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Diese 3 Qualitätsaktien sind günstiger als vor einem Jahr

Mit Aktienanalysen in Aktien investieren
Foto: Getty Images

Die großen Börsen eilen derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten. Auf Sicht von einem Jahr steht der DAX 28 % im Plus, der S&P 500 ist sogar um 36 % gestiegen (Datum: 22.06.21, gilt für alle Kurse). Dennoch gibt es auch heute noch Aktien interessanter Unternehmen, die trotz guter operativer Entwicklung tiefer stehen als vor einem Jahr.

1. Bechtle

Bechtle (WKN: 515870) ist ein IT-Dienstleister, der die Beschaffung und den Betrieb von IT-Infrastruktur für seine Kunden übernimmt. Der IT-Spezialist unterstützt somit andere Unternehmen oder öffentliche Auftraggeber dabei, ihre IT-Systeme zukunftsfest aufzustellen.

Die anhaltende Digitalisierung führt dazu, dass Umsätze und Gewinne seit Jahren steigen. Im letzten Quartal stieg der Umsatz um 11 %, das EBIT um 18 % gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

Hierbei sollen insbesondere Kooperationen mit namhaften IT-Konzernen helfen. Allein seit Jahresanfang verkündete Bechtle eine vertiefte Zusammenarbeit mit AWS (Cloudsparte von Amazon), Cisco und Dropbox. Trotz dieser positiven operativen Entwicklung steht die Bechtle-Aktie aktuell 2 % tiefer als vor einem Jahr, im Vergleich zum Stand von vor fünf Jahren steht allerdings ein sattes Plus mit 220 %.

2. Hannover Rück

Die Aktie der Hannover Rück (WKN: 840221) steht mit -8 % ebenfalls tiefer als vor einem Jahr. Das Unternehmen ist der drittgrößte Rückversicherer der Welt und übernimmt in den Bereichen Schaden- und Personen-Rückversicherungen die Risiken von anderen Versicherern. Dafür bekommt Hannover Rück eine Prämie, die seit vielen Jahren steigt.

Im letzten Quartal stieg die Bruttoprämie um 12 %. Die Corona-Pandemie führte allerdings zu erhöhten Schäden und ließ den Gewinn im Jahr 2020 und auch im ersten Quartal 2021 sinken. Das Management geht jedoch davon aus, dass dies nur Einmaleffekte sind. Die Gewinne sollen in den nächsten Jahren wieder um mindestens 5 % p. a. wachsen.

Analog zur anhaltenden Disruption durch Fintechs im Bankensektor erwarte ich in den nächsten Jahren eine Disruption im Versicherungsbereich durch Insurtechs wie Lemonade. Da Rückversicherungen hiervon weniger betroffen sein werden, finde ich diesen Bereich innerhalb der Versicherungsbranche besonders interessant. Die Hannover Rück punktet mit im Vergleich zur Konkurrenz deutlich höherer Profitabilität und einem Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit.

3. SAP

Trotz einer schwachen Kursentwicklung im letzten Jahr (-6 %) ist SAP (WKN: 716460) Deutschlands wertvollstes börsennotiertes Unternehmen. Der Software-Konzern setzt stark auf das Cloud-Geschäft und hat zur Beschleunigung des Umstiegs auf die Cloud-Lösungen im Januar das Angebot „RISE with SAP“ gestartet. Diese Ausrichtung führt kurzfristig zu höheren Investitionen und rückläufigen Umsätzen im Lizenzgeschäft.

Mittelfristig soll sich die Strategie jedoch auszahlen, da die Cloud-Umsätze höhere Margen aufweisen und besser planbar sind. Bis zum Jahr 2025 sollen die Cloudlösungen mehr als 60 % des Gesamtumsatzes ausmachen. Dies soll zu einer Steigerung der gesamten Umsätze um 32 % führen, der operative Gewinn soll bis 2025 sogar um 39 % steigen.

Im letzten Quartal stieg der Current Cloud Backlog währungsbereinigt um 19 %, eine positive Entwicklung ist also bereits erkennbar. Weiterhin verbreitert das Unternehmen laufend seine Services. Seit Jahresanfang wurden Signavio, ein Tool zur Abbildung von Geschäftsprozessen, sowie AppGyver, eine Plattform, mit der Apps ohne Programmiercode entwickelt werden können, übernommen.

Mein Favorit

Von den drei vorgestellten Aktien würde ich mich heute für SAP entscheiden. Aus meiner beruflichen Tätigkeit als Controller kenne ich den tiefen Burggraben der SAP-Software. Da die Systeme oft über Jahrzehnte gewachsen sind und fast alle Geschäftsbereiche betreffen, ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter nur mit sehr viel Aufwand möglich.

Laut einer Umfrage von Bitkom (2020) werden Daten in Unternehmen aller Branchen immer wichtiger. SAP ist aufgrund seiner Marktführerschaft in vielen Bereichen bestens positioniert, um von der fortschreitenden digitalen Transformation zu profitieren.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Amazon und SAP. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Lemond und empfiehlt SAP sowie die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.



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