8,8 % Dividende und 54 % Kurspotenzial – kann das wirklich stimmen?

Ein roter Knopf mit der Aufschrift "Sell" ("Verkaufen") auf einem Holztisch
Bild: Aktienwelt360, KI-generiert via Dall-E

Der Traum ist schnell erzählt: Man kassiert jedes Jahr eine üppige Dividende, während der Aktienkurs scheinbar schlafwandelnd in Richtung Himmel marschiert. Acht Prozent Ausschüttung und ein Kurspotenzial von mehr als fünfzig Prozent klingen wie die Antwort auf alle Fragen von Anlegern.

Wer dabei jedoch nicht zumindest eine Augenbraue hebt, sollte prüfen, ob er gerade eine Finanzanalyse oder eine Marketingbroschüre liest. Tatsächlich ist man bei solchen vermeintlichen Schnäppchen am Markt besser beraten, abzuwinken.

Wenn hohe Dividenden Warnsignale senden

Grundsätzlich gilt: Eine hohe Dividendenrendite ist selten ein Geschenk. In den meisten Fällen ist sie das mathematische Ergebnis eines stark gefallenen Aktienkurses. 

Sinkt der Kurs schneller als die Dividende gekürzt wird, steigt die Rendite optisch an. Das wirkt attraktiv, signalisiert aber häufig erhöhte Risiken. 

Unternehmen mit strukturellen Problemen versuchen mit stabilen oder sogar steigenden Ausschüttungen Vertrauen zu bewahren. Ob sie sich das langfristig leisten können, ist eine andere Frage.

Analysten und das verführerische Kurspotenzial

Auch das viel zitierte Kurspotenzial sollte mit Vorsicht genossen werden. Analystenschätzungen basieren auf Modellen, Annahmen und Erwartungen, die häufig optimistischer sind als die Realität.

Negative Entwicklungen werden gerne als temporär eingeordnet, während positive Szenarien großzügig extrapoliert werden. In der Praxis zeigt sich jedoch regelmäßig, dass hohe Kursziele eher Hoffnungen als belastbare Prognosen widerspiegeln. Besonders bei kleineren Unternehmen, die externes Research beauftragen müssen, sollte man Kurszielen daher keine zu hohe Gewichtung beimessen.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+103,41%

Benchmark

+78,15%

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Der Aktienkurs selbst erzählt dabei oft eine ehrlichere Geschichte. Hinter dauerhaft fallenden Kursen steht meist eine ganze Kohorte enttäuschter Investoren, die einst an Wachstum, Stabilität oder Managementversprechen geglaubt haben. 

Jeder weitere Rücksetzer erhöht den Verkaufsdruck, weil Vertrauen verloren geht. Der Markt vergisst selten und verzeiht nur langsam.

Perrigo Company als lehrreiches Beispiel

Ein gutes Beispiel für diese Dynamik ist die Perrigo Company (WKN: A1XAEY). Das international tätige Unternehmen ist ein Anbieter von rezeptfreien Gesundheitsprodukten und sogenannten Self-Care-Lösungen.

Dazu gehören unter anderem Generika bekannter Markenmedikamente, Vitaminpräparate, Hautpflegeprodukte sowie Handelsmarken für Apotheken und Einzelhändler. Das Geschäftsmodell gilt grundsätzlich als defensiv, da Gesundheitsprodukte auch in wirtschaftlich schwächeren Zeiten nachgefragt werden.

13+1 | RisikoReich

Die Aktie von Perrigo weist aktuell eine Dividendenrendite von rund 8,8 % auf und es werden sogar steigende Ausschüttungen prognostiziert. Gleichzeitig befindet sich der Kurs seit Jahren in einem Abwärtstrend.

Ursachen hierfür sind unter anderem schwaches organisches Wachstum, Margendruck, strategische Neuausrichtungen sowie ein insgesamt enttäuschender Auftritt am Kapitalmarkt. 

Hinzu kommen hohe Schulden aus zahlreichen Übernahmen. Der Cashflow entwickelte sich jedoch nicht dynamisch nach oben. Gleichzeitig steigen Prozessrisiken.

Fazit zwischen Verlockung und Vorsicht

Die hohe Dividende wirkt somit weniger wie ein Qualitätsmerkmal, sondern vielmehr wie ein Pflaster auf einer offenen Wunde. Hohe Dividenden und ambitionierte Kursziele können zwar faszinieren, ersetzen jedoch keine kritische Analyse. Wer sich ausschließlich von Renditezahlen leiten lässt, riskiert, in Aktien zu investieren, deren beste Zeit möglicherweise bereits vorbei ist.

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Frank besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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