21 % EBIT-Wachstum und KI-Übernahme: Die Salesforce-Aktie wird dramatisch unterschätzt

Salesforce (WKN: A0B87V) ist einer der weltweit führenden Anbieter von Cloud-Software für Kundenmanagement und Unternehmensprozesse. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Salesforce-Aktie interessant, weil das Unternehmen über eine enorme Kundenbasis verfügt, hohe wiederkehrende Umsätze erzielt und sich zunehmend als wichtiger Profiteur des KI-Booms positioniert.
Der Salesforce-Aktienkurs reagierte nach den frischen Zahlen zum ersten Quartal 2027 zwar weitgehend unbeeindruckt, operativ lieferte Salesforce allerdings ein sehr starkes Quartal ab.
Salesforce-Aktie: Warum das letzte Quartal ein Erfolgreiches war
CEO Marc Benioff sprach von einem ausgezeichneten Quartal mit Rekordumsatz, Rekord-Deals und einem Rekord-Cashflow. Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz nimmt die Dynamik weiter deutlich zu.
Agentforce hat inzwischen mehr als 1 Mrd. US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR) erreicht. Der kombinierte KI- und Data-ARR liegt mittlerweile bereits bei 3,4 Mrd. US-Dollar. Das zeigt, dass Salesforce seine KI-Produkte immer stärker in die bestehende Plattform integriert und die Nachfrage der Kunden deutlich anzieht.
Auch die Entwicklung des Auftragsbestands fiel sehr positiv aus. Das kurzfristige Auftragsbuch (cRPO) stieg im Jahresvergleich um 14 % auf 33,6 Mrd. US-Dollar. Das langfristige Auftragsbuch (RPO) legte um 11 % auf 67,9 Mrd. US-Dollar zu.
Damit wird klar: Die Nachfrage nach Salesforce-Lösungen bleibt hoch und das Unternehmen verfügt weiterhin über eine starke Basis für zukünftiges Umsatzwachstum. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 11 % auf 11,1 Mrd. US-Dollar. Darin enthalten waren auch 444 Mio. US-Dollar aus der Informatica-Übernahme.
Die Profitabilität entwickelt sich noch stärker als der Umsatz
Besonders stark entwickelte sich die Profitabilität. Das EBIT legte um 20,85 % auf 2,3 Mrd. US-Dollar zu. Die operative Marge verbesserte sich dabei von 19,7 % im Vorjahr auf 21,1 %.
Noch deutlicher fiel der Gewinnanstieg je Salesforce-Aktie aus. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 52 % auf 2,42 US-Dollar.
Auch beim freien Cashflow bleibt Salesforce sehr stark aufgestellt. Dieser erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf 6,6 Mrd. US-Dollar. Gerade diese hohe Cashflow-Generierung ist ein großer Vorteil des Geschäftsmodells und gibt dem Unternehmen viel finanziellen Spielraum für Investitionen, Aktienrückkäufe und Übernahmen.
Der Ausblick für die Zukunft
Für das zweite Quartal 2027 erwartet Salesforce einen Umsatz zwischen 11,27 und 11,35 Mrd. US-Dollar. Das würde einem Wachstum von rund 10 % entsprechen. Beim verwässerten Gewinn je Salesforce-Aktie rechnet das Management mit 1,74 bis 1,76 US-Dollar.
Auch die Prognose für das Gesamtjahr 2027 ist solide. Salesforce erwartet einen Umsatz zwischen 45,9 und 46,2 Mrd. US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von etwa 11 %. Der verwässerte Gewinn je Salesforce-Aktie soll im Gesamtjahr zwischen 7,93 und 7,99 US-Dollar liegen.
Spannend bleibt der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte. Das Management rechnet dort mit einer weiteren Beschleunigung des organischen Wachstums. Gleichzeitig gewinnt das KI-Geschäft immer mehr an Bedeutung.
Aus unserer Sicht zeigen die aktuellen Zahlen sehr deutlich, dass Salesforce weiterhin hervorragend positioniert ist.
Das Unternehmen verstärkt sich mit einer Übernahme
Kürzlich hat Salesforce die Übernahme von Fin bekannt gegeben. Das Unternehmen war früher unter dem Namen Intercom bekannt und gehört zu den führenden Anbietern von KI-gestützten Kundenservice-Lösungen. Der Kaufpreis liegt bei rund 3,6 Mrd. US-Dollar.
Im Mittelpunkt der Übernahme steht Fins KI-Agent. Diese Software kann Kundenanfragen eigenständig bearbeiten und lösen. Dabei spielt es keine Rolle, über welchen Kanal die Anfrage eingeht. Die Technologie funktioniert über Live-Chat, E-Mail, WhatsApp, SMS, Telefon oder Slack. Ziel ist es, Kundenanliegen möglichst ohne menschliches Eingreifen vollständig zu bearbeiten.
Die technische Grundlage dafür bildet das hauseigene KI-Modell Apex. Dieses wurde speziell für den Kundenservice entwickelt. Laut Fin erreicht die Technologie bei der Lösung von Kundenanfragen bessere Ergebnisse als viele der derzeit verfügbaren allgemeinen KI-Modelle.
Warum der Deal gut für die Salesforce-Aktie ist
Für Salesforce passt die Übernahme perfekt zur eigenen Strategie. Das Unternehmen verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, sogenannte KI-Agenten zu einem festen Bestandteil von Unternehmenssoftware zu machen. Statt Mitarbeiter lediglich zu unterstützen, sollen diese Systeme künftig ganze Aufgaben eigenständig erledigen können.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Plattform Agentforce. Dieses Geschäft wächst derzeit sehr dynamisch. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erreichte Agentforce einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 1,2 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 205 % gegenüber dem Vorjahr.
Genau hier ergänzt Fin das bestehende Angebot. Während Agentforce vor allem auf große Unternehmen und individuell angepasste Lösungen ausgerichtet ist, bringt Fin standardisierte Produkte mit, die sich deutlich schneller implementieren lassen. Besonders kleinere und mittelgroße Unternehmen können dadurch KI-Lösungen schneller einführen und produktiv nutzen.
Und weiter?
Operativ könnte das für Salesforce wichtiger sein, als es auf den ersten Blick erscheint. Die größte Herausforderung vieler Unternehmen besteht heute nicht darin, KI zu kaufen. Viel schwieriger ist es, die Technologie schnell und erfolgreich in bestehende Abläufe zu integrieren. Fin hat sich genau auf dieses Problem spezialisiert.
Hinzu kommt ein weiterer interessanter Aspekt. Fin bringt mehr als 30.000 Unternehmenskunden mit. Gleichzeitig erhält Salesforce Zugang zu einem erfahrenen KI-Entwicklungsteam, das sich über viele Jahre auf die Automatisierung von Kundenservice-Prozessen konzentriert hat.
Besonders spannend sind die bisherigen Ergebnisse der Technologie. Nach Angaben des Unternehmens konnten die KI-Agenten in einigen Anwendungsfällen durchschnittlich 76 % aller Supportanfragen vollständig und ohne menschliche Hilfe lösen. Das zeigt, wie weit die Technologie inzwischen fortgeschritten ist und welches Einsparpotenzial für Unternehmen entsteht.
Mit Blick auf die kommenden drei bis fünf Jahre dürfte diese Übernahme vor allem strategische Bedeutung haben. Der Markt für KI-Agenten befindet sich noch in einer frühen Phase. Viele Unternehmen experimentieren aktuell mit ersten Anwendungen. Salesforce positioniert sich nun frühzeitig als Anbieter einer vollständigen Plattform, die von einfachen Support-Agenten bis hin zu komplexen Unternehmenslösungen reicht.
Der Ausblick und unser Fazit zur Salesforce-Aktie
Bemerkenswert ist außerdem, dass Salesforce trotz der Übernahme keine Anpassung seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2027 vorgenommen hat. Auch das laufende Kapitalrückführungsprogramm für Investoren der Salesforce-Aktie bleibt unverändert bestehen. Das deutet darauf hin, dass das Management die Finanzierung der Transaktion als gut umsetzbar einschätzt.
Unterm Strich stärkt Salesforce mit dem Kauf von Fin seine Position im schnell wachsenden Markt für KI-Agenten deutlich. Das Unternehmen erweitert sein Produktangebot, gewinnt neue Kunden hinzu und beschleunigt die Umsetzung seiner langfristigen KI-Strategie.
Für uns ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Salesforce die richtigen Schritte unternimmt, um auch in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Profiteuren der KI-Transformation zu gehören. Deshalb halten wir an unserer positiven Einschätzung der Salesforce-Aktie fest.
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