Was sind schon 43 Tage?!

Eine Reihe Dominosteine fällt um
Bild: Atlantic Ambience via Pexels

Lieber Aktiensegler,

der Iran-Krieg hält den Aktienmarkt in seinem Bann. Der Ölpreis steigt. Die Indizes sinken. Viele Aktien verlieren an Wert. Wie lange der Konflikt noch andauert, das vermag ich nicht zu beurteilen. Wobei Donald Trump zuletzt verkündet hat, dass seine Mission schon bald zu Ende sein könnte.

Es liegt nicht an mir oder uns, das zu beurteilen. Wir sprechen über Aktien, die Börse und die Auswirkungen solcher Konflikte auf unsere Investmentthese. Grundsätzlich ordne ich diesen Krieg als eine Art politische Börse ein. Eine, die extrem ist. Ein Krieg ist nicht alltäglich oder alljährlich. Aber wann immer ich über die Politik und deren Auswirkungen nachdenke, fällt mir eine Zahl ein: die der 43 Tage.

43 Tage: Mehr nicht

Der Aktienmarkt folgt nämlich in der Regel nicht den Neuigkeiten. Er nimmt sie vorweg. Er preist sie schnell ein. Und vor allem: Er lernt schnell, mit ihnen zu leben. Deshalb zeigen gängige Auswertungen, dass politische Ereignisse zwar zu Korrekturen führen. Im Mittelpunkt liegt der Effekt bei ca. 5 %. Die Kehrseite ist jedoch, dass der Einfluss solch geopolitischer Ereignisse gerade einmal 43 Tage andauert. Im Durchschnitt erreicht der Aktienmarkt nach 43 Tagen wieder das Niveau, das wir zuvor gesehen haben.


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Der Tiefpunkt wird hingegen nach ca. 23 Tagen erreicht. Das bedeutet, dass eine durchschnittliche Korrektur gerade einmal etwas mehr als drei Wochen andauert. Es sind ca. acht Wochen, ehe der Aktienmarkt wieder sein früheres Niveau erreicht hat. Der gesamte Zyklus ist häufig binnen Monaten beendet.

Natürlich gilt das nicht für jede politische Börse. Vielleicht ist der Iran-Krieg anders, wer weiß. Auch in der Vergangenheit gab es Ausreißer. Die Ölkrise im Jahre 1973 dauerte länger. Auch die Weltkriege sorgten für längerfristige Korrekturen. Aber im Durchschnitt sind politische Börsen keine langlebigen Effekte am Aktienmarkt. Die Chancen stehen gut, dass das auch dieses Mal der Fall sein wird.

Konzentriere dich auf Jahre

Der Aktienmarkt mag kurzfristig im Bann des Iran-Kriegs stehen. Die Vergangenheit zeigt jedoch: Es bleibt in der Regel eher bei einem kurzfristigen Effekt. Der Aktienmarkt neigt dazu, dass er so etwas durchaus schnell einpreist. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass wir als Investoren bereits seit Jahren mit einem Krieg leben: Dem in der Ukraine, der inzwischen seit Jahre 2022 andauert. In den übrigen Jahren haben viele Indizes neue Hochs erreicht. Und das nicht nur einmal.

Deshalb bleibe ich optimistisch: Auch der Iran-Krieg bleibt eher ein kurzlebiges Kapitel. Smarte Investoren sollten weiterhin auf die Tendenz setzen, dass der Aktienmarkt über viele Jahre und Jahrzehnte an Wert gewinnt. Meine persönliche Meinung: Die aktuelle Korrektur gehört eher zu denen, die Wochen andauern. Nicht Monate oder gar Jahre.

Vincent Uhr

Chefredakteur Aktienwelt360

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