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Diese 3 Kennzahlen symbolisieren das verheerende Ausmaß des Wirecard-Debakels!

Wirecard Kreditkarte Kartenstappel Wirecard-Aktie
Foto: Wirecard AG

Die Krise rund um den DAX-Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN: 747206) hat sich in der letzten Woche noch einmal verschärft. Dabei hat sich offenbart, wie defizitär anscheinend das Geschäftsmodell der einstigen Wachstumsrakete ist. Trotz Stillhaltens der Banken ist nun ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Erschwerend hinzu kommt außerdem, dass sich erste Kooperationspartner vom Zahlungsdienstleister distanzieren. Visa und Mastercard scheinen dabei den Anfang zu machen. Weitere Aufkündigungen könnten folgen. Wobei das im Endeffekt vermutlich bloß ein Tropfen auf den kochenden, kriselnden Wirecard-Stein ist.

Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf drei Kennzahlen, die sehr gut verdeutlichen, wie groß das Ausmaß des Wirecard-Skandals ist. Wobei das Bemerkenswerte auch die Dynamik der Krise ist, bei der innerhalb weniger Wochen, ja sogar Tage ein Großteil des Wertes vernichtet worden ist.

1. Wirecard-Aktie: 1,42 Euro

Lange Zeit, so schien es, wäre es ein Traum gewesen, Wirecard-Aktien für lediglich 1,42 Euro kaufen zu können. Ein solcher, vermeintlich günstiger Einstiegszeitpunkt hätte noch bis vor wenigen Tagen für eine Vervielfachung gereicht. Ja, sogar mehr als eine Verhundertfachung wäre möglich gewesen, wenn man ein solches, günstiges Einstiegsniveau um die Jahrtausendwende genutzt hätte. Und zumindest bis vor wenigen Wochen gehalten hätte.

Der Traum ist zum Alptraum geworden: Durch die Insolvenz notiert die Aktie jetzt wieder auf diesem Kursniveau, zumindest zum Xetra-Schluss. Der Tiefpunkt? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wobei ein großer Teil des Schreckens für viele Investoren jetzt vorbei sein könnte.


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Noch am 17. Juni notierten die Anteilsscheine schließlich auf einem Aktienkursniveau von 104 Euro, der Verlust beläuft sich inzwischen auf fast 98,7 %. Die alten Bestwerte von ca. 200 Euro sind ebenfalls in weite Ferne gerückt. Die Wirecard-Aktie könnte zu einem Pennystock werden. In Anbetracht der gigantischen Probleme ist das allerdings nicht verwunderlich.

2. Marktkapitalisierung: 175 Mio. Euro

Eine zweite Kennzahl, die das Ausmaß ebenfalls verdeutlicht, ist der Börsenwert von Wirecard. Derzeit beläuft sich die Marktkapitalisierung lediglich noch auf einen Wert von 175 Mio. Euro. Damit zeigt sich sehr klar: Im DAX, dem Index für die größten deutschen Unternehmen, hat die Aktie wirklich nix mehr verloren.

Der Wertverfall lässt sich hier auch entsprechend deutlich ablesen. Noch vor wenigen Tagen beziehungsweise rund um den 17. Juni herum besaß der DAX-Zahlungsdienstleister immerhin noch einen Börsenwert in zweistelliger Milliardenhöhe. Auch hier zeigt sich, wie viel Wert durch den Bilanzskandal vernichtet worden ist.

Wie viel ist ein möglicher Pleitekandidat denn unterm Strich wert? Eine Frage, die die Investoren weiterhin beschäftigen sollte. Mal ehrlich: 175 Mio. Euro für ein in einen Bilanzskandal verwickeltes Unternehmen im Insolvenzverfahren könnte vergleichsweise viel sein.

3. Die fehlenden 1,9 Mrd. Euro

Auslöser für all das waren die fehlenden 1,9 Mrd. Euro, die die Wirtschaftsprüfer von E&Y moniert haben. Das hat wiederum das vermeintliche Kartenhaus Wirecard in sich zusammenbrechen lassen. Wobei es eben nicht bloß die fehlenden 1,9 Mrd. Euro waren, sondern ein insgesamt defizitäres Geschäftsmodell, das ans Tageslicht befördert worden ist.

Es wäre wirklich ein Wunder, wenn dieser vermutlich niemals existente Betrag wieder auftauchen würde. Allerdings dürfte in Anbetracht der Tragweite des Skandals, der Insolvenz und der ersten Distanz von Partnern selbst ein solches Wunder keine Rettung bringen. Investoren sollten sich daher besser keine falschen Hoffnungen machen.

Gigantische Zahlen rund um den Bilanzskandal

Wie wir es auch drehen und wenden: Die Aktie von Wirecard hat sich ordentlich entwertet. Das hat zu großen Verlusten in vielen Portfolios geführt und wird die Börsenwelt weiterhin bewegen. Für Investoren ist jedoch weiterhin Vorsicht angesagt. Denn theoretisch könnte die Aktie schließlich noch immer bis auf 0,00 Euro fallen.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard und Visa.



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