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Shortseller-Angriff bei der Standard-Lithium-Aktie! Günstige Kaufchance oder Verkaufsalarm?

Lithium im Periodensystem
Foto: Getty Images

Diese Nachricht traf die Aktionäre von Standard Lithium (WKN: A2DJQP) am 18. November 2021 hart: Ein Leerverkäufer namens Blue Orca Capital wettet gegen die Standard Lithium-Aktie. In einem Report bringen die Shortseller mehrere harte Vorwürfe an.

Sollten diese sich erhärten, dann wäre der diesjährige Kursanstieg der Standard Lithium-Aktie wohl nur auf heißer Luft gebaut. Alle Investoren sollten sich spätestens jetzt fragen, ob die Aktie wirklich zu ihrer Risikoneigung passt.

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Die Vorwürfe des Leerverkäufers an die Standard Lithium-Aktie

Standard Lithium erprobt derzeit eine neuartige, umweltfreundliche Methode der Lithiumgewinnung aus Sole. Dafür hat das Unternehmen eine Demonstrationsanlage errichtet und wirbt damit, bis zu 90 % des in der Sole enthaltenen Lithiums extrahieren zu können. Investoren der Standard Lithium-Aktie setzen darauf, dass das funktioniert.

Blue Orca Capital hat einige Mitteilungen an die Öl- und Gasbehörde des Bundesstaats Arkansas ausgewertet und gibt an, dass Standard Lithium nur einen kleinen Bruchteil der genannten 90 % erziele. Weiterhin bemängeln die Leerverkäufer den geringen Output an Lithiumcarbonat. Das Unternehmen behaupte, dass seine Anlagen 100 bis 150 Tonnen von dem Material im Jahr produzieren könnten. Bislang habe Standard Lithium aber gerade einmal 30 Kilogramm Lithiumcarbonat hergestellt.

Weitere Vorwürfe erhebt Blue Orca Capital gegen die Kommunikation des Unternehmens. Während Standard Lithiums Management bereits im Dezember 2020 sagte, die Machbarkeit seiner Technologie sei bewiesen, war Standard Lithiums Partner Lanxess einige Monate später noch nicht „in allen Aspekten“ überzeugt. Die Standard Lithium-Aktie ging nach der Veröffentlichung des Reports auf Talfahrt und verlor bis Tagesende fast 19 %.

Die Gegendarstellung des Unternehmens

Standard Lithium veröffentlichte noch am selben Abend eine Antwort auf den Shortseller-Report. Die zentrale Botschaft: Blue Orca Capital habe die regulatorischen Daten aus den Pflichtmitteilungen falsch interpretiert. Einen Großteil des extrahierten Lithiums leite das Unternehmen wieder zurück in das unterirdische Solereservoir. In den zitierten regulatorischen Berichten tauche nur Lithium auf, das für eine gewisse Zeit auf Standard Lithiums Areal gespeichert werde. Damit halte sich das Unternehmen an die offiziellen Vorgaben der Behörde.

Auch den geringen Output an Lithiumcarbonat begründet Standard Lithium ähnlich. Es sei nie das Ziel gewesen, sämtliches extrahiertes Lithium zu Lithiumcarbonat umzuwandeln – sondern immer gerade nur so viel, wie es zu experimentellen Zwecken benötigt werde. Eine Klarstellung der uneinheitlichen Kommunikation bezüglich der technologischen Machbarkeit erhielten Investoren der Standard Lithium-Aktie nicht.

Das Management des Unternehmens wies richtigerweise darauf hin, dass Blue Orca Capital als Leerverkäufer von fallenden Kursen bei der Standard Lithium-Aktie profitiere. Weiterhin sagte der CEO, die Shortseller hätten das Unternehmen im Vorfeld der Veröffentlichung des Berichts nicht um eine Erläuterung der Daten gebeten.

Was Investoren der Standard Lithium-Aktie nun tun können

Umsatzlose Unternehmen wie Standard Lithium, die ihren Wert größtenteils aus einem technologischen Versprechen ziehen, gelten nicht umsonst als riskant und spekulativ. Für die Standard Lithium-Aktie als einen der am meisten gehypten Titel unter den noch umsatzlosen Lithiumunternehmen gilt das ganz besonders. Investoren sollten sich fragen, ob sie dieses Risiko in ihrem Depot haben möchten.

Zu Blue Orca Capital sollten Investoren wissen, dass die Shortseller schon vor zwei Monaten die Wasserstoffaktie Hyzon Motors (WKN: A3CXT1) angegriffen hatten. Dort haben sich die Vorwürfe der Leerverkäufer bis heute nicht erhärtet. Die Attacke auf die Standard Lithium-Aktie nur wenig später hat etwas von einem Schrotflintenansatz.

Doch das allein sollte Investoren nicht davon überzeugen, dass Standard Lithium auf jeden Fall recht hat. Investoren der Standard Lithium-Aktie sollten stattdessen auf eine transparente Kommunikation ihres Unternehmens achten. Negativkandidaten wie Wirecard und Nikola fielen dadurch auf, dass sie auf kritische Berichte nur schmallippig reagierten und nicht alle Punkte transparent widerlegten. Standard Lithium könnte im Optimalfall die tatsächliche Lithium-Extraktionsrate veröffentlichen und kommunizieren, was Lanxess noch konkret zu bemängeln hat.

Transparenz ist immer die beste Waffe im Umgang mit Leerverkäufern. Ein intransparentes Unternehmen hat möglicherweise etwas zu verbergen.

Ich persönlich habe mir bis zum aktuellen Zeitpunkt noch keine abschließende Meinung gebildet und werde die Standard Lithium-Aktie weder nachkaufen noch verkaufen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Standard Lithium. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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