallen überproportional in die zweite Jahreshälfte.
Zur Einordnung: Im Fünfjahresdurchschnitt wurden rund 44 % des Jahresumsatzes im ersten Halbjahr erzielt und 56 % im zweiten. Material- und Fremdleistungskosten folgen derselben 45/55-Logik. Personalkosten fallen dagegen gleichmäßig an, weil monatlich gezahlt wird – unabhängig davon, wann ein Projekt formal abgenommen wird.
Das führt regelmäßig zu einem negativen EBIT im ersten Halbjahr und einem überproportional starken zweiten Halbjahr. Diese Mechanik ist kein Warnsignal, sondern Ausdruck eines Projektkalenders, der von öffentlichen Auftraggebern getrieben wird.
Treiber und Gegenwinde der Frequentis-Aktie
Neben der Saisonalität nannte CFO Peter Skerlan in der Telefonkonferenz weitere Effekte. Die Material- und Fremdleistungen stiegen mit 18,8 % schneller als der Umsatz, weil frühe Projektphasen materialintensiv sind und Erträge erst mit späteren Meilensteinen kommen. Wechselkursschwankungen erhöhten die sonstigen Aufwendungen um rund 4 Mio. Euro, wurden aber durch Erträge aus Devisentermingeschäften weitgehend kompensiert.
Hinzu kam ein Anstieg von Lizenzkosten um rund 1,1 Mio. Euro, weil Software immer stärker im Abo statt als Kauflizenz bereitgestellt wird. Reiseaufwendungen nahmen wegen der globalen Projektarbeit zu, bei stabilen Flugpreisen. Variable Vergütungen für Mitarbeiter werden im Halbjahr antizipiert und hälftig zurückgestellt – nicht auf Basis des aktuellen EBIT, sondern der Jahresziele.
Das Unternehmen geht bilanzstark in die zweite Halbzeit
Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 39 % – solide für ein wachsendes, projektlastiges Software-/Systemhaus. Die Netto-Cash-Position beträgt 68,3 Mio. Euro, davon 62,6 Mio. Euro Kundenvorauszahlungen. Anzahlungen sind in diesem Modell kein „Schönwetter-Cash“, sondern Ausdruck der vertraglichen Absicherung großer Rollouts und mindern Working-Capital-Risiken.
Auch relevant: Eine starke Bilanz macht Frequentis unabhängig von teurer Außenfinanzierung, erhöht die Verhandlungsmacht bei Beschaffung und erlaubt Investitionen in Plattformen und Internationalisierung, ohne die Kapitalstruktur zu strapazieren.
Gute Planbarkeit durch den starken Auftragsbestand
Der Auftragsbestand von 763,8 Mio. Euro ist mehrjährig wirksam. Naturgemäß hängt die Jahreszuordnung von Projektgeschwindigkeit und Abnahmen ab. Erfahrungswert des Managements: Ein neues Jahr startet typischerweise mit 50 % bis 55 % bereits eingebuchten Umsätzen. Für 2026 gilt die grobe Daumenregel, dass etwa die Hälfte des heutigen Backlogs über das Jahresende hinausreicht – mit der üblichen Unsicherheit aus Abnahme-Timing.
Wichtig ist weniger die exakte Verteilung als die Richtung: Das Buch-zu-Rechnung-Verhältnis („Book-to-Bill“) liegt nach Aussage des Managements derzeit über 2. Das heißt: Es kommt deutlich mehr neuer Auftrag herein, als im selben Zeitraum abgearbeitet wird. Genau so entsteht Wachstum.
Ausblick und Fazit für die Frequentis-Aktie
Für das Gesamtjahr 2025 stellt der Vorstand mindestens 10 % Umsatzwachstum in Aussicht. Bei normalem Projektfluss hält das Management auch rund 15 % für erreichbar, in etwa im Korridor des Halbjahrs. Die EBIT-Marge soll 6,5 % bis 7 % erreichen – trotz Anlaufkosten in großen Programmen. Die Investitionen (Capex) sollen bei etwa 12 Mio. Euro liegen. Die selbstfinanzierten Forschungsaufwendungen bleiben mit rund 30 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.
Frequentis liefert erneut den Beweis, dass das Unternehmen in seinen Nischen – von Flugsicherung über Public Safety bis Verteidigung – eine starke Position hat. Der Rekord-Auftragsbestand von über 763 Mio. Euro sichert die Auslastung für Jahre, während starke Auftragseingänge in den USA, Australien und Europa für weiteres organisches Wachstum sorgen.
Kurzfristige Ergebnisschwankungen gehören zum Projektgeschäft, ändern aber nichts am übergeordneten Trend: zweistellige Umsatzsteigerungen, solide Margen und eine klare Technologiestrategie, die auf Zukunftsfelder wie digitale Türme und Drohnensicherheit setzt. Frequentis bleibt für uns ein verlässlicher Qualitätswert.
Chancen und Risiken, die du kennen solltest
Größte Chance: Mehr Umsätze mit der bestehenden langfristigen Kundenbasis durch den Zukauf kleinerer Unternehmen und Technologien und die eigenständige Entwicklung neuer Produkte, Margenverbesserungen durch den Umbau des heute, insbesondere im größeren Flugsicherungs-Segment, hardware-zentrierten Geschäfts in ein software-zentriertes Geschäft.
Größtes Risiko: Das Geschäft mit den Sicherheitsbehörden ist sehr risikoarm, da es durch langfristige und stabile Kundenbeziehungen geprägt ist und weltweit sehr gut diversifiziert ist. Jedoch besteht das Risiko, dass sich die zu rückläufigen Margen führenden Produktentwicklungen hin zu software-zentrierten Produkten langfristig nicht auszahlen.
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