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Du hältst die Münchener Rück für langweilig? Denk lieber nochmal drüber nach!

Quelle: Fool.com

Zugegeben, die Münchener Rückversicherung (WKN:843002) ist von den Ergebnissen her ein eher langweiliger Kandidat. Der Gewinn stagniert bereits seit Jahren auf dem aktuellen Niveau. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass man ein solch hochqualitatives Management nur selten findet.

Im Analystengespräch im Anschluss an die Veröffentlichung der Zahlen des ersten Quartals hat das Management beispielsweise einen sehr wichtigen und interessanten Punkt genannt, der sehr viel über das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens verrät.

Lieber ein geringerer Gewinn, als riskante Wetten

Nämlich versucht man eigenen Angaben zufolge nicht, den Gewinn mit Hilfe riskanter Wetten zu erhöhen, die im besten Fall einen hohen Gewinn versprechen, aber im schlimmsten Fall die finanzielle Basis des Unternehmens gefährden könnten.

Das Unternehmen ist sich also vollkommen darüber im Klaren, dass man den Gewinn ziemlich einfach steigern könnte, indem man ein größeres Risiko auf sich nimmt. Beispielsweise durch die Versicherung von Großschäden, die nur mit geringer Wahrscheinlichkeit auftreten, aber im Zweifelsfall extrem hohe Schäden hervorrufen.

Solch ein Vorgehen hat vor knapp zehn Jahren schon AIG (WKN:A0X88Z) an den Rand des Abgrunds getrieben und die Swiss Re (WKN:A1H81M) ebenfalls dazu gebracht, sich frisches Kapital bei Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) zu besorgen. Die Münchener Rück dagegen hat in der Zwischenzeit nicht nur eigene Aktien im Wert von mehreren Milliarden Euro zurückgekauft, sondern auch noch stetig hohe Dividenden gezahlt und ein paar kleinere Geschäftsbereiche von Konkurrenten zu guten Preisen erworben.


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Enorme Kapitalreserven bringen Sicherheit

Diese Aversion gegenüber großen Risiken ist auch der Grund, weshalb die Eigenkapitalquote deutlich höher liegt, als sie unbedingt sein müsste. Am Ende des letzten Jahres war 2,7 mal so viel Eigenkapital vorhanden, wie gesetzlich vorgeschrieben ist. Man möchte einfach auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und sich nicht im Zweifelsfall unter erschwerten Bedingungen wie beispielsweise einer drohenden Insolvenz, oder auch nur einer Rezession, neues Kapital besorgen müssen. Leider scheinen sich viel zu wenige Unternehmen und auch Investoren an ähnlichen Maßstäben zu orientieren.

Die hohen Kapitalreserven sind es auch, die es dem Unternehmen ermöglichen, auch in Jahren mit hohen Belastungen aus Naturkatastrophen die Dividende stabil zu halten. Und die Dividende ist nicht zu verachten. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden 8,60 Euro je Aktie gezahlt. Beim aktuellen Kurs von 174,80 Euro (07.06.2017) ergibt das eine Rendite von 5,8 %. Eine Kürzung gab es schon seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig kauft das Unternehmen seit Jahren eigene Aktien zurück.

Auf den ersten Blick langweilig, aber auf den zweiten Blick eine Investition mit hoher Rendite

Zusammengefasst zeigt diese eine Aussage meiner Meinung nach, dass die Münchener Rück viel mehr Anerkennung verdient hat, als sie derzeit an der Börse bekommt. Man meidet große Risiken, die den Gewinn kurzfristig erhöhen könnten, und zahlt einen Teil des überschüssigen Kapitals stattdessen lieber an die Aktionäre aus, statt damit riskante Wetten einzugehen. Genau so sollte es schließlich auch sein!

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Dennis Zeipert besitzt Aktien der Münchener Rückversicherung. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien)



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