Daimler versucht wie Tesla zu werden. Kann das gut gehen?
Daimler (WKN: 710000) ist der älteste Automobilkonzern der Welt. Im letzten Jahr konnte der Konzern den Titel des größten Herstellers von Luxusautos zurückerobern. Den Titel hatte man vor etwa 10 Jahren an den Konkurrenten BMW (WKN:519000) verloren. Dennoch sieht man in Stuttgart Bedarf für grundlegende Veränderungen.
Weshalb Daimler versucht, wie ein Silicon Valley-Unternehmen zu arbeiten
Denn in wichtigen Zukunftsaspekten hinkt Daimler, wie wohl nahezu der gesamte Rest der Branche, Konkurrent Tesla (WKN:A1CX3T) hinterher. Dazu zählen generell Elektrofahrzeuge, aber auch autonome Fahrfunktionen. Im Gegensatz zu nahezu dem gesamten Rest der Branche hat man aber den Vorteil, in den Anfangsjahren von Tesla als Investor und Kooperationspartner dabei gewesen zu sein.
Hatte man damals die Arbeitsweise der Kalifornier noch belächelt, versucht man nun verzweifelt davon zu lernen. Denn eins ist in der Zwischenzeit klar geworden: Tesla hat durch seine für die Branche unkonventionelle Arbeitsweise, die eher an ein Softwareunternehmen, als an einen Automobilhersteller erinnert, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil – Geschwindigkeit. Ich meine damit nicht die Geschwindigkeit der Fahrzeuge (auch wenn das Tesla Model S offiziell das am schnellsten beschleunigende Serienfahrzeug der Welt ist). Nein, es geht um die Geschwindigkeit, mit der die Kalifornier neue Modelle und Technologien entwickeln.
Nehmen wir als Beispiel das Model S. Laut Konzerninformationen hat die Entwicklung lediglich knapp zwei Jahre gedauert. Die etablierten Autokonzerne benötigen für eine solche Arbeit etwa 5 bis 7 Jahre. Und das, obwohl man bei Null beginnen musste, da es kein früheres Fahrzeug gab, auf dessen Architektur man aufbauen konnte, da Tesla vorher noch nie ein Fahrzeug komplett selbst entwickelt hat. Das Ergebnis dieser kurzen Entwicklungszeit ist ein Fahrzeug, das von vielen Fachzeitschriften als das beste Fahrzeug auf dem Markt bezeichnet wird.
Weniger Planung führt schneller zum Ziel
Daimler hat nun den Vorteil, die spezielle Arbeitsweise direkt erlebt zu haben. Als Resultat daraus werden beispielsweise diverse Hierarchien abgebaut, um die Entscheidungsfindung im Konzern zu beschleunigen.
Die wichtigste Erkenntnis aber ist, dass weniger Planung durchaus hilfreich sein kann. In den Kooperationen mit Tesla wurden die unterschiedlichen Herangehensweisen deutlich. Die Daimler-Mitarbeiter wollten vor Beginn der eigentlichen Arbeit genau planen, wie vorgegangen werden soll. So ist man es in Stuttgart gewohnt.
Die Tesla-Mitarbeiter hingegen haben sich direkt an die Arbeit gemacht und laufend Korrekturen vorgenommen, wenn diese nötig waren. Große Erkenntnis des direkten Vergleichs war, dass die Tesla Leute schneller zum Ziel kamen – ein wesentlicher Vorteil, wenn es darum geht, neue Technologien einzusetzen.
Als problematisch könnte sich allerdings die enorme Größe des Daimler-Konzerns erweisen. Von heute auf morgen gravierende Änderungen der Unternehmenskultur durchzusetzen, dürfte so gut wie unmöglich sein. Jedoch könnte sich Daimler durch den Kulturwandel einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen deutschen Konkurrenten erarbeiten, wenn alles nach Plan verläuft. Geschwindigkeit ist insbesondere im Rennen um die Entwicklung autonomer Fahrzeuge ein wichtiger Faktor.
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Dennis Zeipert besitzt Tesla-Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.