Diese Aktie hat vielleicht gerade einen 4X-Turnaround gestartet

Während das eine oder andere Unternehmen den Begriff „Künstliche Intelligenz“ gefühlt nur deswegen in seinen Quartalsberichten unterbringt, um auf dem aktuellen Hype mitzuschwimmen, sorgt die KI beim IT-Dienstleister EPAM Systems (WKN: A1JS9Q) für volle Auftragsbücher und weiterhin steigende Umsätze. Nach einigen schwächeren Jahren sieht es so aus, als habe EPAM den Turnaround endgültig geschafft. Die EPAM Systems-Aktie zeigt das mit einem Plus von 27 % zaghaft an – aber in Anbetracht des langjährigen Abschwungs im Kurs sehen wir das erst als den Startschuss bei diesem Nebenwert.
Rein rechnerisch wäre eine Vervierfachung des Kurses drin, wenn die EPAM Systems-Aktie wieder ihr Niveau von Ende 2021 erreichen kann. Das ist aktuell noch ferne Zukunftsmusik und reine Spekulation, aber wir freuen uns über die guten operativen Vorzeichen. Eine ähnliche Entwicklung haben wir vor ein paar Wochen bereits bei einer britischen Nebenwerte-Empfehlung mit ähnlichem Geschäftsmodell gesehen. Schauen wir nun aber ganz genau auf EPAM Systems.
Warum die EPAM Systems-Aktie zum Turnaround ansetzt
Im dritten Quartal 2025 erzielte EPAM einen Umsatz von 1,394 Mrd. US-Dollar und damit 19,4 % mehr als im Vorjahr. Zugleich war es das umsatzstärkste Quartal in der Unternehmensgeschichte.
Ein erheblicher Teil dieses Wachstums ist den Akquisitionen von First Derivative im Dezember 2024 und NEORIS im Oktober 2024 zu verdanken. Auf rein organischer Basis und bei konstanten Wechselkursen hätte das Wachstum „nur“ 7,1 % betragen; aber auch das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den Jahren 2022 und 2023. Das Wachstum in diesem Quartal wurde durch eine „anhaltende Verlagerung hin zu Qualität sowie eine beschleunigte Dynamik bei unseren Initiativen in den Bereichen KI-native Technologien, Daten, Cloud und KI-Grundlagen vorangetrieben“, wie CFO Jason Peterson im Analystencall sagte.
Die Quellen für das Wachstum
EPAM unterteilt sein Geschäft in sechs Segmente, von denen „Business Information & Media“ im Quartal am schwächsten performte und mit 168 Mio. US-Dollar Umsatz kaum mehr einnahm als ein Jahr zuvor. Das größte Segment sind weiterhin die Finanzdienstleistungen, die von den beiden genannten Übernahmen profitierten und um satte 32,7 % auf 338 Mio. US-Dollar zulegten. Auf organischer Basis betrug das Wachstum 6 %. Das Wachstum wurde von Kunden aus den Bereichen Bankwesen, Vermögensverwaltung und Versicherungen getragen.
Der Bereich Software und Hi-Tech wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 19,1 %, was auf eine starke Umsetzung und umfassende Verbesserungen bei Großkunden zurückzuführen ist. Noch stärker wuchs das Segment „Emerging“, das um 38,9 % auf 241 Mio. Euro zulegte.
Geografisch betrachtet legte EPAM überall zweistellig zu. Die größte Region Amerika, die 58 % des Umsatzes ausmachte, wuchs gegenüber dem Vorjahr um 16 % und um 3,9 % auf organischer Basis bei konstanten Wechselkursen. EMEA, die für 40 % des Umsatzes steht, stieg um 24,9 % und um 11,8 % auf organischer Basis bei konstanten Wechselkursen. Die kleine Region APAC, die 2 % des Umsatzes ausmacht, legte um 17,7 % und organisch um 14,2 % zu.
Die EPAM Systems-Aktie verzeichnet dennoch fallende Gewinne
Beim Ergebnis setzte sich dieser Lauf jedoch nicht fort, da alle Kosten kräftig anstiegen. Vor allem seien hier variable Vergütungen aufgrund des bisherigen guten Jahresverlaufs genannt. Aber auch die Neuerwerbungen haben noch nicht das Effizienzlevel von EPAM erreicht. Auf GAAP-Basis ging der operative Gewinn um 18 % auf 144,9 Mio. US-Dollar zurück. Niedrigere Zinseinnahmen, aber auch geringere Steuern führten zu einem Nettogewinn von 106,8 Mio. US-Dollar oder 1,91 US-Dollar je verwässerter EPAM Systems-Aktie. Das sind 21,7 % weniger als vor einem Jahr.
Für das vierte Quartal erwartet EPAM einen Umsatz zwischen 1,38 und 1,395 Mrd. US-Dollar. Die Einnahmen im Gesamtjahr sollen sich auf 5,43 bis 5,445 Mrd. US-Dollar belaufen. Die operative GAAP-Marge für 2025 soll bei 9,4 bis 9,7 % liegen.
Für uns sieht es so aus, als habe EPAM endlich zurück in die Spur gefunden. Das freut uns, auch wenn auf der Ertragsseite noch einiges zu tun ist. Der neue CEO Balazs Fejes, der erstmals im Call die Zahlen präsentierte, darf auf jeden Fall wiederkommen.
Wie das Unternehmen KI wirkungsvoll einsetzt
Im Call sprach er auch allgemein über KI und welche wichtige Rolle EPAM dabei spielt:
„Unsere Ergebnisse für das dritte Quartal fielen besser als erwartet aus und markieren ein weiteres Quartal mit einer breit angelegten Outperformance und einer starken Leistungserbringung. Wir profitieren weiterhin von der KI- und KI-nativen Nachfrage bzw. der These, dass Daten und moderne Cloud-Architekturen für die Einführung von KI von entscheidender Bedeutung sind, was durch unsere Beobachtungen weitgehend bestätigt wird. Unsere Kunden priorisieren den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur und wenden sich an EPAM, um ihre Investitionen und Innovationen im Bereich KI zu beschleunigen. Die einzigartige Kombination aus unserer tief verwurzelten Engineering-DNA und unserer weltweit anerkannten, erstklassigen KI-nativen Expertise unterscheidet unsere Angebote weiterhin von denen anderer Anbieter und hilft uns, unseren Anteil am Umsatz unserer bestehenden Kunden und in unseren Zielsegmenten für Neukunden weiter auszubauen.
Gleichzeitig konzentrieren wir uns mehr denn je darauf, unsere Vorteile im Bereich der Engineering-Kompetenzen auszubauen und mit neuen fortschrittlichen KI-Playbooks und Beschleunigern in die Zukunft zu investieren. Als Kunde 0 für die Einführung glauben wir, dass Innovation von innen kommt. Deshalb treiben wir parallel dazu unsere KI-Kompetenz und KI-Einführungsraten unermüdlich voran.
Betrachtet man unsere Fortschritte seit Jahresbeginn, so haben mehr als 90 % der EPAM-Mitarbeiter ihre obligatorische KI-Kompetenzschulung abgeschlossen und etwa 95 % unserer Ingenieure haben eine grundlegende KI-Ausbildung absolviert. Weiterhin profitieren unsere internen Geschäftsprozesse zunehmend von KI-gesteuerten Effizienzsteigerungen. Wie Sie an der kürzlichen Einführung von EPAM AI/RUN Transform, das Managed Services der nächsten Generation im Bereich KI umfasst, und EPAM Agentic QA sehen können, erweitern wir programmatisch neue Angebote und hoch spezialisierte Fähigkeiten, oft in Zusammenarbeit mit unseren Kunden und strategischen Partnern, um Kunden dabei zu unterstützen, sich zu KI-nativen Organisationen zu wandeln.“
Unser Fazit zur EPAM Systems-Aktie
Ja, das sind viele Buzzwords, die heutzutage nicht fehlen dürfen. Aber es zeigt unserer Meinung nach auch, dass EPAM KI wirklich lebt und wir noch viel vom Unternehmen und nachfolgend auch von der EPAM Systems-Aktie erwarten dürfen.
Langfristig handelt es sich bei Digitalisierung und AI um absolute Zukunftsthemen. Hier berät EPAM seine Kunden und profitiert somit von einem wachsenden Markt. Ein Risiko ist, dass Unternehmen in Rezessionen gerne ihre Ausgaben für IT verringern. Darunter leiden IT-Dienstleister wie EPAM.
Entscheidendes Event: EPAM wurde Anfang Januar auf Glassdoor, Built In und kununu als ein weltweiter “Best Place to Work” ausgewählt. Das ist insofern bedeutend, als der Kampf um talentierte Mitarbeiter industrieweit hart geführt wird.
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