Twitter-Aktienkurs auf Talfahrt – sollte man jetzt zuschlagen?

Twitter (WKN: A1W6XZ) verdient ähnlich wie Facebook (WKN: A1JWVX) oder Alphabet (WKN: A14Y6F) den Großteil seiner Erlöse mit Werbung. Für Spitzenpolitiker, Firmenlenker, Schauspieler oder Sportler ist Twitter das Tool der Wahl, um ihre Ansichten unkompliziert und unverfälscht mit der Welt zu teilen. Dabei hat das Unternehmen mit der Sperrung des Accounts von Ex-Präsident Donald Trump nach der Stürmung des Kapitols unter Beweis gestellt, dass es auch Grenzen bei der Nutzung gibt.
Marken haben sich aufgrund der alles beherrschenden politischen Themen Anfang des Jahres mit Werbeausgaben auf der Plattform zurückgehalten. Zudem fanden viele große Events wie die Grammys oder die Oscars dieses Jahr erst später statt. Es gab daher weniger für die Marken interessante Events. Trotzdem hat das Geschäft laut Aussage von Twitter im März wieder angezogen. Trotz der Hindernisse ist der Umsatz im ersten Quartal 2021 um 28 % gestiegen. Es tummeln sich auch 20 % mehr monetarisierbare tägliche Nutzer als vor einem Jahr auf Twitter.
Weshalb der Twitter-Aktienkurs einbricht
Nach Bekanntgabe der Zahlen ist der Twitter-Aktienkurs auf Talfahrt gegangen. Auf Wochensicht ging es für die Aktie 16 % nach unten. Im Vergleich zu den Platzhirschen fielen die Zuwächse bei Twitter in den Augen vieler Investoren scheinbar zu niedrig aus. Daneben enttäuschte vor allem der vorsichtige Ausblick. In diesem sind die Auswirkungen durch den verstärkten Datenschutz von iOS 14.5 von Apple (WKN: 865985) enthalten. Vor allem geht Twitter ab dem zweiten Quartal nur noch von einem Nutzerwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich aus. Das begründet sich durch den Anstieg der Nutzerzahl nach dem Beginn des ersten Lockdowns im letzten Jahr.
Laut Twitter-CEO Jack Dorsey ist die Information der Nutzer der zentrale Kern des Geschäftsmodells von Twitter. Laut ihm versagt sein Unternehmen bei der Umsetzung, „weil wir es den Leuten nicht ermöglichen, schnell genug zu dem zu gelangen, was sie interessiert“. Daher möchte es Twitter Nutzern verstärkt ermöglichen, Themen und Interessen zu folgen statt einzelnen Persönlichkeiten. Hier sehe ich ebenfalls das größte Potenzial von Twitter. Die Plattform ermöglicht wie kein anderes Format die schnelle Verbreitung von Informationen. Hier liegen allerdings auch erhebliche Herausforderungen begraben, um die Qualität der Artikel und die Verbreitung von Falschmeldungen zu unterbinden.
Ist die Aktie jetzt ein Kauf?
Twitter verfügt ähnlich wie Facebook oder Alphabet über eines der stärksten Netzwerke. Allerdings ist es dem Unternehmen im Unterschied noch nicht gelungen, das volle Potenzial offenzulegen. Die Strategie von Jack Dorsey halte ich hier für richtig. Allerdings stört mich, dass er durch seine Tätigkeit bei Square (WKN: A143D6) nur in Teilzeit für Twitter arbeitet.
Trotz des Kursrückgangs ist die Aktie nicht so günstig, dass man von einer günstigen Bewertung sprechen könnte. Sollte der Twitter-Aktienkurs noch etwas mehr nachgeben, werde ich allerdings noch mal genauer hinsehen.
Nicht zittern – handeln! Der Bärenmarkt-Überlebensguide für Börsenkrisen
Der Aktienmarkt ist derzeit wieder höheren Risiken ausgesetzt. Droht vielleicht sogar ein Bärenmarkt? Vielleicht – aber steck jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand!
Wenn die Märkte schwanken und die Nerven flattern – genau dann zählt es, wie du dich als Anleger verhältst. Unser Bärenmarkt-Überlebensguide zeigt dir in vier Schritten, wie du klug, ruhig und strategisch durch jede Korrektur kommst – und sie vielleicht sogar zu deiner größten Chance machst.
Jetzt lesen und vorbereitet sein, wenn andere in Panik verfallen!
Florian Hainzl besitzt Aktien von Alphabet und Facebook. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien), Facebook, Square und Twitter.