FOMO und JOMO: Die Psychologie hinter dem Börsenfieber und wie man sie für sich nutzen kann!

Ein alter Mann tanzt vergnügt zu Musik au seinen Kopfhörern
Foto: Andrea Piacquadio via Pexels

FOMO und JOMO – zwei wichtige Phänomene an der Börse. Die Börse ist ein ständiges Auf und Ab. Trends, Spekulationen und natürlich Emotionen prägen die Aktienkurse. Vielleicht sogar mehr, als fundamentale Fakten, die Richtung vorgeben sollten.

Der Aktienmarkt übt dabei eine gewisse Anziehungskraft auf Menschen aus, die auf der Suche nach einer besseren Rendite sind. Die Psychologie als wichtige Komponente beim Investieren sorgt aber manchmal für Probleme – insbesondere die beiden gegensätzlichen Konzepte FOMO (Fear of Missing Out) und JOMO (Joy of Missing Out). Doch dazu nachfolgend mehr.

Die ewige Angst, etwas zu verpassen

FOMO, die Angst, etwas zu verpassen, kennt wohl jeder. Auch in der Welt der Aktieninvestments hat sie ihren festen Platz. Der Gedanke, dass andere von lukrativen Geschäften profitieren, während man selbst an der Seitenlinie steht und nichts davon abbekommt, kann starke Emotionen auslösen – und natürlich auch zu Fehlentscheidungen führen. Schließlich kauft man eine Aktie nur, weil sie steigt.

Das ständige Beobachten von Aktienkursen, das Lesen von Finanznachrichten und das Verfolgen von Anlagetrends sind hier charakteristische Merkmale. Psychologen argumentieren, dass diese Angst tiefer verwurzelt sein könnte als nur der Wunsch nach finanzieller Rendite. Es geht um sozialen Druck und das Bedürfnis, in der Gemeinschaft erfolgreich zu sein.

JOMO: Das Vergnügen, nicht dabei zu sein

Auf der anderen Seite steht JOMO, eine Abkürzung von “Joy of Missing Out”. Bezogen auf den Aktienmarkt bedeutet dies, dass Anleger bewusst den Entscheidungen anderer Anleger nicht folgen und stattdessen ihre eigene finanzielle Unabhängigkeit und Gelassenheit in den Vordergrund stellen. 

Die Psychologie hinter JOMO ist oft von einem rationalen Ansatz geprägt, bei dem der Anleger auf fundierte Analysen setzt und sich nicht von kurzfristigen Trends beeinflussen lässt. JOMO-Anleger bevorzugen eine langfristige Perspektive und sind weniger anfällig für Panikreaktionen bei Marktschwankungen. Aber es gibt auch hier Nachteile, die sich mit der mangelnden Anpassung der Portfolios beschreiben lassen.

Anleger sind eine Mischung aus beiden

Das Spannende an der Börsenpsychologie ist nun, dass viele Anleger zwischen FOMO und JOMO schwanken. Sie bevorzugen also unbewusst – je nach Marktlage und Situation – mal die eine, mal die andere Richtung.

Ein Beispiel: In Phasen positiver Marktentwicklung können die Gewinne anderer Anleger die FOMO-Emotionen verstärken. Umgekehrt können Verluste und Marktvolatilität zu einem Umschwung in Richtung JOMO führen, wenn Anleger bewusst einen Schritt zurücktreten, um ihre Strategie zu überdenken.

Finanzmedien lenken den Blick oft in eine andere Richtung

Die Medien spielen dabei eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung dieser psychologischen Dynamik. Schlagzeilen über steigende Aktienkurse und Gewinnmeldungen können den FOMO-Effekt verstärken, während negative Berichte und Marktunsicherheiten zu JOMO-Effekten führen können. 

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu erkennen, dass die psychologischen Aspekte des Aktienhandels nie ausschließlich rational sind. Impulsive Handelsaktivitäten können zu Fehlinvestitionen führen. Eine nachlassende Investitionstätigkeit verschlechtert die Renditeaussichten.

Verstehen ist der erste Schritt zur Besserung

Um im dynamischen Börsenumfeld erfolgreich zu bestehen, ist es entscheidend, die eigene Psychologie zu verstehen und vor allem zu kontrollieren. Das Festhalten an langfristigen Anlagezielen und das Vermeiden von impulsiven Entscheidungen können letztlich helfen, die negativen Auswirkungen von FOMO zu minimieren und die Vorteile von JOMO zu nutzen.

Fazit zu FOMO und JOMO

Insgesamt zeigt die Psychologie hinter Aktienkäufen und -verkäufen, dass die Art und Weise, wie Anleger Entscheidungen treffen, häufig von Emotionen und sozialen Einflüssen geprägt ist. Die bewusste Auseinandersetzung mit FOMO und JOMO, ihr Verständnis und letztlich ihre Akzeptanz können aber dazu beitragen, eine ausgewogene und nachhaltige Anlagestrategie zu entwickeln, um so die Herausforderungen des dynamischen Finanzumfelds zu meistern.

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