Diageo-Aktie: Kann dieser Schritt endlich den Turnaround bringen?
Nach den letzten Quartalszahlen waren wir noch vorsichtig optimistisch, aber das war wohl nur ein Strohfeuer, denn die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 25/26 (30. Juni) haben die Investoren des britischen Spirituosenherstellers Diageo (WKN: 851247) wieder enttäuscht. Die Diageo-Aktie, hinter der die Marken Johnnie Walker, Smirnoff, Captain Morgan, Guinness und Baileys stehen, reagierte dann auch mit einem Rückgang um 6,5 %.
Darum fiel die Diageo-Aktie schon wieder
Der organische Nettoumsatz blieb im Quartal praktisch unverändert. Diageo berichtete über einen um 2,9 % höheren Absatz, der aber durch niedrigere Preise von 2,8 % eliminiert wurde. Der Preisrückgang ist in einer Linie auf den asiatisch-pazifischen Raum aufgrund der schwächeren Ergebnisse in China bei chinesischen Weißbränden zurückzuführen. Der ausgewiesene Nettoumsatz für das erste Quartal ging um 2,2 % auf 4,9 Mrd. US-Dollar zurück; das liegt vor allem an den negativen Auswirkungen von Veräußerungen.
Geografisch zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Lateinamerika sowie Karibik mit plus 10,9 % sowie Afrika mit plus 8,9 % liefen sehr gut. Dagegen enttäuschten Nordamerika (minus 2,7 % aufgrund der Zurückhaltung von Verbrauchern, vor allem bei Tequila) und Asien-Pazifik (minus 7,5 % durch die Schwäche in China). Europa liegt mit plus 3,5 % im Mittelfeld.
Ergebniszahlen gab es in diesem Update nicht. Allerdings senkte Interims-CEO Nik Jhangiani den Ausblick für das Gesamtjahr und verwies dabei auf die Schwäche bei chinesischen Weißbränden und das nachlassende Geschäft in Nordamerika. Für 2026 wird nun ein organischer Nettoumsatz erwartet, der unverändert bis leicht rückläufig ist, was auf einen Wert zwischen 19 und 20 Mrd. US-Dollar herauslaufen wird. Das operative Gewinnwachstum soll nur im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich liegen. Der Vorstand strebt Kosteneinsparungen in Höhe von 625 Millionen US-Dollar an, um einen freien Cashflow von 3 Mrd. US-Dollar zu erzielen.
„Drastic Dave“ ist der neue CEO
Das ist schon sehr enttäuschend. Einen Hoffnungsschimmer gab es jedoch wenige Tage nach der Bekanntgabe der Zahlen: Die Hängepartie an der Spitze ist beendet und Diageo hat wieder einen neuen CEO: Dave Lewis wird Nachfolger der glücklosen Debra Crew.
Lewis, der den Spitznamen „Drastic Dave“ trägt, war zuvor von 2014 bis 2020 CEO der britischen Supermarktkette Tesco. Dort veranlasste er erfolgreich den Turnaround, der dem Unternehmen half, seinen Ruf nach einer Phase der Underperformance wieder aufzubauen. Zuvor war er viele Jahre bei dem Konsumgüterunternehmen Unilever tätig, wo er sich auf Kostensenkungen konzentrierte.
Das klingt für mich genau nach dem Anforderungsprofil für den Mann, um Diageo wieder in die richtige Spur zu bringen. Neben Dingen, die er selbst veranlassen kann (wie etwa eine Bereinigung des Produktportfolios um schwache Marken), hat er es aber auch mit externen Herausforderungen zu tun: Das Geld sitzt bei den Konsumenten nicht mehr so locker, jüngere Menschen trinken generell weniger und Medikamente zur Gewichtsreduktion könnten die Nachfrage zusätzlich bremsen.
Der neue CEO sieht diese Probleme durchaus und räumte ein, dass Diageo vor „Herausforderungen“ stehe. Aber es gäbe auch bedeutende Chancen: Er wolle „einige der Chancen auf eine Weise nutzen, die Mehrwert für die Aktionäre schafft“, sagte Lewis. Interims-CEO Nik Jhangiani kehrt in seine alte Rolle als Chief Financial Officer zurück.
Unser Fazit zur Diageo-Aktie
Wir drücken dem neuen CEO die Daumen, dass er es schafft, das britische Unternehmen in ein ruhigeres Fahrwasser zu führen. Die Investoren der Diageo-Aktie würden es ihm auf jeden Fall danken.
Als größtes Risiko auf diesem Weg sehen wir den Fokus von Diageo auf hochpreisige Marken. In einer Wirtschaftskrise kann das nach hinten losgehen. Außerdem behalten wir die hohe Verschuldung im Blick. Als größte Chance sehen wir Marktanteilsgewinne im weltweiten Spirituosenmarkt, der seinerseits um 4 % pro Jahr im Umsatz wächst.
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