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Warum man Margen wie die Pest vermeiden sollte

Investor denkt nach Aktien
Foto: Getty Images

Wenn es um Investitionen geht, sind viele Menschen nicht aggressiv genug mit ihren Portfolios, halten zu viel Geld in bar und stecken es in Investitionen mit niedriger Rendite, die nicht das Potenzial haben, zu wachsen und lebensverändernde Gewinne zu erzielen. Die Investition in Aktien hat in der Vergangenheit viel bessere Ergebnisse erbracht und obwohl man die Volatilität, die mit der Börse einhergeht, akzeptieren muss, ist das ein fairer Kompromiss für all jene, die einen langen Zeithorizont haben.

Es ist jedoch möglich, dass du mit deinen Investitionen zu aggressiv wirst. Viele Broker erlauben ihren Kunden, Geld auf Pump (bzw. eine „Marge“) zu leihen, indem sie ihre Aktien als Sicherheit verwenden und ihnen erlauben, zusätzliche Aktien zu kaufen. Das kann deine Rendite in günstigen Zeiten verbessern, aber es hat potenziell katastrophale Folgen, die selbst intelligente Investoren schon in die Enge getrieben haben.

Angst, etwas zu verpassen

Die Attraktivität der Margennutzung zeigt sich bei einem steigenden Markt. In den letzten zehn Jahren ist der S&P 500 mit einer durchschnittlichen jährlichen Geschwindigkeit von fast 14 % gestiegen, mehr als eine Verdreifachung deines Geldes, wenn du in einen Indexfonds investiert warst, der diesen Richtwert abbildet. Die Zinssätze waren jedoch während dieser Zeitspanne extrem niedrig, sodass es relativ günstig war, sich Geld zu leihen.

Um zu sehen, wie das funktionieren könnte, hier ein einfaches Beispiel. Angenommen, du hast ein Aktienportfolio von 10.000 US-Dollar und willst dir 5.000 US-Dollar auf Marge leihen, um zu investieren. Wir gehen davon aus, dass du ein Margen-Darlehen zu einem Zinssatz von 4 % erhalten kannst und die Marktrenditen im Laufe des nächsten Jahres 14 % betragen werden.

Wenn du nur die 10.000 US-Dollar investierst, ohne die Marge zu nutzen, dann ist die Berechnung einfach. Eine Rendite von 14 % und du stehst am Ende des Jahres bei 11.400 US-Dollar.

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Wenn du jedoch auf Marge kaufst, bekommst du auch eine 14-prozentige Rendite auf diese zusätzlichen 5.000 US-Dollar, sodass du 5.700 US-Dollar hast. Du musst 4 % Zinsen auf die geliehenen 5.000 US-Dollar zahlen und also 200 US-Dollar deiner Gewinne abtreten. Aber du wirst immer noch 500 US-Dollar zusätzlich haben, nachdem du das Darlehen zurückgezahlt hast – und so hast du insgesamt 11.900 US-Dollar oder eine effektive Gesamtrendite von 19 %.

Der Schub, den du erhalten kannst, indem du auf diese Weise einige zusätzliche Prozentpunkte an Rendite aus deinem Portfolio herauspresst, kann einen großen Unterschied dabei verursachen, wo dein Nettovermögen nach einiger Zeit landet. Zehn Jahre Zinseszins bei 14 % und du bekommst etwa 37.000 US-Dollar für jede 10.000 US-Dollar, die du investierst. Erhöht man das auf 19 %, steigt der Endsaldo auf fast 57.000 US-Dollar.

Die Gefahren der Marge

Doch so lukrativ die Marge in guten Zeiten auch sein kann, so verheerend kann es sein, wenn etwas schiefgeht. Bereits 2015 war Michael Pearson CEO von Valeant Pharmaceuticals, heute Bausch Health (WKN:A2JQ1X). Er verlor eine Riesenmenge an Aktien in einem Margin Call, als sein Broker sie verkaufte, um Kredite von etwa 100 Mio. US-Dollar zu decken.

In jüngster Zeit hat Teslas (WKN:A1CX3T) CEO Elon Musk die Marge intensiv genutzt, um den Wert seiner Beteiligungen zu steigern, ohne Aktien verkaufen zu müssen und das entsprechende Kurspotenzial und die Stimmrechte aufzugeben. Der jüngste Kursrückgang des Elektrofahrzeugherstellers hat aber zu Sorgen geführt, wie groß genau seine Marge ist und was seine mögliche Haftung wäre, wenn die Aktie weiter fallen würde.

Das gilt auch für gewöhnliche Anleger. Wenn du auf den Bullenmarkt der späten 90er-Jahre und die anschließende Pleite Anfang der 2000er-Jahre zurückblickst, wirst du viele Episoden finden, die katastrophal verlaufen sind. Ein übermäßiger Rückgang der Aktien kann dich zwingen, zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt zu verkaufen – und dich möglicherweise sogar daran hindern, von einer eventuellen Erholung profitieren zu können.

Sag einfach nein

Höhere Renditen auf Marge sehen gut aus, wenn der Markt steigt. Die damit verbundenen Risiken überwiegen jedoch die potenziellen Renditen. Du bist besser dran, die volle Kontrolle über dein Portfolio zu behalten, als in einer Situation zu landen, in der dein Broker dich zwingen kann, zu dem Preis zu verkaufen, der sich oft als der niedrigste Kurs einer Aktie erweist.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 02.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. The Motley Fool empfiehlt Bausch Health Companies.



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