Allianz-Aktie: Was diese 3 Kennzahlen wirklich bedeuten (nicht die Dividende!)

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena
Foto: Alexander Fox | PlaNet Fox via Pixabay

Bei der Allianz-Aktie (WKN: 840400) gibt es einige Kennzahlen, die stets eine besondere Beachtung finden. Beispielsweise die hohe Dividende, die mit aktuell über 4 % wieder durchaus attraktiv erscheint. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit einem Wert von unter 15 alles andere als teuer.

Gleichzeitig wächst die Allianz-Aktie weiter. Um 7 % bis 9 % pro Jahr soll das Ergebnis je Aktie in den kommenden Jahren wachsen. Das sind die Basics, die auch ich des Öfteren rauf und runtergebetet habe. Allerdings ist das nicht alles, wenn es um die Bewertung der Aktie und des Unternehmens geht.

Heute möchte ich daher mal den Anlass nutze, um die Allianz-Aktie aus unternehmensorientierter Perspektive ein wenig näher zu beleuchten. Sie sollen dir ein gutes Gespür für das geben, was unter der Haube der Aktie steckt. Bereit? Dann legen wir los!

Allianz-Aktie: Wusstest du, dass sie mehr als 8 Cent im operativen Geschäft verdient?!

Natürlich weißt du, dass sich hinter der Allianz ein Versicherer versteckt. Das Geschäft selbst ist ein wenig komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn es gehören auch Vermögensverwalter dazu und andere Faktoren, die die Gewinne und den Umsatz beeinflussen. Aber bleiben wir beim operativen Geschäft.

Die Basis ist, dass die Allianz Schäden gegen eine Prämie versichert. Dabei wird das Geld eines jeden Kunden metaphorisch in einen Topf geworden. Von den Prämien werden Schäden gezahlt. Was übrig bleibt, dient dem Gewinn, der Profitabilität und zugleich der Dividende. Soweit, so gut. Kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Wie gut der DAX-Versicherer in diesem Geschäftsbereich ist.

Der Blick in die jüngsten Zahlen zum zweiten Quartal zeigt nämlich, dass die Allianz eine Schaden-Kosten-Quote von 91,2 % besitzt. Das ist genau der Wert, der die Summen an Prämien und die entstandenen Versicherungsschäden misst. 91,2 % bedeuten, dass der DAX-Konzern 91,2 % seiner Versicherungsprämien für Schäden und auch eigene Kosten aufwenden musste. Die übrigen 8,8 % wandern in das Ergebnis aus dem eigentlichen Versicherungsgeschäft.

Ist der Wert gut? Darüber können wir diskutieren. In der Rückversicherung sind jedenfalls höhere Gewinnmargen möglich. Einfach, weil die Konkurrenz geringer ist und die Schäden im größeren Fall ein höheres Ausmaß haben. Ähnliches gilt auch für Spezialversicherungen. Aber mit 8,8 Cent je Euro an Prämieneinnahmen ist der DAX-Konzern gut profitabel. Aber vergiss nicht: Auch der Wert kann Schwankungen unterliegen. Denn Schäden und eine gewisse Häufung lassen sich nie wirklich planen.


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Die Solvency-II-Quote: Zeichen der Stabilität!

Sprechen wir nun über das Fundament der Allianz. Beim Blick in die Bilanz kann einem Anleger schnell schwindelig werden. Für Dritte verwaltetes Vermögen liegt bei 1,84 Billionen Euro. Bei einem Eigenkapital in Höhe von 57,2 Mrd. Euro bedeutet das natürlich ein Ungleichgewicht. Um das direkt mit dir zu teilen: Für Vermögensverwalter, Banken und Versicherungskonzerne ist das nicht unüblich. Deshalb gibt es viel wichtigere Kennzahlen, die die Stabilität messen.

Im Kreise der Versicherer und somit auch der Allianz-Aktie hat sich die sogenannte Solvency-II-Quote etabliert. Sie steht für die Anzahl der Eigenmittel, um im Worst-Case den eigenen Verpflichtungen nachkommen zu können. Wobei ein Wert von 100 % als ausreichend gilt und der Backtest das jeweils schlimmste Ereignis aus den letzten 200 Jahren betrachtet. Das sind sehr konservative Annahmen, denkst du nicht auch?

Im Umkehrschluss bedeutet ein Wert von 209 % bei der Solvency-II-Quote, dass die Allianz ihren eigenen Verpflichtungen doppelt nachkommen kann. Die zusätzlichen Liquiditätspolster darf das Management für Zukäufe oder Investitionen ausgeben. Man selbst möchte stets einen Wert von mindestens 150 % an, um auch Dividenden auszahlen zu können. Das heißt: Selbst hier sehen wir ausreichende Stabilität. Die Dividende erscheint auch im Hinblick auf die Kapitalanforderungen als sehr, sehr nachhaltig.

Allianz-Aktie: Woher kommt eigentlich das Geld?

Zu guter Letzt wollen wir uns noch fragen, wo die Allianz eigentlich ihr Geld verdient. Wir betrachten dazu das operative Ergebnis von 8,64 Mrd. Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025. Damit haben wir einen guten Überblick über mehrere Monate und die Ertragskraft des DAX-Versicherers.

Die erste Erkenntnis ist: Das Versicherungsgeschäft bleibt der Anker. Von den 8,64 Mrd. Euro entstammen rund 4,46 Mrd. Euro aus dem Schaden- und Unfall-Segment. Das heißt: Sachversicherungen und KFZ-Versicherungen. Der Bereich Leben- und Krankenversicherungen trug mit 2,83 Mrd. Euro zum Ergebnis bei. Im Asset-Management erwirtschaftete der Versicherer hingegen ein Ergebnis von 1,59 Mrd. Euro.

Was bedeutet das im Hinblick auf die Allianz-Aktie? Meine erste Erkenntnis lautet: Es gibt ein sehr starkes Geschäftsmodell, das selbst einen Großteil des Ergebnisses erwirtschaftet. Das Asset-Management rund um die gestiegenen Zinsen ist ein Milliarden-Euro-Geschäft. Aber es verbrieft eher einen kleinen Anteil am Ergebnis. Selbst sinkende Zinsen werden sich daher nicht so stark auswirken.

Insofern glaube ich: Die Allianz ist ziemlich stabil. Unser kleiner Quick-Check der drei wichtigen Kennzahlen hat das gezeigt. Jetzt können wir uns wieder der Bewertung und beispielsweise der Dividende widmen.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Allianz.



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