Tops und Flops im DAX – Übernahmefantasie bei Bayer, Deutsche Bank weiterhin auf Talfahrt
Es ist wieder passiert, der DAX (WKN:846900) schloss nach zuletzt fünf Gewinnwochen in Folge letzte Woche mit einem Minus. Top-Gewinner der vergangenen Woche war Bayer (WKN:BAY001) mit einem Plus von 3,3 %. Am Ende der Performance-Übersicht der letzten Woche stand wie bereits eine Woche zuvor die Deutsche Bank (WKN:514000) mit einem Minus von 8,6 %. Was war los und wie geht es weiter?
Was ist los bei Bayer?
Das Übernahmekarussell in der Agrarindustrie dreht sich weiter. Nach dem der US-Agrarriese Monsanto bei der Übernahme des schweizerischen Agrarkonzerns Syngenta den Kürzeren gezogen hatte und sich dem chinesischen Staatskonzern ChemChina geschlagen geben musste, greift Monsanto nun nach den Agrarsparten von BASF und Bayer.
Anscheinend ist aber das Agrargeschäft von Bayer das favorisierte Ziel der Amerikaner. Und angeblich sind sie bereit mehr als 30 Mrd. Euro für die Agrarsparte von Bayer zu zahlen. Alternativ könnte man sich auch eine Vertriebskooperation oder die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen vorstellen.
Die Gerüchte beflügelten den Kurs der Bayer-Aktie am vergangenen Montag und bescherten den investierten Anlegern ein sattes Plus von über 5 %.
Was ist los bei der Deutschen Bank?
Das Jahr 2016 läuft für Aktionäre der Deutschen Bank derzeit sehr bescheiden. Seit Jahreswechsel ist der Aktienkurs von über 22 Euro auf einen Kurs von unter 16 Euro gefallen.
Und die schlechten Nachrichten werden nicht weniger. Letzte Woche machten Aussagen von Bankchef John Cyran und Finanzvorstand Marcus Schenck die Runde, in denen sie in aller Deutlichkeit von sehr schlechten Marktbedingungen in den ersten beiden Monaten berichteten.
Zudem kommt die Restrukturierung des Konzerns nur sehr schleppend voran. Anscheinend ließen sich im aktuellen Marktumfeld keine Gegenparteien finden, um Veräußerungen von Bilanzpositionen abzuschließen. So wird auch die Veräußerung der Postbank-Tochter wohl erst für das Jahr 2017 erwartet.
Wie geht es bei den beiden Unternehmen weiter?
Ob Bayer seine Agrarsparte verkaufen möchte, würde ich persönlich stark bezweifeln. Erst im letzten Jahr ließ Bayer durchblicken, dass die Sparte ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sei und man sich über Zukäufe Gedanken mache.
Die Agrarsparte steuerte im vergangenen Geschäftsjahr immerhin mehr als 22 % des Umsatzes und mehr als 30 % des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern bei. Bayer besitzt also wohl eine sehr gute Verhandlungsposition, da keinerlei Druck besteht, den Unternehmensbereich unter Wert zu verkaufen. Sollte es zu Verhandlungen über mögliche Kooperationen kommen, dann könnte diese gute Verhandlungsposition ebenfalls für positive Effekte bei Bayer sorgen.
Die Lage bei der Deutschen Bank sehe ich weiterhin sehr kritisch. Ich denke, dass die Serie der Negativ-Schlagzeilen noch lange nicht zu Ende ist. Dafür sind einfach noch zu viele Dinge unklar: Offene Rechtsstreitigkeiten um die Geldwäsche-Vorwürfe in Russland, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Moody’s mit der Drohung, eine erneute Herabstufung vorzunehmen, und nicht zuletzt der geplante Konzernumbau. In meinen Augen deutlich zu viele Unsicherheiten und Risiken, um Miteigentümer dieses Unternehmens zu sein.
Nicht zittern – handeln! Der Bärenmarkt-Überlebensguide für Börsenkrisen
Der Aktienmarkt ist derzeit wieder höheren Risiken ausgesetzt. Droht vielleicht sogar ein Bärenmarkt? Vielleicht – aber steck jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand!
Wenn die Märkte schwanken und die Nerven flattern – genau dann zählt es, wie du dich als Anleger verhältst. Unser Bärenmarkt-Überlebensguide zeigt dir in vier Schritten, wie du klug, ruhig und strategisch durch jede Korrektur kommst – und sie vielleicht sogar zu deiner größten Chance machst.
Jetzt lesen und vorbereitet sein, wenn andere in Panik verfallen!
Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.
