Die „deutsche Berkshire Hathayway“: Die MBB-Aktie hört einfach nicht auf, zu steigen

Das Private-Equity-Unternehmen MBB (WKN: A0ETBQ) ist für uns die seltene Kombination aus konservativer Bilanz und wachstumsstarker Ertragsmaschine – und die aktuellen Neunmonatszahlen liefern genau das Fundament, das eine langfristige Kaufempfehlung benötigt. Entsprechend begleiten wir die MBB-Aktie schon lange mit großer Freude.
Welche News gibt es nun bei der „deutschen Berkshire Hathayway“, deren Aktienkurs dieses Jahr schon um 82 % geklettert ist?
MBB-Aktie: Starker Zahlenblock
In den ersten neun Monaten 2025 steigerte MBB den Konzernumsatz um 12,8 % auf 862,30 Mio. Euro. Noch wichtiger: Das bereinigte EBITDA wuchs um 54,2 % auf 143,70 Mio. Euro – die EBITDA-Marge kletterte von 12,2 auf 16,7 %. Das bereinigte EBIT legte um 78,4 % auf 106,70 Mio. Euro zu, das bereinigte Ergebnis je MBB-Aktie sprang von 3,76 Euro auf 6,37 Euro.
Der Quartalsverlauf macht einen starken Trend greifbar: Der Umsatz stieg von 260 Mio. Euro im ersten über 285,50 Mio. Euro im zweiten auf 316,80 Mio. Euro im dritten Quartal. Parallel wuchs das bereinigte EBITDA von 29,90 Mio. Euro auf 46,50 Mio. Euro und dann auf 67,30 Mio. Euro. Dass diese Zahlen jeweils deutlich über den Vorjahresquartalen liegen, zeigt: Wir haben hier kein One-Hit-Wonder.
Friedrich Vorwerk als Kern der Story
Das Segment Service & Infrastructure mit Friedrich Vorwerk und DTS ist das Herzstück der Wachstumsstory. Der Umsatz stieg hier um 44,8 % auf 595,20 Mio. Euro, das bereinigte EBITDA verdoppelte sich nahezu auf 118,40 Mio. Euro bei einer Marge von 19,9 %. Vorwerk allein lieferte 505,10 Mio. Euro Umsatz (+48,9 %) bei einer Marge von 20,9 %.
Im Analystencall wurde klar, warum: Großprojekte der Energieinfrastruktur wie die ETL 182 und A-Nord sind in besonders profitablen Ausführungsphasen. Der Auftragsbestand von 1,10 Mrd. Euro ist ein „Ertragsreservoir“ über mehrere Jahre. Bemerkenswert ist auch die ARGE-Struktur: Arbeitsgemeinschaften mit Partnern, deren Gewinne nach der Equity-Methode rund 11,50 Mio. Euro zusätzlichen Ertrag bringen.
DTS wuchs um 25,2 % auf 90,30 Mio. Euro Umsatz bei 14 % EBITDA-Marge. CFO Torben Teichler bezeichnete im Call DTS als „zweiten Star“ im Portfolio. Das Geschäftsmodell aus Hardware, Services und eigener Software profitiert vom regulatorischen Rückenwind der NIS-2-Richtlinie. Wir sehen hier ein Asset-light-Standbein, das die Zyklik der Infrastrukturprojekte abfedern kann.
Dieser Problembereich könnte zum Antreiber für die MBB-Aktie werden
Das Segment mit Aumann und Delignit ist aktuell der problematischste Teil des Portfolios. Der Umsatz sank hier auf 205,50 Mio. Euro (-27,5 %), das EBITDA ging auf 21,60 Mio. Euro zurück. Aumann spürte die Investitionszurückhaltung der Autoindustrie mit einem Umsatzrückgang von 32,4 % auf 157,70 Mio. Euro – hielt aber die bereinigte EBITDA-Marge mit 11,8 % stabil.
Wir bewerten dieses Segment ambivalent: Kurzfristig bremst es die Gesamtstory, langfristig steckt hier ein Hebel. Sollte der Investitionszyklus in E-Mobilität und Automatisierung wieder anziehen, kann Aumann mit 115,70 Mio. Euro Nettoliquidität überproportional profitieren.
Bilanz und Kapitalallokation
Die Bilanz bleibt einer der größten Pluspunkte von MBB. Das Eigenkapital stieg auf 858,50 Mio. Euro bei einer Eigenkapitalquote von 67,1 %. Die liquiden Mittel inklusive Wertpapiere und physischem Gold summierten sich auf 582,60 Mio. Euro, der Net Cash auf 526,80 Mio. Euro – davon rund 319 Mio. Euro auf Holding-Ebene. Besonders interessant: Rund 8,40 Mio. Euro stecken in physischem Gold (Marktwert; Einstandswert rund 2,40 Mio. Euro), der Rest in Staatsanleihen und Blue-Chip-Aktien.
MBB reduzierte die Beteiligung an Friedrich Vorwerk von 50,49 % auf 47,06 %, an Aumann auf 43,05 % und an Delignit auf 56,11 %. Diese Verkäufe spülten 52,50 Mio. Euro in die Kasse, ohne dass die Kontrolle verloren geht.
Vor diesem Hintergrund hob das Management seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 auf 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro Umsatz bei 15 bis 17 % bereinigter EBITDA-Marge an.
Unser Fazit zur MBB-Aktie
Wir halten an MBB fest, weil die Story genau die Mentalität verlangt, die sich bei Mittelstandsholdings auszahlt: Du musst mit temporären Schwächen bei Aumann leben können, die Saisonalität im Cashflow verstehen und aushalten, dass der Markt solche Konstrukte oft zu lange mit Abschlag handelt.
Dafür bekommst du ein konservativ finanziertes Portfolio mit strukturellem Rückenwind und einem massiven Sicherheitsnetz in der Bilanz. Uns gefällt diese Kombination in der MBB-Aktie weiterhin ausgesprochen gut.
Die Chancen und Risiken, die du kennen musst
Mit über 560.000 mittelständischen Unternehmen, die bis 2026 Nachfolgelösungen suchen, profitiert MBB als spezialisierter Investor besonders. Das Unternehmen hat mit Friedrich Vorwerk gezeigt, wie erfolgreiche Übernahmen im Rahmen von Nachfolgeregelungen gelingen können. Fest steht: Hinter Berkshire Hathaway mit Warren Buffett gibt es auch in Europa gleich mehrere interessante Beteiligungsgesellschaften mit guten Track Records.
Allerdings: Der Weggang von CEO Dr. Mang und COO Dr. Ammer 2025 bringt Unsicherheiten. Zwar kehrt Gründer Dr. Nesemeier ins operative Geschäft zurück (71% Stimmrechte), doch sein Fokus auf M&A könnte von der operativen Stärke ablenken.
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