Fiverr-Aktie: Der Markt ist enttäuscht – zu Unrecht?

Eine Frau sitzt auf der Couch an ihrem Laptop und arbeitet
Foto: Ivan Samkov via Pexels

Die Reaktion der Anleger auf die aktuellen Quartalszahlen von Fiverr (WKN: A2PLX6), dem Online-Marktplatz für digitale Dienstleistungen, fiel deutlich negativer aus, als es die operativen Ergebnisse vermuten lassen. Allgemein ist der Chart der Fiverr-Aktie, sagen wir, kein Verkaufsargument. Dabei zeigt das Unternehmen aus unserer Sicht eine solide Entwicklung und setzt wichtige strategische Schritte um.

Fiverr-Aktie: Bedrohung oder Chance durch KI?

Das Wachstum hält an und wird vor allem durch neue Gigs in der Kategorie „KI“ vorangetrieben. Das Management bekräftigte die Jahresprognose und sieht die Plattform gut aufgestellt, um den aktuellen technologischen Wandel für sich zu nutzen. Der Markt hingegen scheint skeptisch und befürchtet, dass immer leistungsfähigere KI-Modelle viele Dienstleistungen von Freiberuflern ersetzen könnten. Fiverr setzt hier bewusst auf einen anderen Ansatz: Die Kombination aus KI-Tools und menschlichem Know-how. Die Plattform wird daher gezielt stärker auf KI-Dienstleistungen ausgerichtet. Aus unserer Sicht ist das ein logischer Schritt, um den Trend aktiv zu gestalten, statt ihm nur zu folgen.

Spannend ist in diesem Zusammenhang der neue KI-basierte Shopify Store Builder. Mit der direkten Integration von AutoDS lässt sich ein kompletter Shopify-Shop direkt über Fiverr erstellen. Solche Angebote haben das Potenzial, echten Mehrwert für Kunden zu schaffen und zu wichtigen Umsatztreibern zu werden.

Die Fiverr-Zahlen für das zweite Quartal im Überblick

Die Zahlen für Q2 2025 unterstreichen diesen Kurs: Der Umsatz stieg um 14,8 % auf 108,6 Mio. US-Dollar und lag damit nur knapp unter der oberen Prognosegrenze. Besonders dynamisch entwickelte sich der Service-Umsatz, der mit 34 Mio. US-Dollar ein Plus von 83,8 % im Jahresvergleich erreichte. Dieser Bereich macht inzwischen 31,2 % des Gesamtumsatzes aus und wird damit zu einem zentralen Wachstumsmotor. Der Marktplatzumsatz ging zwar leicht um 2 % auf 74,7 Mio. US-Dollar zurück, doch höhere Ausgaben pro Kunde – im Schnitt 318 US-Dollar, ein Plus von 9,8 % – fangen den Rückgang gut ab.

Aktienwelt360 Aktienkompass

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Benchmark

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Die Zahl der jährlich aktiven Käufer sank um 10,9 % auf 3,4 Mio., was die Strategie des Unternehmens bestärkt, stärker auf größere Projekte und höherwertige Aufträge zu setzen. Der freie Cashflow stieg um 21,1 % auf 25 Mio. US-Dollar. Operativ lag das Ergebnis bei -2 Mio. US-Dollar, das Nettoergebnis aufgrund Zinseinnahmen bei 3,2 Mio. US-Dollar. Mit Blick auf die Tilgung der Wandelanleihen im November 2025 könnten diese Zinseinnahmen allerdings sinken, es sei denn, das Management entscheidet sich für eine Refinanzierung.

Der Ausblick für die Fiverr-Aktie

Es könnte also sein, dass Fiverr im Jahresverlauf beim Nettoergebnis wieder rote Zahlen schreibt. Angesichts der Tatsache, dass das EBIT lediglich auf Grund von recht hohen aktienbasierten Vergütungen (im abgelaufenen Quartal ca. 13 % des Gesamtumsatzes) negativ ausfällt, und der freie Cashflow positiv ist, sehen wir das für den Moment nicht so kritisch.

Abgesehen vom Einfluss auf das operative Ergebnis verwässert die hohe aktienbasierte Vergütung (SBC) die bestehenden Investoren der Fiverr-Aktie. Wir würden uns wünschen, dass die SBCs in den nächsten Quartalen relativ weniger Anteil am Gesamtumsatz haben. Außerdem sollte das Management der Verwässerung seiner Aktionäre entgegenwirken.

Für Q3 2025 erwartet Fiverr einen Umsatzanstieg von 5 bis 10 % auf 105 bis 110 Mio. US-Dollar. Für das Gesamtjahr bleibt die Prognose bei einem Plus von 9 bis 12 % auf 425 bis 438 Mio. US-Dollar bestehen.

Unser Fazit: Die aktuelle Skepsis am Markt bezüglich der Fiverr-Aktie sehen wir eher als Überreaktion. Fiverr hat seine Strategie klar auf zukunftsträchtige Segmente ausgerichtet und baut sich mit dem Service-Umsatz ein zweites starkes Standbein auf. Kurzfristige Schwankungen mögen den Kurs bewegen – langfristig könnte sich hier aber ein wertvolles Fundament für weiteres Wachstum entwickeln.

Die Chancen und Risiken, wenn du in Fiverr investierst

Sobald Fiverr eine höhere Umsatzbasis erreicht und gleichzeitig die operativen Ausgaben drückt, dürfte unterm Strich ein sehr schöner Nettogewinn plus freier Cashflow stehen bleiben. Langfristig denkende Investoren, die die Fiverr-Aktie günstig einkaufen, könnten davon profitieren.

Das größte Risiko für Fiverr besteht in der möglichen Disruption durch KI. Diese kann kreative Aufgaben, die bisher an Freelancer gingen, schneller, günstiger und womöglich sogar besser lösen. Vor allem kleinere Tasks, die nicht so viel menschliche Intelligenz benötigen, können leicht durch die KI ersetzt werden. Ein solch negativer Trend lässt sich bereits in den Zahlen von Fiverr ablesen. Seit einigen Quartalen fokussiert sich Fiverr jedoch mehr auf intensivere und teurere Projekte, die nicht so leicht durch KI zu ersetzen sind. Das hat zwar weniger aktive Käufer zur Folge, aber durch den höheren Umsatz kann die Abwanderung ausgeglichen werden. Zudem investiert Fiverr in KI-Gigs (Dienstleistungen).

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