L’Oréal-Aktie: Attraktiv nach dieser milliardenschweren Übernahme?!

Verschiedene Pflegeprodukte der Marke L'Oreal auf einem flauschigen weißen Teppich
Foto: Behrouz Alimardani via Pexels

Das größte Kosmetikunternehmen der Welt L’Oréal (WKN: 853888) wird noch ein bisschen größer. Der französische Konzern verkündete diese Woche, dass er die australische Luxuskosmetikmarke AÄ“sop übernehmen möchte. Wir schauen uns den Deal genauer an und beurteilen, ob die L’Oréal-Aktie nun kaufenswert ist.

Die Übernahme von AÄ“sop

AÄ“sop produziert und vertreibt hochwertige Pflegeprodukte für Haut, Haar und Körper sowie Düfte. Zusätzlich zu gängigen Vertriebswegen betreibt das Unternehmen rund 400 eigene Stores in 27 unterschiedlichen Ländern. Ich habe mir ein Geschäft in Frankfurt angeschaut und war sofort an Stores von Apple oder Nespresso erinnert. Auch die hochpreisigen Produkte stechen durch ihr Design hervor. Weiterhin sind diese komplett vegan und frei von Tierversuchen.

AÄ“sop gehörte bisher zu dem brasilianischen Konzern Natura & Co. und machte in 2022 einen Umsatz von 0,5 Mrd. US-Dollar. Bei der Übernahme, die im dritten Quartal 2023 abgeschlossen werden soll, wird das Unternehmen mit einem Enterprise Value von 2,5 Mrd. US-Dollar bewertet. L’Oréal bezahlt also rund das 5-Fache des Umsatzes. Zum Vergleich: L’Oréal selbst wird zum 6-Fachen des Umsatzes gehandelt.

Einordnung für L’Oréal

Mit dieser Transaktion setzt der Kosmetikgigant seine Historie stetiger Übernahmen fort. In den letzten drei Jahren wurden zum Beispiel die amerikanischen Hautpflegemarken Skinbetter Science und Youth to the People sowie die japanische Pflegemarke Takami übernommen.

Alle zuletzt übernommenen Marken eint, dass sie dem Premiumsegment für Hautpflege angehören und auf Schlagwörter wie dermatologisch entwickelt und natürliche Inhaltsstoffe setzen. L’Oréal stärkt somit seine beiden am stärksten wachsenden Bereiche weiter: Active Cosmetics (31 % Umsatzwachstum in 2022) und L’Oréal Luxe (19 % Umsatzwachstum in 2022).

Mit einem Umsatz von 14,6 Mrd. Euro im Jahr 2022 ist L’Oréal Luxe mittlerweile das größte Segment des Konzerns. AÄ“sop wird diesem Bereich zugeordnet werden. Durch die Übernahme wird der Umsatz initial um rund 3 % steigen. Doch auch mit Blick nach vorne soll AÄ“sop dazu beitragen, dass L’Oréal in Zukunft weiterhin stärker wächst als der Gesamtmarkt für Luxus-Pflegeprodukte (dieser wächst um 6 % pro Jahr). Insbesondere in China und im Travel Retail, also in Geschäften an Flughäfen, sieht das Management von L’Oréal Luxe noch viel Wachstumspotenzial für AÄ“sop.

Ist die L’Oréal-Aktie nun ein Kauf?

Mir gefällt die geplante Übernahme von AÄ“sop, da L’Oréal so seine starken Segmente weiter ausbaut. Der Konzern hat bewiesen, dass er unterschiedlichste Marken weiterentwickeln und Synergieeffekte heben kann. Ich bin daher zuversichtlich, dass dies auch bei AÄ“sop funktionieren wird.

Mit einem operativen Netto-Cashflow von 5 Mrd. Euro im letzten Jahr und einer Nettoverschuldung von 3 Mrd. Euro zu Ende 2022 kann sich L’Oréal die Übernahme locker leisten. Der Preis scheint mir fair. Ich kann mir vorstellen, dass L’Oréal hier davon profitiert, dass der Verkäufer (Natura & Co.) relativ hoch verschuldet ist und sich durch den Verkauf eines großen Teils seiner Schulden entledigen kann.

Alles in allem sehe ich L’Oréal mit seinem immer größer werdenden Spektrum an starken Marken weiterhin gut positioniert, um von einer stetig steigenden Nachfrage nach Kosmetika und Pflegeprodukten zu profitieren. Diese sollte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaum abnehmen. Die Bewertung der Aktie scheint mir derzeit jedoch zu hoch. Nachdem der Aktienkurs seit Jahresbeginn um 25 % gestiegen ist, beträgt das KGV 37 (Stand: 05.04.23). Die Aktie notierte in den letzten Jahren des Öfteren zu einem KGV unter 30. Sollte das einmal wieder der Fall sein, werde ich meine Position an diesem Qualitätsunternehmen wahrscheinlich aufstocken.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Apple und L'Oréal. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Apple.



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