Die 6,8 % Dividenden-Chance: Wie sicher ist das Investment im Vergleich zum Tagesgeld?
6,8 % Dividendenrendite mit Telekommunikation? Wer heute von sechs Prozent oder mehr Rendite hört, greift instinktiv zum Taschenrechner und misstraut gleichzeitig seinem Glück. Und das ist auch richtig so, denn außergewöhnlich hohe Renditeversprechen gehen oft mit einem großen Risiko einher. Tagesgeld bietet dagegen nur ein paar Zinsbasispunkte.
Doch mit Blick auf Dividenden könnte das große Ding langfristig gelingen. Im Idealfall wächst die Dividende über die Jahre sogar noch.
Auf den ersten Blick verspricht Verizon (WKN: 868402) genau das: hohe laufende Erträge, die deutlich über dem Niveau eines Sparbuchs liegen und die Aussicht auf langfristige Kursgewinne. Sie stammen aus einem grundsoliden Geschäft – keine gehypte Technologie. Die Frage ist nur, ob hinter dem Angebot Substanz steckt oder Anleger am Ende in eine Value-Falle tappen.
Verizon als Dividendenwert
Verizon Communications ist einer der größten Telekommunikationskonzerne der Welt und seit Jahren für seine hohe und vergleichsweise stabile Dividendenpolitik bekannt. Im US-amerikanischen Mobilfunkmarkt nimmt das Unternehmen eine dominierende Stellung ein, wurde zuletzt jedoch vom Konkurrenten T-Mobile US (WKN: A1T7LU) überholt.
Die aktuell erwartete Dividendenrendite von rund 6,8 % ist außergewöhnlich – vor allem, weil auf diesem Niveau historisch hohe Dividenden gezahlt wurden.
Diese Ausschüttungen basieren dabei auf relativ berechenbaren Cashflows aus Mobilfunk- und Datendiensten, die auch in konjunkturell schwächeren Phasen genutzt werden. Allerdings ist das Geschäft kapitalintensiv, der Netzausbau und die Teilnahme an Frequenzauktionen verschlingen regelmäßig Milliardenbeträge.
Tragfähigkeit der Dividende
Ein kritischer Blick auf die Ausschüttungsquote zeigt jedoch, dass Verizon zwar einen großen Teil seines freien Cashflows an die Aktionäre weiterreicht, jedoch nicht alles. Solange die Umsätze stabil bleiben und die Verschuldung kontrollierbar ist, scheint die Dividende also tragfähig zu sein. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote der letzten drei Jahre liegt bei lediglich rund 66 %.
Und es gibt jede Menge Free Cashflows. So wurden in den letzten vier Quartalen mehr als 20 Mrd. US-Dollar an frei verfügbarem Cashflows eingesammelt, während die gezahlte Dividende bei 11,4 Mrd. US-Dollar lag.
Hier besteht also noch ein großer Puffer. Der Blick auf die Nettoverschuldung von fast 140 Mrd. US-Dollar zeigt jedoch auch, wie kapitalintensiv das Geschäft ist – vor allem, da die Verschuldung in den vergangenen Jahren stärker angestiegen ist als das Ertragspotenzial.
Risiken entstehen durch den intensiven Wettbewerb im US-Telekommunikationsmarkt sowie durch steigende Zinsen, die die Refinanzierung verteuern könnten. Dennoch hat Verizon in der Vergangenheit gezeigt, dass das Management an der Dividende festhält – selbst in schwierigen Marktphasen.
Sicherheit im Vergleich zum Tagesgeld
Tagesgeld gilt als äußerst sicher, da Einlagen bis zu 100.000 Euro in Deutschland gesetzlich abgesichert sind. Die Rendite ist zwar niedrig, das Risiko eines Kapitalverlustes ist jedoch praktisch nicht vorhanden.
Bei Verizon hingegen unterliegt der Anleger den Schwankungen des Aktienmarktes. Kursverluste können kurzfristig schmerzhaft sein, selbst wenn die Dividende weitergezahlt wird. Dafür bietet die Aktie langfristig einen Inflationsschutz, den Tagesgeld in Zeiten steigender Preise kaum leisten kann.
Betrachtet man die Historie, so ist der Aktienkurs in den vergangenen 20 Jahren um 43 % gestiegen. Zusammen mit den jährlichen Dividenden ergibt sich daraus eine attraktive Rendite.
Die Verizon-Aktie eignet sich somit nicht als Ersatz für Tagesgeld, sondern als renditeorientierte Beimischung für Anleger mit langem Atem. Wer Kursschwankungen aushält, erhält im Gegenzug laufende Erträge, die deutlich über dem Zinsniveau klassischer Bankprodukte liegen.
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Frank besitzt Aktien von Verizon. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
