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OrganiGram Holdings vs. GW Pharmaceuticals – welche ist die bessere Cannabisaktie?

Foto: Getty Images.

Man könnte meinen, dass die Tatsache, dass OrganiGram Holdings (WKN:A12AQF) und GW Pharmaceuticals (WKN:693692) beide Cannabisaktien sind, schon das Einzige ist, was die beiden gemeinsam haben. OrganiGram ist ein aufstrebender kanadischer Cannabiszüchter, während es sich bei GW um ein führendes auf Cannabis ausgerichtetes Biotech handelt.

Aber beide Aktien haben mindestens eine weitere Ähnlichkeit: Sie sind gerade verdammt heiß. Die Aktien von OrganiGram und GW Pharmaceuticals sind in diesem Jahr bisher um mehr als 70 % gestiegen. Welche dieser beiden Cannabisaktien ist in Zukunft die bessere Wahl? Hier mal alles zusammengefasst, was du dazu wissen musst.

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Was für OrganiGram Holdings spricht

Es gibt zwei wichtige Dinge, nach denen Investoren bei jeder neuen Aktie suchen. Erstens wollen sie große Wachstumschancen. Zweitens wollen sie, dass das Unternehmen in einer starken Position ist, um von diesen Wachstumsaussichten zu profitieren. OrganiGram sieht in beiderlei Hinsicht gut aus.

Was die Wachstumsaussichten betrifft, so ist es sinnvoll, im Heimatland von OrganiGram zu beginnen – Kanada. Der legale Cannabismarkt in Kanada ist nach dem Start im Oktober letzten Jahres nach wie vor am Wachsen. Dieser Markt könnte bis 2022 locker mehr als 5 Milliarden US-Dollar wert sein, einschließlich der zusätzlichen Möglichkeit für Cannabisspeisen und andere Derivate, deren Markt Ende dieses Jahres starten soll.

Noch größere Chancen liegen allerdings außerhalb Kanadas. Mehrere europäische Länder haben bereits Cannabidiol (CBD) und/oder medizinisches Cannabis legalisiert. Die Marktforscher von Brightfield Group erwarten, dass der europäische CBD- und medizinische Cannabismarkt bis 2023 auf 10 Milliarden US-Dollar ansteigen wird. Darüber hinaus haben auch einzelne andere Länder auf der ganzen Welt medizinisches Cannabis legalisiert.

Wie gut ist OrganiGram also aufgestellt, um diese enormen Chancen zu nutzen? Das Unternehmen ist eines von lediglich vier Cannabisuntenehmen, die Lieferverträge mit allen zehn kanadischen Provinzen abschließen konnten. OrganiGram konzentriert sich darauf, Cannabisspeisen und -Vape-Produkte mit mehreren Partnern auf den kanadischen Markt zu bringen.

Man ist auch in Europa gut aufgestellt. OrganiGram hat sich mit Alpha-Cannabis zusammengetan, um den wichtigen deutschen Markt für medizinisches Cannabis zu bedienen. Das Unternehmen kooperierte mit Eviana, um CBD aus Hanf zu bekommen, das auf die wichtigsten europäischen Märkte geliefert wird.

Natürlich erfordert das eine erhebliche Produktionskapazität. OrganiGram gehört gemessen an der jährlichen Produktionskapazität zu den Top 10 der kanadischen Cannabisproduzenten und ist dank seiner Expansionsbemühungen auf dem besten Weg, bis Ende 2019 113.000 Kilogramm Cannabis pro Jahr zu produzieren.

Was für GW Pharmaceuticals spricht

Das Schicksal von GW Pharmaceuticals hängt in erster Linie von einem einzigen CBD-Medikament ab – Epidiolex. Das Biotech erhielt im vergangenen Jahr die FDA-Zulassung für Epidiolex zur Behandlung des Dravet-Syndroms und des Lennox-Gastaut-Syndroms (LGS), beides sind seltene Formen der Epilepsie.

Epidiolex hat sich bisher als spektakulärer kommerzieller Erfolg erwiesen. GW meldete im ersten Quartal einen Umsatz des Medikaments von insgesamt 33,5 Millionen US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Dynamik in den USA fortsetzt. Man hofft auch, bald die Zulassung in Europa zu erhalten.

Analysten haben unterschiedliche Ansichten darüber, welches Potenzial mit Epidiolex noch verbunden ist. Ein Analyst der Bank of America, Tazeen Ahmad, geht davon aus, dass das Medikament einen Höchstumsatz von 2,4 Milliarden USD erreichen wird. Andere prognostizieren Spitzenumsätze von mehr als 1 Milliarde USD. Epidiolex scheint auf dem besten Weg zu sein, für GW Pharmaceuticals ein echter Blockbuster zu werden.

Der Umsatz des Medikaments könnte einen weiteren Schub erhalten, wenn GW die Zulassung für weitere Indikationen erhält. GW will im vierten Quartal die FDA-Zulassung für Epidiolex zur Behandlung von Anfällen im Zusammenhang mit dem Tuberkulosekomplex (TSC) beantragen. Das Unternehmen evaluiert auch Epidiolex bei der Behandlung des Rett-Syndroms, einer Krankheit, die Anfälle verursacht und die Koordination und Sprache beeinträchtigen kann.

Während Epidiolex zu Recht die größte Aufmerksamkeit erhält, hat GW außerhalb der USA auch ein weiteres Medikament auf dem Markt. Sativex ist in über 25 Ländern zur Behandlung der Multiplen-Sklerose-Spastik zugelassen. GW treibt eine Spätphasenstudie mit dem Medikament voran, in der Hoffnung, die US-Zulassung für diese Indikation zu erhalten.

Darüber hinaus umfasst die Pipeline von GW Pharmaceuticals weitere vielversprechende Programme in frühen Phasen. Das Unternehmen evaluiert Cannabidivarin (CBDV), ein weiteres Cannabinoid, das in der Cannabispflanze vorkommt, bei der Behandlung von Epilepsie und Autismus-Spektrum-Störungen. GW erforscht auch den Einsatz von Cannabinoiden bei der Behandlung von Glioblastom, Schizophrenie und neonataler hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie (HIE), einer Hirndysfunktion, die auftritt, wenn das Gehirn nicht genügend Sauerstoff erhält.

Die bessere Cannabisaktie

Ich bin der Meinung, dass OrganiGram im Moment die bessere Wahl ist. Obwohl mir die Perspektiven für Epidiolex gefallen, sind sie bereits weitgehend in den Aktienkurs von GW Pharmaceuticals eingeflossen. OrganiGram hingegen hat derzeit eine Marktkapitalisierung von unter 1 Milliarde US-Dollar. Die Erfolge in Kanada und Europa sollten noch viel Wachstumschancen für die Aktie bieten.

Ich denke auch, dass OrganiGram die Chance hat, einen wichtigen Partner von außerhalb der Cannabisbranche zu gewinnen. In diesem Fall würden die Aktien von OrganiGram mit ziemlicher Sicherheit noch einmal in die Höhe schnellen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Organigram Holdings. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 29.6.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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