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Du suchst Aktien, die langfristig steigen? Achte auf diesen einen Faktor

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Foto: Getty Images

Die kurz- bis mittelfristige Entwicklung von Aktienkursen ist fast unmöglich vorherzusagen. Die größte Position in meinem Depot ist Amazon. Ich bin von der Aktie überzeugt, würde mir aber nie zutrauen vorherzusagen, dass diese Aktie in zwei Tagen, in zwei Monaten oder in zwei Jahren höher als heute steht. Bei einem Zeitraum von zehn Jahren sieht es anders aus. Ich bin mir sehr sicher, dass die Amazon-Aktie in zehn Jahren deutlich mehr wert sein wird als heute. Warum ich mir da so sicher bin? Weil ich denke, dass Amazon über den entscheidenden Faktor einer langfristig starken Kursentwicklung verfügt.

Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung von Aktien

Morgan Stanley Research hat die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung von Aktien analysiert. Es wurden die besten Aktien des S&P 500 im Zeitraum von 1990 bis 2009 betrachtet und untersucht, welchen Einfluss unterschiedliche Faktoren über unterschiedlich lange Zeiträume hatten. Die vier Faktoren zur Erklärung der Kursentwicklung waren Free Cashflow, Bewertung (bzw. Multiple), Gewinnmarge und Umsatzwachstum.

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1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre
Umsatzwachstum 29 % 50 % 58 % 74 %
Gewinnmarge 13 % 20 % 20 % 15 %
Bewertung 46 % 19 % 15 % 5 %
Free Cashflow 12 % 11 % 7 % 6 %

Quelle: BCG Analysis, Morgan Stanley Research

Das Ergebnis ist, dass die Aktienentwicklung auf Sicht von einem Jahr zu 46 % durch eine veränderte Bewertung erklärt werden kann. Die kurzfristige Kursentwicklung wird also weniger stark von operativen Zahlen geprägt, sondern schwankt fast zufällig und verändert somit die Bewertung. Das Umsatzwachstum hat lediglich einen Einfluss von 29 %. Je länger man diesen Zeitraum streckt, desto stärker kehrt sich dieses Bild jedoch um. Auf lange Sicht spielen fast ausschließlich operative Zahlen des Unternehmens eine Rolle. Und von diesen Faktoren ist das Umsatzwachstum mit einem Einfluss von 74 % auf die langfristige Aktienkursentwicklung mit Abstand das Entscheidendste.

Warum das Umsatzwachstum so entscheidend ist

Für mich ist klar, dass der Aktienkurs auf lange Sicht der operativen Unternehmensentwicklung folgt. Wenn der Aktienkurs langfristig steigen soll, muss also auch das Unternehmen (bzw. seine Gewinne und Cashflows) langfristig wachsen. Je stärker, desto besser. Kurzfristig können Gewinne auch durch eine Steigerung der Margen erhöht werden. Langfristig stößt man damit jedoch schnell an seine Grenzen. Um die Gewinne nachhaltig zu steigern, muss der Umsatz wachsen.

Schwierigkeiten bei der Betrachtung des Umsatzwachstums

Wenn es so einfach ist, langfristig gute Aktien zu finden, kaufe ich einfach Aktien von den Unternehmen, die heute stark wachsen? Das offensichtliche Problem dabei ist, dass wir das Umsatzwachstum der nächsten zehn Jahre nicht kennen. Wir können es nur abschätzen anhand der aktuellen Unternehmensentwicklung, des Managements, der Optionalität des Unternehmens, des Burggrabens und so weiter. Dies bringt mich zu meinem Amazon-Beispiel zurück. Aus meiner Sicht ist Amazon in all diesen Punkten extrem stark aufgestellt, sollte daher langfristig seinen Umsatz weiterhin stark steigern können und somit auf Sicht von zehn Jahren ein gutes Investment sein.

Allerdings ist nicht jedes Unternehmen, das stark wächst, auch zwangsläufig langfristig ein gutes Investment. Früher oder später müssen sich die Umsätze auch in steigenden Gewinnen niederschlagen. Fälle, in denen das nicht zutrifft, könnten Umsatzwachstum mit sinkenden oder negativen Gewinnmargen oder Umsatzwachstum aufgrund einer zu teuren Übernahme sein. Weiterhin ist die Bewertung auch langfristig nicht ganz unbedeutend. Es kann sein, dass ein Unternehmen seinen Umsatz zwar steigert, das langfristige Wachstum jedoch unter den Erwartungen der Anleger liegt. Als Konsequenz wird die sinkende Bewertung auch langfristig den steigenden Umsatz überkompensieren. Cisco Systems macht heute zum Beispiel ein Vielfaches des Umsatzes aus dem Jahr 2000. Der Aktienkurs steht heute dennoch tiefer als im Frühjahr 2000 (Stand: 30.12.21).

Trotz dieser Schwierigkeiten finde ich die Untersuchung von Morgan Stanley sehr interessant. Sie bestätigt mich, in meinem Ansatz stark auf das (zukünftige) Umsatzwachstum der Unternehmen zu achten.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

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