Straumann-Aktie im Detail: Gründe für die aktuellen Kursverluste und langfristige Perspektive!

Ein Zahnarzt untersucht einen Patienten
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Mit einem Kursrückgang von gut 8 % reagierte die Straumann-Aktie (WKN: A3DHHH) auf die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2025. War der Umsatz noch ganz in Ordnung, so enttäuschten das Ergebnis sowie die schwache Entwicklung in Nordamerika der Straumann Holding AG. Zudem leidet Straumann heftig unter der Stärke der heimischen Währung.

Aber der Reihe nach. In den ersten sechs Monaten konnte der Spezialist für Zahnimplantate 1,35 Mrd. Franken umsetzen, das sind 5,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Organisch – also insbesondere währungsbereinigt – belief sich das Wachstum auf 10,2 %. Das ist kein schlechter Wert. Der Umsatz im zweiten Quartal betrug 667,5 Mio. Franken, das sind organisch 9,3 % mehr.

Gemischte regionale Ergebnisse bei Straumann

Wie schon in den letzten Quartalen zeigten sich große regionale Unterschiede. Die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) erwies sich mit einem Umsatz von 270,4 Mio. Franken (plus 8,2 % organisch) im zweiten Quartal als sehr robust. Wachstumstreiber waren Deutschland, Spanien, die Türkei und mehrere osteuropäische Länder. Produkte zur Implantologie waren besonders stark nachgefragt.

Die Region Asien-Pazifik wächst dagegen deutlich dynamischer. Von April bis Juni erzielte Straumann hier 169,3 Mio. Franken Umsatz und damit 16,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Das hohe Wachstum von 24 % im ersten Quartal konnte somit nicht gehalten werden. China bleibt hier der Wachstumsmotor, aber auch Thailand, Indien, Australien und Japan waren solide.

Die Region Lateinamerika wuchs im zweiten Quartal fast so stark wie Asien, nämlich um 16,2 % auf einen Umsatz von 57,1 Mio. Franken. Erneut war das Implantatgeschäft – insbesondere die Challenger-Marke Neodent – der wichtigste Wachstumstreiber.

Enttäuschend verlief dagegen das Nordamerika-Geschäft. Auf Frankenbasis lieferte die Region einen Umsatzrückgang um 5,9 %. Währungsbereinigt steht ein schmales Wachstum von 2,7 % in den Büchern. Wie so viele Konsumententitel leidet auch Straumann unter der Verunsicherung der amerikanischen Verbraucher. Besonders gilt dies für zahnmedizinische Behandlungen, die direkt von den Patienten bezahlt werden müssen, sowie für die Patientenfrequenz. Die Implantologie hielt die Fahne noch etwas hoch, vor allem durch eine hohe Nachfrage nach digitalen Lösungen wie dem Intraoralscanner SIRIOS. Der im Juni eingeführte MIDAS-3D-Drucker stieß insbesondere bei Zahnarztklinikketten auf großes Interesse. Der Bereich Kieferorthopädie blieb hingegen weiterhin verhalten.

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Schwache Gewinne, aber guter Ausblick

Beim Nettogewinn konnte Straumann keinen Zuwachs mehr verzeichnen. Im Gegenteil: Hier steht für das erste Halbjahr auf Frankenbasis ein Minus von 11,2 % auf 238,2 Mio. Franken oder 1,49 Franken je Straumann-Aktie. Verantwortlich dafür waren höhere Kosten für Verkaufsteams und Logistik, aber auch steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Daten und Technologie. Und natürlich spielte, wie schon erwähnt, die Schwäche wichtiger Währungen, speziell beim US-Dollar, dem chinesischen Renminbi und dem brasilianischen Real, eine Rolle beim Ergebnisrückgang.

Nach vorn raus rechnet Straumann mit weiteren Marktanteilsgewinnen. Die Prognose für das laufende Jahr bleibt unverändert bei einem organischen Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sowie einer Verbesserung der Kern-EBIT-Marge um 30 bis 60 Basispunkte gegenüber 2024 bei konstanten Wechselkursen. Das Unternehmen sieht sich also in der Lage, die US-Zölle wegzustecken; 80 % der in den USA verkauften Produkte werden auch dort gefertigt.

Allgemein gewinnt Straumann in den wachsenden Märkten, auf denen man aktiv ist, langfristig zunehmende Marktanteile. Das eröffnet grundsätzlich die Chance, beim Umsatz und Gewinn gut zu wachsen.

Im ersten Halbjahr hat Straumann das Hochleistungs-Implantatsystem iEXCEL auch in den Regionen Asien-Pazifik und EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) eingeführt und nach eigener Aussage hervorragende Rückmeldungen von Zahnärzten erhalten. Weiterhin hat Straumann zunehmend digitale Lösungen und Workflows entwickelt und dabei Straumann EXACT – ein hochpräzises System mit Scanbody, das die Genauigkeit erhöht und die Implantatversorgung deutlich verbessert – integriert.

Die Straumann-Aktie bereitet uns kein Zahn-, aber Kopfweh

Operativ erzielt Straumann also durchaus Erfolge. Auch die Umsatzentwicklung kann sich sehen lassen. Dass sich dieser positive Verlauf aber leider nicht im Ergebnis niederschlägt, hat uns ebenso enttäuscht wie den Markt. Auch das Ergebnis in Nordamerika kann nicht zufriedenstellen, hier haben wir uns mehr versprochen.

Seit einiger Zeit gelingt es Straumann nicht mehr, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die Straumann-Aktie hat auf Sicht von zwölf Monaten rund 15 % verloren und notiert so günstig wie lange nicht mehr, wenn man gängige Maßstäbe wie das Kurs-Gewinn- oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis zugrunde legt. Für deutlich steigende Kurse muss es aber Verbesserungen beim Ergebnis geben – das werden wir in den nächsten Quartalen besonders beobachten.

Das größte Risiko ist jedoch unseres Erachtens ein anderes: Endmärkte des Gesundheitswesen sind stark reguliert und der Erfolg hängt an der Ausgestaltung. Bspw.das sogenannte Volume Based Pricing (VBP) in China hat Straumann durch die senkende Wirkung auf die Verkaufspreise deutlich Umsatz gekostet. Nach der Umstellungsphase konnte Straumann, aufgrund der Umsetzungsstärke, aber auch wieder überdurchschnittlich stark davon profitieren.

Nächstes Risiko könnte sein, dass der chinesische Gesundheitsmarkt eine regionale Produktion vorschreibt. Wenn es bei der Voraussetzung einer chinesischen Produktion bleibt, könnte Straumann das einhalten, wenn aber ausschließlich Unternehmen mit chinesischen Eigentümern akzeptiert werden, hätte Straumann ein Problem und würde das mehrere hundert Millionen Schweizer Franken starke Geschäft verlieren.

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