Ungarn mit Veto gegen Ölembargo: Problem für den Ölmarkt?!

Ein Ölembargo gegen Russland ist im Gespräch. Die EU hat sich dabei unter anderem mit den USA zusammengetan, um im Rahmen von Gipfeltreffen über Sanktionen aufgrund des Angriffskriegs in der Ukraine zu beraten. Zunächst schien es, als sei das ein guter, zielführender Schritt.
Einigkeit herrscht allerdings nicht, was ein Ölembargo angeht. Ganz im Gegenteil: Ein EU-Staat hat jetzt sogar erklärt, dieses gemeinsame Zeichen per Veto kippen zu wollen. Blicken wir darauf, was das für den Gesamtmarkt und die jeweiligen Ölaktien bedeutet.
Ungarn mit Veto gegen Ölembargo
Wie per Adhoc-Meldungen zum Montag berichtet worden ist, plant Ungarn, ein Veto gegen das geplante Ölembargo einzulegen. Der ungarische Außenminister erklärte, dass man im EU-Rat einen solchen Schritt gehen würde. Seine Begründung sei, dass die eigene Bevölkerung nicht für den Krieg in der Ukraine bezahlen dürfen. Gemeint sind damit steigende Preise aufgrund von Abhängigkeiten und das Beziehen fossiler Brennstoffe aus Russland.
Ein Veto von ungarischer Seite kann für das geplante Embargo weitreichende Folgen haben. Wie es in der politischen Kommentierung weiter heißt, müssten alle Länder zustimmen, um ein einheitliches Vorgehen zu erreichen. Entsprechend gibt es vor allem Unsicherheit, was die Zukunft für den Ölmarkt bringt. Beziehungsweise ob die Angebotsseite durch einen derartigen Schritt weiter verknappt wird.
Der Markt mag bekanntlich keine Unsicherheit. Auch nicht bezogen auf das eigentlich geplante Ölembargo. Deshalb reagieren die Notierungen von Brent und WTI mit Abverkäufen zum Wochenauftakt. Sowie auch die Ölaktien, die in der Folge korrigieren.
Was bedeutet das für den Markt?
Sollte sich die EU nicht auf ein Ölembargo in einem breiten Konsens einigen können, dürfte es andere Lösungen und Schritte geben. Vielleicht geht es eher in Richtung Einzellösungen. Aber das muss die Politik mit sich ausmachen. Jedenfalls wird die Nachrichtenlage jetzt etwas komplizierter.
Aber halten wir es trotzdem einfach: Selbst ohne einheitliches Ölembargo vonseiten der EU bleibt der Markt knapp und angespannt. Russisches Öl wird weiterhin gemieden. Andere Fördernationen der OPEC+ können das Volumen nicht ausgleichen. An dieser Ausgangslage ändert sich nichts, auch durch das Veto Ungarns eben nicht.
Zudem besitzen Ölaktien für mich weiterhin eine eher geringe Bewertung im Vergleich zum Anstieg der Ölpreise. Das kann noch eine Sicherheitsmarge offenbaren. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen im häufig gerade so zweistelligen Bereich sind Chancen noch immer vorhanden. Der Ölmarkt hat sich durch diese Erkenntnisse eigentlich kaum fundamental verändert.
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