Deutsche Telekom: War’s das jetzt mit der Aktie?

Ein magentafarbenes Hinweisschild der Deutschen Telekom über Glasfaser-Bauarbeiten für schnelleres Internet
Foto: Deutsche Telekom AG

Manchmal ist das Leben an der Börse wie der WLAN-Empfang zu Hause: Mal läuft alles reibungslos, doch dann stockt es plötzlich, ohne dass jemand den Grund dafür kennt.

Die Deutsche-Telekom-Aktie (WKN: 555750) hat dieses Phänomen in den letzten Monaten eindrucksvoll demonstriert. Nach einer langen Rallye und neuen Zehnjahreshöchstständen ist die Kursdynamik im Jahr 2025 merklich ins Stocken geraten.

Ob dies ein Grund zur Panik ist oder lediglich eine wohlverdiente Pause im Chartverlauf, bleibt vorerst offen. Die Aussicht auf neue Energie ist nicht ausgeschlossen.

Gründe für den stockenden Kurs der Deutschen-Telekom-Aktie

Die Ursachen für diese Verschnaufpause liegen, wie so oft, im Detail. Die US-Tochter T-Mobile US (WKN: A1T7LU) war lange Zeit Wachstumsmaschine und Stützpfeiler des Konzerns. Doch in jüngster Zeit trübten schwächere Neukundenzahlen, ein schwächelnder Dollar und regulatorische Streitereien das Bild.

Dabei reichten schon geringfügige Verfehlungen der Analystenerwartungen aus, um den Aktienkurs rückläufig werden zu lassen. Die Rally scheint damit vorerst beendet.

Zu Recht, denn die Deutsche Telekom begründet einen Großteil ihres Börsenwerts durch die Beteiligung an T-Mobile US. Hier wirken sich Schwankungen jenseits des Atlantiks unmittelbar in Bonn aus.

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Hinzu kommt, dass politische Rahmenbedingungen in den USA T-Mobile zuletzt sogar dazu zwangen, bestimmte unternehmensinterne Programme zu beenden, um sich das Wohlwollen der Regulierungsbehörden zu sichern.

Als wäre das nicht genug, hat die japanische SoftBank (WKN: A2N9LF) nun auch noch ihr ausstehendes Aktienpaket verkauft – offenbar, um in Asien Raum für ambitionierte KI-Investitionen zu schaffen. Bei den Telekom-Anlegern hinterließ diese Aktion wenig Begeisterung und schickte den Kurs erneut auf Talfahrt. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen auf dem deutschen Heimatmarkt mit Kundenverlusten im Festnetz- und Breitbandgeschäft, was das Bild weiter eintrübt.

So schlecht sieht es gar nicht aus

Trotzdem hat die Deutsche Telekom zuletzt ihre Prognosen angehoben und solide operative Ergebnisse gemeldet. Der Markt zeigt sich jedoch launisch und scheint derzeit nur schwer zu beeindrucken. Das liegt wohl auch an den aktuellen Zollproblematiken durch die US-Regierung und deren Wirrwarr.

Die Aktie ist dabei weiterhin als günstig einzustufen. Ein KGV unter 15 und eine erwartete Dividendenrendite von über 3,5 % sind meines Erachtens attraktiv. Zusätzlich gibt es Aktienrückkäufe. Vorausgesetzt, die US-Konjunktur bricht nicht völlig ein, könnten die Chancen für ein Comeback damit gut stehen.

Fazit zur Aktie der Deutschen Telekom

Unterm Strich ist es wohl noch zu früh, um der Telekom-Aktie den Abgesang zu halten. Der Konzern bleibt ein Gigant mit einzelnen Problemzonen, dessen US-Tochter zwischen Turbo und Tempolimit pendelt. Für langfristig orientierte Anleger mit stabilen Nerven könnte es sich lohnen, durchzuhalten – allen anderen hilft vielleicht schon ein symbolischer WLAN-Reset, um den Blick wieder zu klären.

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Frank Seehawer besitzt Aktien der Deutschen Telekom. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von T-Mobile US.



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