Novo Nordisk: Ende der Perfektion

Aber sonst gesund: Zahlreiche Pillen und Pharmaprodukte in einem Medikamentendosierer
Foto: Anna Shvets via Pexels

Bei Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) lief das meiste zuletzt Perfekt. Es gab Wachstum, jede Menge Euphorie rund um die innovativen Produkte des Unternehmens. Das führte dazu, dass der Aktienkurs bis auf 138 Euro gestiegen ist. In meinem eigenen Portfolio habe ich zumindest temporär ein Plus von fast 600 % gehabt.

Das ist die eine Seite bei der Aktie von Novo Nordisk. Die andere Seite war für mich stets, dass die Aktie für Perfektion bepreist gewesen ist. Möglicherweise endet nun diese perfekte Serie und Unsicherheit mischt sich ein. Zumindest hat es zuletzt auch einige Neuigkeiten gegeben, die ein wenig Skepsis in die rosarote Wolkenwelt der Growth-Story gebracht haben.

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Novo Nordisk: Erste Zweifel?

Die erste Sorge ist, dass sich nach dem US-amerikanischen Präsidentschaftsrennen etwas Druck auf den führenden Diabetesversorger aufbauen könnte. Zumindest hat der amtierende Präsident Joe Biden gefordert, die Produkte von Novo Nordisk und auch Eli Lilly sollten günstiger werden. Eine These, die nicht neu ist. Auch Hillary Clinton hat in ihrem Wahlkampf damals gefordert, dass solche Produkte, die viele Menschen betreffen, erschwinglicher sein müssten.

Damit reißen die durchwachsenen News aber nicht ab. Bei Novo Nordisk hat es außerdem eine mögliche Nebenwirkung bei dem Abnehm- und Diabetes-Präparat Wegovy gegeben. Forscher an einem Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School haben im Rahmen einer Studie entdeckt, dass es einen Zusammenhang mit plötzlichem Sehverlust geben würde.

So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass bei der Einnahme von Wegovy zur Behandlung von Diabetes ein viermal höheres Risiko bestand, einen Sehverlust zu erleiden. Wenn Patienten des Präparat hingegen zur Gewichtsreduktion verwendet haben, so lag der Faktor sogar bei 7. Das ist nicht unwesentlich und könnte ein Risiko bedeuten.

Nicht unerwähnt lassen sollten wir in dem Zusammenhang, dass es auch positive Neuigkeiten gibt. Das Management von Novo Nordisk spricht immer noch von einer Nachfrage, die die Produktion nicht erfüllen kann. Deshalb hat das Management auch weitere 4,1 Mrd. Dänische Kronen in den Ausbau der Kapazitäten in den USA investiert. Trotzdem: Die Perfektion ist leicht getrübt.

Auch eine Frage der Bewertung

Die Sorgen mögen kurzfristig sein. Möglicherweise müssen sich die Daten erst bestätigen. Nach einem US-Präsidentschaftskampf müsste ein neu gewählter Joe Biden es mit der Lobby der Pharmazie aufnehmen. Nix ist hier in Stein gemeißelt. Zumal auch das Gesundheitsrisiko bei den meisten Anwendern eher gering bleiben dürfte.

Der springende Punkt ist jedoch: Die Aktie von Novo Nordisk ist bei einem Aktienkurs von 966 Dänischer Kronen gemessen am 2023er Gewinn je Aktie in Höhe von 18,67 Dänischer Kronen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 51 bewertet. Der Wert könnte sich im Jahre 2024 auf 41 reduzieren und möglicherweise in 2025 auf 33. Das bedeutet aber: Es ist weiterhin Perfektion in die Aktie von Novo Nordisk eingepreist.

Eine leichte Trübung dessen könnte zu einer Korrektur führen. Die langfristigen Aussichten bleiben auch für mich zumindest solide. Novo Nordisk besitzt mit dem Diabetes-Markt einen beständigen, leichten Growth-Markt. Allerdings können kurzfristige Sorgen oder verfehlte Wachstumsziele aufgrund der Bewertung zu einer heftigen Volatilität führen.

Ich selbst bin, wie gesagt, in die Aktie von Novo Nordisk investiert. Es liegt mir fern, dir zu sagen, das nicht zu tun wenn du vom Gesamtpaket überzeugt bist. Vielleicht solltest du dich nur auf etwas Volatilität einstellen. Insbesondere, wenn die Perfektion doch leicht ins Wanken gerät.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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