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Endlich ist 1&1 Drillisch wieder in der Erfolgsspur: So geht es jetzt weiter für die 5G-Aktie

Foto: The Motley Fool

Das 5G-Thema hat die Aktionäre von 1&1 Drillisch (WKN: 554550) ganz schön verunsichert. Seit der Chef Ralph Dommermuth im Frühjahr 2018 die Diskussion um ein viertes Mobilfunknetz angestoßen hat, ist der Aktienkurs um fast 60 % eingebrochen. Am 6. September ist die Aktie jedoch um 11 % nach oben geschossen und ich denke, dass da noch viel mehr geht.

Die Geldsorgen sind verflogen

Es war schon ein Kraftakt für die vergleichsweise kleine Drillisch, sich in das Haifischbecken mit der Deutschen Telekom (WKN: 555750) und den anderen beiden Netzbetreiben zu stürzen. Nachdem das Unternehmen bereits seit ein paar Jahren als Untermieter von Telefonica Deutschland (WKN: A1J5RX) offensiv am Markt auftreten kann, will es nun mit eigenen Frequenzen seine Position absichern und ausbauen.

Das ist jedoch leichter gesagt, als getan, denn die Alteingesessenen wollen den Emporkömmling nur ungern in ihren exklusiven Kreis aufnehmen. Gegen die Forderung nach einer Verpflichtung zum nationalen Roaming haben sie sich immer wieder mit Händen und Füßen gewehrt. Außerdem müssen nun große Summen aufgebracht werden, um in eigene Infrastruktur zu investieren – und das, nachdem für die Frequenzauktion mehrere Hundert Millionen Euro fällig werden.

Eine Dividende ist schon mal auf ein Minimum gekappt worden, um nicht in finanzielle Schieflage zu geraten, und Aktionäre fragen sich natürlich, ob sie jemals wieder eine Ausschüttung von 1,80 Euro sehen werden wie für das Geschäftsjahr 2016. Diese Chancen sind nun deutlich gestiegen. Über einen Deal mit der Bundesregierung konnte erreicht werden, dass die ersteigerten Frequenzen in Raten bezahlt werden können, und zwar gestreckt bis 2030.

Der Bund kann derzeit langfristige Schulden zu Minuszinsen aufnehmen und hat daher keine Eile, das Geld einzukassieren. Bei Drillisch hingegen nimmt diese Maßnahme eine Menge Druck aus der angespannten Bilanz. Auf diese Weise kann der Netzausbau voraussichtlich wunderbar aus den laufenden Barmittelzuflüssen finanziert werden. Dass die Netzbetreiber im Gegenzug eine Ausbauoffensive im ländlichen Raum stemmen müssen, schmälert die positive Wirkung nur unwesentlich.

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Es kommt noch besser

Die Tatsache, dass diese Extrainvestition zur Verringerung der Funklöcher in Kooperation mit den drei anderen Netzbetreibern erfolgen wird, spricht dafür, dass Drillisch zunehmend ernst genommen wird und sich die Ansicht durchsetzt, dass man gemeinsam mit weniger Ressourcen mehr erreichen kann. Schließlich verfolgen alle das Ziel, möglichst schnell leistungsfähige Netze bereitstellen zu können, mit denen sich höhermargige Mehrwertdienste vermarkten lassen.

Bereits zuvor fiel auf, dass der O2-Konzern beim Thema „LTE“ aufs Tempo drückt. Nun könnten die Ausbaubemühungen dank der Entlastung sogar noch zusätzlich beschleunigt werden. Da Drillisch dort vertraglich garantiert Zugriff hat, sind auch das gute Nachrichten. Über die Kombination der wachsenden eigenen Infrastruktur und derjenigen von Telefonica besteht damit bereits eine gute Basis, auf der Drillisch über die kommenden sechs Jahre aufbauen kann, selbst wenn die anderen beiden sich anhaltend unkooperativ zeigen sollten.

Bis dahin wird Drillisch zwar nicht das größte Netz haben, aber sicherlich das modernste, da es ohne Altlasten von Anfang an voll auf 5G ausgerichtet sein wird. Außerdem hat das Management nun genug Zeit, um in Ruhe die Strategie zu verfeinern. Möglicherweise wird das Investitionsbudget weiter aufgestockt, um die laufenden Kosten aus der Anmietung zu senken, mehr Traffic auf die Glasfaserinfrastruktur der Schwestergesellschaft 1&1 Versatel zu leiten und die Eigenständigkeit zu stärken.

Der Blick der Anleger auf 1&1 Drillisch könnte sich nun deutlich ändern

1&1 Drillisch ist bereits jetzt ein bedeutender Spieler im deutschen Mobilfunkmarkt. Ich habe jedoch manchmal das Gefühl, als ob das Unternehmen vom Markt wie ein unbedarfter Neueinsteiger behandelt wird. Dabei werden im Wesentlichen aus Bilanzsicht nur laufende Kosten für die Anmietung von Netzinfrastruktur gegen Abschreibungen auf eigene Investitionen getauscht. Hinzu kommt eine Reihe von positiven Nebeneffekten, die sich aus der schrittweisen Abnabelung von O2 ergeben.

Die 11 % Kursgewinn vom Freitag auf über 28 Euro waren daher ganz nett, aber wenn man bedenkt, wie stark der Rückgang über die vergangenen Quartale war, dann müsste es meiner Meinung nach noch eine Menge Luft nach oben geben. 1,80 Euro wird nicht für immer die höchste Dividende bleiben, die das Unternehmen je ausgeschüttet hat, davon bin ich seit dem Deal mit der Bundesregierung mehr als zuvor überzeugt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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