Warum du glaubst, dass steigende Zinsen Gift für die Börsen sind, aber ich mir jetzt die Filetstücke herauspicke!

Geht es dir auch so? Fast zwei Jahre lang hatten wir die schönste Börse, die man sich vorstellen kann. Bis auf wenige Ausnahmen ging es mit den Notierungen eigentlich fast geradlinig nach oben. Und jetzt das.
Seit Anfang des Jahres scheint es fast so, als ob die Märkte langsam beginnen, in schwierigeres Fahrwasser zu geraten. Vor allem die Technologiewerte hat es die letzten Wochen besonders hart getroffen.
Aber auch insgesamt spürt man eine hohe Nervosität unter den Investoren. Unter anderem verdirbt die Angst vor wieder ansteigenden Zinsen den Anlegern zunehmend die gute Laune. Denn gemeinhin gilt ja das Credo, dass steigende Zinsen Gift für die Börsen seien.
Die Illusion vom „Steigende-Zinsen-Problem“ für Aktien
Wenn die Zinsen steigen, ist dies nicht gut für Aktien. So ist meines Erachtens die vorherrschende Meinung unter den meisten Anlegern. Der Grund dafür, dass bei ansteigenden Zinsen Dividendentitel unattraktiver werden könnten, ist eigentlich relativ simpel.
Schließlich kann man dann ja sein Geld mit viel weniger Risiko für sich arbeiten lassen. Auch Anleihen könnten sicherlich an Attraktivität gewinnen. Und zwar, weil sich bei steigenden Zinsen ja gleichzeitig auch die Kuponerwartungen erhöhen.
Aber selbst wenn nun die amerikanische und europäische Notenbank in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen, würde dies sicherlich eine Geldanlage auf dem Tagesgeldkonto gegenüber einer Aktienanlage kaum verlockender machen.
Vielmehr ist es doch eher so, dass die Notenbanken nur dann die Zinsen wieder anheben, wenn sie auch ein entsprechendes Wirtschaftswachstum erwarten. Und dies dürfte dann natürlich auch für eine stabile Konjunktur und gute Unternehmensergebnisse sprechen.
Ich zerbreche mir deshalb im Moment meinen Kopf absolut nicht wegen einer drohenden Zinsgefahr. Ganz im Gegenteil.
Ich nutze die Börsenflaute, um Gelegenheiten zu finden
Man kann sich zwar nie so richtig sicher sein, aber da ich nicht mit einem heftigen Crash rechne, versuche ich die derzeitige Börsenflaute lieber dafür zu nutzen, um nach guten Titeln Ausschau zu halten. Denn gerade wenn bei den Anlegern die Angst regiert, gibt es die Aktien vieler Unternehmen eventuell wieder etwas günstiger.
Vor allem Technologieaktien haben sich die letzten Wochen stark verbilligt. Nehmen wir beispielhaft nur einmal den Streaming-Giganten Netflix (WKN: 552484). Dessen Papiere sind mittlerweile wieder 42 % unter ihrem absoluten Höchstkurs zu haben.
Mich interessiert die Netflix-Aktie schon etwas länger. Und nun könnte für mich der Moment gekommen sein, hier noch einmal etwas genauer hinzuschauen. Denn nur weil man im aktuellen Quartal mit weniger neuen Kunden rechnet, ist dies in meinen Augen kein Grund, die Aktie derart abzustrafen.
Aber ich kann bei anderen Werten, welche ich schon länger auf meiner Watchlist habe, eine ähnliche Bewegung erkennen. Und so werde ich die nächste Zeit auf jeden Fall nutzen, um mir hier die besten Filetstücke herauszusuchen.
Was wirst du tun?
Wie ist es bei dir? Willst du dich etwa von vielleicht demnächst wieder ansteigenden Zinsen von Aktienkäufen abhalten lassen? Oder hast du gar Angst vor einem handfesten Börsencrash und gehörst zu denjenigen, welche viele ihrer Titel gerade zum Verkauf stellen?
Ich hoffe natürlich, dass du zu keiner der beiden Gruppen gehörst. Denn gerade wenn es an den Märkten ein wenig ungemütlich zugeht, ist die Chance relativ groß, tolle Aktien zu niedrigen Preisen einsammeln zu können. Und diese Gelegenheit willst du doch bestimmt nicht verpassen?
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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.