VAT Group nach Zahlen: Langfristige Chance bei der Schweizer Hightech-Aktie?
Das Schweizer Hightech-Unternehmen VAT Group (WKN: A2AGGY) gibt im ersten Halbjahr 2025 angesichts der globalen Unsicherheiten ein gemischtes Bild ab. Erfreulich ist, dass der Nettoumsatz unserer Aktienkompass-Empfehlung um 24 % auf 558 Mio. Schweizer Franken (CHF) stieg. Besonders hervorzuheben ist der wichtige Bereich Semiconductors, dessen Umsatz sogar um 35 % zulegte. Und der freie Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 51 Mio. CHF.
Dass sich das EBITDA allerdings nur unterproportional um 22 % auf 165 Mio. CHF gesteigert werden konnte, ist nicht optimal. Skalierung sieht anders aus. Beim Nettogewinn liegt das Plus sogar nur bei 12 % auf 106 Mio. CHF. Schuld daran sind erhöhte sonstige Betriebskosten und Verluste aus Bewertungsanpassungen im Finanzbereich. Außerdem drückten Währungseffekte, leicht erhöhte Steuersätze und der Abverkauf aus dem Lager die Margen.
Das sind alles keine strukturellen Schwächen, sodass wir nicht zu viel hineininterpretieren wollen. Aber künftig wollen wir die Margen wieder steigen sehen.
Dafür sollte möglichst der Umsatz weiter steigen. Der schwächelnde Auftragseingang mit einem Book-to-Bill-Verhältnis von 0,9 spricht allerdings eher dafür, dass er kurzfristig stagnieren wird. Der Auftragsbestand sank um 15 % auf 294 Mio. CHF und der Q3-Umsatz wird auf 255 bis 285 Mio. CHF prognostiziert, was etwa auf dem Niveau der Vorquartale liegt.
Der tiefere Einblick in die VAT Group-Zahlen
Es gibt aber auch positive Signale. Im zweiten Quartal zeigte sich eine sequenzielle Erholung: Der Auftragseingang stieg um 3 % gegenüber Q1, getragen von Investitionen großer Fabs und Hyperscaler, sowie einer robusten Nachfrage aus China. Bei Schweizer Unternehmen muss man auch immer die Frankenstärke mitberücksichtigen. Denn wechselkursbereinigt lag das Plus bei ordentlichen 10 %.
Unter den einzelnen Segmenten überzeugte Global Service mit einem Auftragsplus von 23 % gegenüber dem Vorquartal, während Advanced Industrials schwächelte. Im Halbleiterbereich erhofft sich das Management weiterhin eine starke Nachfragebelebung, da die Anzeichen für eine breite Investitionswelle in Richtung 2-nm- und GAA-Chips immer deutlicher werden. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt daher unverändert optimistisch, wenn auch wenig konkret.
Es wird immer mal wieder Quartale geben, in denen VAT langsamer vorankommt. Aber dank seiner hohen Margen und Cashflows verfügt das Management über jede Menge Optionalität, um neue Wachstumspotenziale zu ergreifen. Im Mai hatte die VAT Group auf ihrem Kapitalmarkttag wunderbar aufgezeigt, wie das Wachstum durch Innovationen und eine Steigerung der Wertschöpfungstiefe in den nächsten Jahren angetrieben werden soll:
Einblicke vom Kapitalmarkttag im Mai
Die Haupt-Message lautete weiterhin, dass der Markt für Wafer-Fab-Ausrüstung etwa doppelt so schnell wächst wie die Weltwirtschaft, während die primär adressierten Teilsegmente mit besonders hohen Anforderungen doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt wachsen. VAT macht technologische Durchbrüche möglich und verbessert Fertigungsprozesse. Der Anteil an der Wertschöpfung steigt deshalb. All das ist nichts Neues für uns, aber es ist schön, bestätigt zu bekommen, dass die Story im Kerngeschäft der Vakuumventile für die Halbleiterbranche noch stimmt.
Aber was ist mit den anderen Wachstumsdimensionen?
- Die Entwicklung integrierter Tools erfordert mehr und fortschrittlichere komplementäre VAT-Komponenten, etwa zur Bewegungssteuerung. VAT verfolgt hier weiterhin eine Modulstrategie. Treiber ist der Übergang vom herkömmlichen FinFET-Prozess zu Gate-All-Around (GAA), der derzeit 3-Nanometer-Transistoren ermöglicht. Künftig will die Industrie mithilfe der VAT-Technologie sogar mit 2 Nanometer arbeiten.
- Gleichzeitig will man in den kommenden vier Jahren durch die Erweiterung des Produktportfolios neue Anwendungsfälle erschließen und in anderen Hightech-Industrien Marktanteile erobern.
- Angesichts des hohen erwarteten Wachstums im Halbleiterbereich, wird der Anteil anderer Branchen (z. B. Solar, Wissenschaft) bescheiden bleiben (ca. 15 %), zumal aussichtsreiche Märkte wie die OLED-Fertigung ebenfalls unter Halbleiter fallen.
- Ab 2030 will VAT zusätzlich durch neue Subsysteme wachsen.
- Der Service-Umsatz soll stabil 20 % beitragen, also bestenfalls etwas stärker als das Gesamtunternehmen wachsen. Nachhaltigkeitsgetriebene Upgrades sind hier ein zusätzlicher Faktor.
Interessante Chance bei der VAT Group-Aktie
Auf dieser Basis will VAT bis 2029 mit einer Rate von 13 bis 16 % p.a. wachsen, dabei eine EBITDA-Marge von 30 bis 37 % erzielen und davon 60 bis 70 % in freien Cashflow konvertieren. Dieser soll dann auch zum großen Teil an die Aktionäre ausgeschüttet werden, da man für 2026 mit einer positiven Nettoliquidität rechnet.
VAT ist der dominante Marktführer, der seine globale Präsenz und flexiblen Fertigungskapazitäten mit konsequenter Kundenorientierung verbindet und somit kontinuierlich Marktanteile gewinnt. Konkret lässt sich das auch an den sogenannten Spec Wins ablesen, die 2024 um 12 % auf 132 gestiegen sind. Das sind alles Programme, die zukünftig auf Jahre hinaus wachsende Umsätze garantieren. Mit Investitionen in Malaysia und Rumänien ist das Unternehmen bestens für eine Marktbelebung vorbereitet.
10.000 % Rendite & mehr: Das Geheimnis von Amazon & Netflix geknackt!
Aktien wie Amazon, Netflix oder Monster Beverage haben in den letzten Jahrzehnten enorme Renditen gebracht. Mit dem richtigen Einstiegszeitpunkt waren sogar über 77.000 % Rendite möglich.
Dabei folgen solche Unternehmen klaren Mustern. In unserem kostenlosen Sonderbericht decken wir die Geheimnisse der besten Aktien auf – leicht verständlich und auf den Punkt gebracht.
Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der VAT Group.
