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Google hat einen neuen Partner im Kampf gegen Amazon

Foto: Getty Images

Es ist nicht zu leugnen, dass sich die Einzelhandelslandschaft für immer verändert hat, als Amazon (WKN:906866) begann, Bücher online zu verkaufen. Was einst belächelt wurde, ist nun das Unternehmen, das heute den Großteil des Online-Umsatzes in den USA ausmacht und sich zu einem der größten Einzelhändler weltweit entwickelt hat.

Klar, dass diese Dominanz die Konkurrenz auf den Plan ruft. Google, das zu Alphabet (WKN:A14Y6F) gehört, ist besonders hartnäckig. Die Schlacht mag beim E-Commerce begonnen haben, hat sich aber auf andere Bereiche ausgedehnt, und die Rivalität hat sich in den vergangenen Monaten noch einmal verstärkt.

Jetzt hat Google eine weitere Salve abgefeuert und sich mit einem der führenden Online-Händler Chinas zusammengetan – um den Kampf mit Amazon aufzunehmen.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Diese Woche verkündete Google eine Investition von 550 Millionen Dollar in JD.com (WKN:A112ST) und erwarb 27 Millionen Aktien von Chinas zweitgrößtem Online-Händler. Zusätzlich zum Erwerb einer 1 %-Beteiligung an dem Unternehmen wird es die Produkte von JD auf seiner E-Commerce-Website Google Shopping listen. Googles Plan ist es, das eigene Tech-Know-how mit der starken Lieferkette von JD zu nutzen.

Die Zusammenarbeit wird den Unternehmen auch helfen, es mit mehreren Rivalen aufzunehmen. JD hat mit Alibaba, Chinas größtem Online-Händler, Schwierigkeiten, während Google es nicht leicht hatte, gegen Amazon im E-Commerce-Bereich Fuß zu fassen.

Und es gilt: der weltweite E-Commerce-Markt erreichte im vergangenen Jahr ein Volumen von 2,3 Billionen Dollar und damit 24,8 % mehr als 2016.

Die Rivalität weitet sich aus

Die Konkurrenz zwischen Google und Amazon wird an mehreren Fronten ausgefochten. Abgesehen von den Online-Verkäufen ist Google führend im digitalen Anzeigengeschäft, einem Bereich, in dem sich auch Amazon breitmacht. Die Unternehmen konkurrieren auch im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), wo Google als führend gilt. Dann ist da noch das Cloud Computing, ein Bereich, in dem Amazon Pionierarbeit geleistet hat und in dem man immer noch einen großen Vorsprung genießt, während Google auf Platz drei liegt.


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In den letzten Monaten ist der Konflikt eskaliert. Amazon führt seit Kurzem nicht mehr Googles Nest Thermostat-Produkte auf der Website, um seinen eigenen aggressiven Vorstoß in den Smart-Home-Markt zu machen. Andersrum wird man auch nicht den intelligenten Lautsprecher von Google Home im Online-Shop von Amazon finden. Amazon ist der unangefochtene Marktführer auf dem Markt für sprachaktivierte Smart-Lautsprecher, aber Google Home hat doch Marktanteile geklaut. Obwohl Google Home zwei Jahre nach Amazons Echo auf den Markt kam, kontrolliert Google Home jetzt schätzungsweise 31 % des Marktes, und das bloß 18 Monate nach Markteinführung.

Es gibt weitere Gründe für die Partnerschaft

Die Partnerschaft trägt auch dazu bei, dass Google seine Beziehungen zum Reich der Mitte verstärkt, was bislang nicht gerade erfolgreich zu bezeichnen war. Google ist in China dank staatlicher Zensur seit 2010 blockiert. Das Unternehmen ist allerdings nach wie vor in China mit einem Labor für künstliche Intelligenz vertreten.

JD wiederum hat eine Reihe weiterer strategischer Allianzen geschlossen, um seine Position im größten E-Commerce-Markt der Welt zu stärken. Walmart und der chinesische Technologiekonzern Tencent Holdings halten 10 % bzw. 20 % der Anteile am Online-Händler. JD hat sich auch mit dem chinesischen Marktführer für Streaming-Video, iQiyi, zusammengetan, um Kunden zu gewinnen. Wer sich für eine Premium-Mitgliedschaft bei einem der beiden Unternehmen anmeldet, profitiert ein Jahr lang von beiden Vorteilen. Dieses Programm hat sich als großer Erfolg erwiesen und hat in der ersten Woche, in der es angeboten wurde, über eine Million neue Abonnenten angelockt.

Die Rivalität lebt

Es gab mal eine Zeit, in der sich Google ausschließlich auf die Suche konzentrierte und Amazon seine Aufmerksamkeit auf den E-Commerce beschränkte. Jetzt verschwimmen die Grenzen, da die größten Tech-Unternehmen versuchen, Marktanteile in einer Vielzahl von lukrativen Bereichen zu bekommen, die von den großen Konkurrenten kontrolliert werden. Wenn das so weitergeht, ähnelt die Technologiebranche zunehmend einer Staffel der TV-Show Survivor.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, JD.com und Tencent.

Dieser Artikel von Danny Vena erschien am 22.6.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.



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