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Es gibt Aktien, die Anleger reich gemacht haben. Ein Beispiel ist Intuit (WKN: 886053). Der Softwarekonzern, der hinter QuickBooks, TurboTax und Credit Karma steht, gehörte über Jahrzehnte zu den größten Erfolgsstorys der US-Technologiebörse. Wer früh investierte, konnte seinen Einsatz vervielfachen. Zeitweise entwickelte sich die Aktie zu einem echten Multi-Bagger.
Doch inzwischen hat sich das Bild drastisch verändert. Allein im laufenden Jahr hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Werts vom Hoch eingebüßt. Die Bewertung befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Steckt mehr hinter dem Ausverkauf oder übertreibt der Markt gerade gewaltig?
Der Steuerkönig Intuit gerät unter Druck – aber die Festung steht noch
Intuit verdient sein Geld mit Finanz-, Buchhaltungs- und Steuererklärungssoftware. Das Herzstück des Unternehmens ist QuickBooks, eine der führenden Buchhaltungsplattformen für kleine und mittelständische Unternehmen in den USA. Hinzu kommen TurboTax für Steuererklärungen, Credit Karma für Finanzdienstleistungen sowie Mailchimp für digitales Marketing.
Damit ist Intuit heute mehr als nur ein One-Trick-Pony. Es ist sozusagen ein One-Stop-Shop für Finanzmanagement und Unternehmenswachstum mit einem wachsenden Ökosystem und finanziellen Abhängigkeiten.
Das Geschäftsmodell besitzt dabei bemerkenswerte Qualitäten. Wer seine gesamte Buchhaltung, Lohnabrechnung, Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung über QuickBooks organisiert, wechselt nur äußerst ungern den Anbieter. Die Wechselkosten sind hoch, die Datenhistorie wertvoll und die Integration tief. Genau das schafft einen starken Burggraben.
Skepsis wächst
Trotzdem hat die Börse zuletzt die Reißleine gezogen. Ein Grund ist die Sorge, dass Künstliche Intelligenz traditionelle Softwaremodelle angreifen könnte. Steuererklärungen sind da ein leichtes Anwendungsgebiet für KI-Anwendungen.
Investoren fragen sich meiner Meinung nach zurecht, ob KI-Assistenten künftig Teile der Buchhaltung oder der Steuererstellung automatisieren und damit den Wettbewerb verschärfen könnten. Gleichzeitig sorgten Diskussionen um die Preisgestaltung von TurboTax sowie ein schwächeres Sentiment im Softwaresektor für zusätzlichen Druck.
Hinzu kommt ein klassischer Bewertungsfehler vieler Anleger. Während der Technologie-Euphorie wurde Intuit zeitweise mit extrem hohen Gewinn-Multiplikatoren von an die 100 gehandelt.
Als dann das Wachstumstempo nachließ und die Zinsen stiegen, schrumpfte die Bewertung deutlich schneller als das operative Geschäft. Dabei wächst der Konzern weiterhin zweistellig und steigert seine Gewinne wie ein Uhrwerk.
Vom Börsenliebling zum Comeback-Kandidaten?
Die Geschichte von Intuit zeigt eindrucksvoll, wie schnell selbst erstklassige Unternehmen an der Börse aus der Mode geraten können. Zwar ist der Kursverfall schmerzhaft, doch das operative Fundament ist erstaunlicherweise bislang erstaunlich stabil geblieben.
Sollte Intuit seine Marktstellung behaupten und KI erfolgreich in seine Produkte integrieren, könnte der aktuelle Abschlag rückblickend als äußerst attraktiv erscheinen. Falls jedoch neue Technologien die Burggräben schneller einreißen als erwartet, wäre der Ausverkauf erst der Anfang. Das erwartete KGV liegt derzeit bei rund 13.
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Frank besitzt Aktien von Intuit. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.