Die Sprout Social-Aktie bleibt auf Kurs – wir wittern eine Unterbewertung

Eine Person hält ein iPhone mit Logos sozialer Medien
Foto: Tracy Le Blanc via Pexels

Nachdem die Börse bereits bei den vergangenen Quartalsberichten unzufrieden war, zeigte sie sich bei der Sprout Social-Aktie (WKN: A2PWF7) auch dieses Mal skeptisch. Im Vorfeld der Zahlen tendierte der Kurs nach unten. In einer ersten Reaktion sah es nach einer positiven Überraschung aus, als der Kurs auf 19 US-Dollar hochschoss. Einige Stunden später tauchte er hingegen in Richtung 15 ab. Was war da los?

Was ist los bei der Sprout Social-Aktie?

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Zahlen des Anbieters von Social-Media-Tools im Einklang mit den Vorquartalen stehen. Das Umsatzwachstum sank um einen weiteren Prozentpunkt auf 12 %, die normalisierte Bruttomarge blieb bei 79 % und die Zahl der Großkunden (jährlich wiederkehrende Umsätze >50.000 US-Dollar) stieg erneut schön von 1.545 auf jetzt 1.826.

Die bereinigten Margen sehen im Vorjahresvergleich weiterhin deutlich verbessert aus: von 3 auf 5 % beim freien Cashflow und von 5 auf 9 % operativ. Letztere lag allerdings im Q1 bei 11,5 %.

Konkretisiert wurde die Prognose: Während sie beim Umsatz leicht auf rund 454 Mio. US-Dollar angehoben wurde, erfolgte beim bereinigten Gewinn je Sprout Social-Aktie lediglich eine Verengung der Spanne auf 0,71 bis 0,75 US-Dollar.

Die NewsWhip-Übernahme ist abgeschlossen

Ein Faktor dabei ist die Ende Juli abgeschlossene Übernahme von NewsWhip, einem Spezialisten für die Öffentlichkeitsarbeit und das intelligente Monitoring der Berichterstattung, über das Marken und ihr Image geschützt werden. Vorkommnisse werden umgehend identifiziert und relevante interne Teams informiert. Zudem berichtet die Software über Verbrauchertrends, die sich aus der Analyse von Social Media ergeben.

Das Management glaubt, dass damit die Treue der bestehenden Kunden gesteigert werden kann und sieht gute Cross-Selling-Potenziale. NewsWhip geht in den Geschäftsbereich Listening ein, der nun von NewsWhip-CEO Paul Quigley geleitet wird. Den Übernahmepreis für NewsWhip in Höhe von 55 Mio. US-Dollar konnte das Unternehmen aus der Kasse finanzieren, die zum 30. Juni mit 101,5 Mio. US-Dollar gefüllt war.

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Da NewsWhip in den verbleibenden Monaten des Jahres mindestens 5 Mio. US-Dollar zum Umsatz beitragen wird, ist die Prognoseanpassung eher dürftig. Die Frage, die sich offenbar alle stellen, ist, ob die Umsatzbeschleunigung samt deutlich steigender Margen tatsächlich so kommt, wie vom Management angekündigt.

Wir bleiben Fans der Sprout Social-Aktie

Wir denken, dass Sprout weiterhin auf einem guten Weg dahin ist. Die Plattform wird immer stärker und die Zahl der Unternehmen, die ihren Wert erkennen, steigt. Gut gefällt uns auch die kürzlich verkündete Integration mit Salesforce. Dadurch wird eine 360-Grad-Sicht auf Daten rund um Social Media und Kundenbeziehungen möglich.

All das braucht Zeit, um sich zu entfalten, aber die unterliegenden Trends stimmen. Auch die Zunahme der Leistungsverpflichtungen – welche dem vertraglich gesicherten Auftragsbestand entsprechen – um 18 %, spricht für eine Vertiefung der Kundenbeziehungen.

Das zweite und dritte Quartal waren bei Sprout auch in den Vorjahren schwächer. Entscheidend wird daher sein, wie die Dynamik rund um den Jahreswechsel aussieht. Trotz der berichteten Verluste (Betriebsverlust von 12,3 Mio. US-Dollar) generiert Sprout dank der aktienbasierten Vergütungen positive operative Cashflows.

Die Bewertung wirkt günstig

Die Marktkapitalisierung von 880 Mio. US-Dollar erscheint uns sehr günstig, da Sprout Social in seiner Softwarekategorie führend ist, mit zweistelligen Raten wächst und kontinuierlich seine Margen steigert. Bei einem erwarteten Umsatz über die kommenden vier Quartale in Höhe von rund einer halben Milliarde US-Dollar taucht das KUV derzeit deutlich unter den Wert von 2 ab.

Sobald die höheren Wachstumsraten zurückkommen und die berichteten Margen positiv werden, dürfte der Kurs abheben. Ob und wann es so kommt, ist schwer abzuschätzen, aber wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Geduld bei der Sprout Social-Aktie noch auszahlen wird.

Die größte Chance für die Sprout Social-Aktie ist, dass die effiziente Nutzung von Social Media für viele Unternehmen noch ganz am Anfang steht. Schon jetzt liegt der adressierbare Markt bei 120 Mrd. US-Dollar. Durch die kontinuierliche Ausweitung des Leistungsspektrums der integrierten Plattform und die weitere Internationalisierung eröffnen sich enorme Potenziale. Sprout ist dabei, den Standard zu setzen und könnte über die Skalierung hochprofitabel werden.

Größtes Risiko: Sprout Social bewegt sich in einem sehr dynamischen Marktumfeld und muss sich immer wieder an neue Bedingungen anpassen. Der verstärkte Fokus auf Unternehmenskunden könnte die Verkaufszyklen verlängern.

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