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Was Warren Buffetts geniale rechte Hand über den Aktienmarkt sagt, sollte uns zu denken geben

Nahaufnahme des weltbekannten Investors Warren Buffett
Foto: The Motley Fool

Die Weisheiten von Börsenlegende Warren Buffett kennt jedes Kind. Die Ideen seines Geschäftspartners und seiner genialen rechten Hand Charles („Charlie“) Munger dürften weitaus weniger bekannt sein.

Zu Unrecht! Der Vizevorsitzende von Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: 854075) hat immer ein paar wohldurchdachte und smarte Gedanken im Gepäck.

Natürlich auch jetzt, wo die halbe Welt und somit auch die Wirtschaft in vielen Bereichen stillsteht. Eine solche Situation dürfte der 96-Jährige wohl noch nie erlebt haben. Trotzdem – oder gerade deshalb – zeichnen die Gedanken, die Charlie Munger derzeit in der Öffentlichkeit preisgibt, kein gutes Bild vom Aktienmarkt.

Ein Fest für Warren Buffett!

Als die Kurse Anfang März 2020 im Galopp in den Keller gingen, haben sich viele sicher gedacht: So ein Mist! Meine Rente!

Ich habe gedacht: Was wird Warren Buffett jetzt kaufen? Der feine Herr Superinvestor ist schließlich für sein Sitzfleisch bekannt. Zuletzt hatten sich Barmittel mit einem Volumen von 128 Mrd. US-Dollar in Buffetts Geldspeicher angestaut. Gute Investitionsgelegenheiten schienen immer seltener zu werden.

Da kam der März-Crash sicher wie gerufen. Ein waschechter Schlussverkauf mit Rabatten von 30, 40 oder gar 50 % ist für gewöhnlich genau der Moment, auf den Warren Buffett – wenn es sein muss – viele Jahre wartet. Ob und in welchem Umfang er wirklich gekauft hat, wird sich erst in der nächsten Quartalsmeldung zeigen, die Buffett bei der US-Börsenaufsicht abliefern muss.

Die Pflichtmeldungen, die ad hoc fällig wurden, zeigen bisher nur, dass die Börsenlegende hier und da ein paar Aktien verkauft hat. Vor allem Fluggesellschaften und Finanztitel wurden rasiert.


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Mehr Liquidität? Wie bitte?

Ein Interview mit Charlie Munger, das vor Kurzem veröffentlicht wurde, könnte darauf hindeuten, dass sich Berkshire mit frischen Käufen noch zurückhalten wird. Munger sagte: „Im Grunde verhalten wir uns wie der Kapitän eines Schiffes, wenn der schlimmste Taifun, der jemals passiert ist, auf uns zukommt.“

Der schlimmste Taifun, der jemals passiert ist? Das sagt Charlie Munger – ein Investor, der bereits unzählige Krisen miterlebt hat, die man oberflächlich für ebenso katastrophal erachten könnte wie das, was derzeit passiert. Dotcom-Krise? US-Immobilienkrise? Schwarzer Montag? War man da etwa in seichteren Gewässern? Kurios!

Zur Krisenstrategie von Berkshire Hathaway sagte Charlie Munger: „Wir wollen nur durch den Taifun kommen und lieber mit viel Liquidität herauskommen.“

Mit viel Liquidität herauskommen? Ich dachte immer, man soll kaufen, wenn die Kanonen donnern? Soll man nicht gierig sein, wenn andere ängstlich sind? Wenn man jetzt all das befolgen würden, was Buffett und Munger sonst so an Empfehlungen präsentieren, müsste man doch eigentlich mit einem Sack voll mit günstigen Aktien aus der Krise kommen, und nicht mit viel Liquidität.

Offenbar ist diesmal alles anders

Wenn man zwischen den Zeilen liest, könnte man leicht auf die Idee kommen, dass Charlie Munger den Aktienmarkt auch nach dem März-Crash nicht für so unschlagbar günstig hält, wie jetzt viele denken.

Tatsächlich unterscheidet sich die aktuelle Situation doch sehr von den vorherigen Krisen. Über die Nachfrage, die derzeit künstlich unterdrückt wird, musste man sich früher eigentlich nie groß Gedanken machen. Doch was nützen einem die besten Unternehmen der Welt, wenn die Produkte, die dort hergestellt werden, jetzt nicht mehr in dem Umfang nachgefragt werden.

Die Dose Cola (WKN: 850663), die im Kühlschrank des geschlossenen Imbisses vor sich hin rostet, wird nicht getrunken. Dafür kann das Unternehmen nichts.

Es ist eben eine Naturkatastrophe. Ein Taifun, wie Charlie Munger es zu nennen pflegt. Gegen dieses Phänomen kann man nicht ankaufen. Man kann versuchen, zu überleben, und möglichst viele Schäfchen mit auf die Arche nehmen.

Nicht zittern – handeln! Der Bärenmarkt-Überlebensguide für Börsenkrisen

Der Aktienmarkt ist derzeit wieder höheren Risiken ausgesetzt. Droht vielleicht sogar ein Bärenmarkt? Vielleicht – aber steck jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand!

Wenn die Märkte schwanken und die Nerven flattern – genau dann zählt es, wie du dich als Anleger verhältst. Unser Bärenmarkt-Überlebensguide zeigt dir in vier Schritten, wie du klug, ruhig und strategisch durch jede Korrektur kommst – und sie vielleicht sogar zu deiner größten Chance machst.

Jetzt lesen und vorbereitet sein, wenn andere in Panik verfallen!

Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).



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