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Wirecard oder Adyen?! Dieser Zahlungsdienstleister ist jetzt die günstigere Chance!

InsurTech-Aktie Chance und Risiken
Foto: Getty Images

Die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie hat inzwischen durch die „Financial Times“ ordentlich an Wert eingebüßt. Allein seit dem Aufkommen der erneuten Vorwürfe ging es mit der Aktie deutlich zweistellig bergab. Ein Abverkauf, der natürlich auch am Börsenwert des Unternehmens nicht vorbeigegangen ist.

Viele Investoren fragen sich, ob das Papier des innovativen Zahlungsdienstleisters nun kaufenswert ist oder nicht. Auch wenn diese Frage natürlich vom Ausgang der aktuellen Vorwürfe abhängt, kann es dennoch einige andere Blickwinkel geben, die darauf eine Antwort geben könnten.

Ein spannender, fundamentaler Vergleich mit einem Wettbewerber dürfte interessante Antworten liefern. Betrachten wir daher in einem kleinen Fundamentalvergleich einmal Wirecards derzeitige Größe und Bewertung und diejenige des Wettbewerbers Adyen (WKN: A2JNF4).

Die Fundamentaldaten im Überblick

Sowohl Wirecard als auch Adyen sind inzwischen keine Leichtgewichte mehr. Der DAX-Konzern bringt es nach den derzeitigen Kurskapriolen noch immer auf einen Börsenwert von 14,27 Mrd. Euro (28.10.2019, maßgeblich für alle Kurse). Adyen schafft es hingegen auf ein strammes Börsengewicht von 18,76 Mrd. Euro. Der niederländische Zahlungsdienstleister wird somit, gemessen an der Marktkapitalisierung, inzwischen sogar höher bewertet.

Ein Bewertungsmaß, das sich gemessen an den weiteren Fundamentaldaten nicht unbedingt rechtfertigen lassen muss. Adyen kam im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres 2019 auf Umsätze in einer Größenordnung von 221,1 Mio. Euro, wobei ein EBITDA in Höhe von 125,8 Mio. Euro generiert worden ist. Das Umsatzwachstum hat hier im Jahresvergleich 41 % betragen, was im Vergleich zum deutschen Konkurrenten einer ähnlichen Wachstumsrate entspricht.

Auch Wirecard wuchs innerhalb der ersten Jahreshälfte nämlich aus Sicht der Umsätze um 36,6 % auf inzwischen sogar über 1,2 Mrd. Euro. Das EBITDA betrug innerhalb dieses Zeitraums hingegen 342,1 Mio. Euro, was im Vergleich zu den Adyen-Zahlen insgesamt einem Vielfachen entspricht.

Trotz des höheren Börsengewichtes von Adyen kommt Wirecard somit operativ auf ein deutlich höheres Geschäftsvolumen. Ein Aspekt, der natürlich nach einer Bewertungsdiskrepanz schreien könnte, zumindest, wenn die Causa Wirecard endgültig ad acta gelegt werden kann.

Oder, anders ausgedrückt …

Oder, anders ausgedrückt: Wie wir angesichts dieses spannenden Vergleichs sehen können, wird die Wirecard-Aktie derzeit deutlich mit Unsicherheit bepreist. Der niederländische Peer kommt umsatztechnisch ca. auf ein Fünftel dessen, was der DAX-Konzern gegenwärtig vorweisen kann. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt noch immer um das ca. Dreifache höher. Damit qualifiziert sich Wirecard eigentlich dafür, mit deutlich mehr bewertet zu sein, zumal die Wachstumsraten hier doch sehr ähnlich sind.

Dennoch ist Adyen gemessen an der Marktkapitalisierung rund 31 % teurer bewertet als der DAX-Konzern. Sollte die Unsicherheit daher bald aus der Aktie entweichen, dürfte der deutsche Zahlungsdienstleister wohl mindestens diesen Abschlag kurz- bis mittelfristig wieder ausgleichen. Möglicherweise auch ein wenig mehr.

Zumal die Zeichen hier auch weiterhin auf Wachstum stehen, denn immerhin möchte das deutsche Unternehmen alleine bis zum Geschäftsjahr 2025 die Umsätze auf über 12 Mrd. Euro und das Ergebnis auf 3,8 Mrd. Euro steigern. Auch für die kommenden Jahre deutet daher noch immer vieles auf ein regelrecht rasantes Wachstum hin.

Eine günstige Chance …

Rein fundamental betrachtet dürfte die Wirecard-Aktie momentan eine günstige, langfristige Chance sein, bei der sich ein Zugriff lohnen könnte. Leider müssen wir an dieser Stelle im Konjunktiv sprechen, da die „Financial Times“ und die damit verbundenen Vorwürfe noch immer über der Aktie schweben.

Je nachdem, wie du die aktuelle Causa Wirecard jedoch bewertest, könnten sich hier eine spannende Chance und eine Gelegenheit auf rasante Kursgewinne verstecken. Zumindest, wie gesagt, wenn der DAX-Konzern unbeschadet aus diesem neuen Kapitel hervorgehen wird.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 



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