Kann sich die Autodesk-Aktie bis 2030 verdoppeln?

Wie kein anderes Unternehmen steht Autodesk (WKN: 869964) für Visualisierung und Simulation, die in der Industrie und im Bauwesen zum Einsatz kommen. Der digitale Zwilling von Baustellen oder Fertigungsprozessen ermöglicht eine frühzeitige Fehlererkennung und Optimierung. Auf Sicht von 20 Jahren stieg die Autodesk-Aktie um rund 2.600 %. Geht die Party langfristig weiter?
Autodesk-Aktie: Die Zahlen liefern die Antworten
Die Quartalszahlen unterstreichen die zugrunde liegende Stärke des Unternehmens inmitten eines stabilen, aber unsicheren makroökonomischen Umfelds. Der Umsatz stieg um beachtliche 18 % (währungsbereinigt ebenfalls 18 %) auf 1,853 Mrd. US-Dollar. Die Billings (fakturierte Umsätze) verzeichneten mit 21 % sogar ein noch stärkeres Wachstum auf 1,855 Mrd. US-Dollar.
Der AECO-Sektor (auch Architecture, Engineering, Construction and Operations genannt) war erneut der herausragende Leistungsträger und übertraf die Erwartungen deutlich. Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 23 %. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich durch anhaltende Großinvestitionen der Kunden in Rechenzentren, Infrastruktur und Industriegebäude vorangetrieben und glich die allgemeine Schwäche im kommerziellen Bausektor mehr als aus.
Im Sektor Media & Entertainment lief es mit einem Plus von 3 % weniger gut. Die Software für die Entwicklung von Animationen, visuellen Effekten und Spielen ist nach dem Schauspielerstreik nicht mehr nachhaltig dynamisch. Die Unsicherheit ist spürbar.
Mit einem Plus von 22 % führte die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) das Wachstum nach Regionen an, gefolgt von Amerika mit 17 % und der APAC-Region (Asien-Pazifik) mit 14 %.
Die Profitabilität bessert sich
Die verbesserte operative Marge trug direkt zu diesem Ergebnis bei. Die Non-GAAP Operating Margin stieg um einen Prozentpunkt auf 38 %. Diese Margenausweitung ist auf eine erfolgreiche Optimierung der Vertriebs- und Marketingprozesse sowie auf die schrittweise Reduzierung der anfänglichen operativen Reibungen zurückzuführen, die mit der Umstellung auf das neue Transaktionsmodell verbunden waren. Der Non-GAAP-Gewinn je Autodesk-Aktie (EPS) stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 0,50 $ auf 2,67 $.
Obwohl der Non-GAAP-EPS hervorragend war, war der GAAP-EPS (der die tatsächlichen Buchhaltungskosten nach US-GAAP widerspiegelt) deutlich niedriger. Die Differenz wird hauptsächlich durch die aktienbasierte Vergütung (Stock-Based Compensation, SBC) verursacht. Da SBC eine erhebliche nicht zahlungswirksame Ausgabe ist, belastet sie den GAAP-Gewinn erheblich. Aus Anlegersicht stellt dies zwar keine unmittelbare Liquiditätsbelastung dar, es kommt jedoch zu einer Verwässerung der Eigentumsanteile und der offizielle Gewinn nach Rechnungslegungsstandards wird gedrückt. Die hohen Kosten der SBC wirken sich somit negativ auf den GAAP-Gewinn aus.
Der Free Cash Flow (FCF) unterstreicht jedoch die finanzielle Robustheit von Autodesk, weil er auch die SBC vernachlässigt: Mit 430 Mio. US-Dollar verzeichnete er einen außergewöhnlichen Anstieg von 116 % im Vergleich zum Vorjahr. Autodesk setzt den FCF zur Steigerung des Shareholder Value ein. Im dritten Quartal wurden Autodesk-Aktien im Wert von 361 Mio. US-Dollar zurückgekauft. Dies untermauert das Engagement des Managements, die Anzahl der Aktien weiter zu reduzieren und die Wertschöpfung langfristig zu steigern.
Diese Innovationen treibt Autodesk nun voran
Bei Autodesk ist viel in Bewegung: Das Unternehmen durchläuft derzeit eine tiefgreifende technologische und geschäftliche Transformation, um sich für nachhaltiges Wachstum zu positionieren.
Autodesk sieht sich als Vorreiter der KI-Revolution in den Bereichen Design und Fertigung. Das Management arbeitet intensiv daran, neuronale KI-Grundlagenmodelle tief in die Produkt- und Cloud-Plattformen des Unternehmens zu integrieren. Das strategische Ziel besteht darin, Aufgaben, Workflows und ganze Systeme zu automatisieren, um Kunden in die Lage zu versetzen, komplexere Projekte effizienter zu bewältigen und den Wert über das gesamte Projektende hinaus zu maximieren.
Zu diesem Zweck treibt das Unternehmen die Konvergenz von Design und Fertigung („Design and Make”) in der Cloud voran. Dies geschieht durch den Aufbau spezialisierter Branchen-Clouds und einer einheitlichen Plattform, die Workflows nahtlos verbindet. Mit dieser Plattformstrategie will das Unternehmen seinen Kunden einen höheren Mehrwert bieten und das gesamte adressierbare Marktpotenzial, insbesondere in wachsenden Segmenten wie Infrastruktur, erweitern.
Die Umstellung auf flexible Geschäftsmodelle schreitet ebenfalls voran. Neben traditionellen Abonnements werden verstärkt konsumptionsbasierte Ansätze („Pay-as-you-go“ wie Flex) und ergebnisorientierte („outcomes-based“) Modelle eingesetzt. Das reibungslose Funktionieren des neuen Transaktionsmodells ist für die langfristige Wachstumsstrategie von zentraler Bedeutung. Mittlerweile wurden die Kinderkrankheiten des Transaktionsmodells erkannt und schrittweise behoben.
Autodesk-Aktie: Prognose angehoben!
In Verbindung mit den starken Ergebnissen und dem anhaltenden guten Momentum führt dies zur Anhebung der Prognose. Die Prognose für das Non-GAAP EPS wurde auf 10,18 bis 10,25 US-Dollar und für den Umsatz auf 7,15 bis 7,165 Mrd. US-Dollar angehoben. Dies spiegelt die Zuversicht in die Strategie und die operative Exzellenz wider.
Damit wurde der Mittelpunkt der Prognose um 0,325 US-Dollar je Autodesk-Aktie bzw. 107,5 Mio. US-Dollar angehoben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Autodesk im dritten Quartal eine starke Performance zeigte, angetrieben durch das AECO-Segment und verbesserte Margen. Das Unternehmen setzt den klaren Fokus auf KI-Integration und stärkt die cloudbasierte Plattform. So positioniert es sich optimal, um von den langfristigen, säkularen Wachstumstrends in seinen Kernindustrien zu profitieren. Mit einem KGV von 30 ist die Bewertung hoch und die Erwartungen an das profitable Wachstum sind enorm, was ein leichtes Rückschlagsrisiko birgt. Langfristige Investoren der Autodesk-Aktie können jedoch dabei bleiben.
Wie wir langfristig über die Autodesk-Aktie denken
Das langfristige Ziel des Managements ist mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 15 % pro Jahr und einer Free-Cash-Flow-Marge von 30-35 % klar formuliert. Ein konjunktureller Abschwung kann das geplante Wachstum verzögern und zu Kundenverlusten führen. Aufgrund der Marke und der mittlerweile guten Bilanz sollte dies jedoch mittelfristig eine Chance für Autodesk darstellen, da Konkurrenten aus dem Markt ausscheiden und neue Startups den Markt nicht als attraktiv erachten. Eine große Chance für die Autodesk-Aktie liegt in der zunehmenden Digitalisierung der Bauwirtschaft, die derzeit noch stark hinterherhinkt. Durch die Umstellung auf Abomodelle (Software-as-a-Service) werden die Einnahmeströme stabiler.
Als größtes Risiko sehen wir, dass das Unternehmen zum Selbstbedienungsladen für die Mitarbeiter wird – zulasten der Investoren. Der CEO Andrew Anagnost besitzt im Verhältnis zu seinem Gehalt kaum Autodesk-Aktien und könnte die Verwässerung der Aktien durch aktienbasierte Vergütung fördern. Anagnost erhält seine variable Vergütung auf Basis von Kennzahlen wie Umsatz, Non-GAAP-Betriebsergebnis und Aktienkurs. Diese Zusammensetzung ist nicht perfekt im Einklang mit unseren langfristigen Interessen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Verwässerung bisher durch Aktienrückkäufe ausgeglichen werden konnte. Wir hoffen, dass das so bleibt, damit auch die Investoren der Autodesk-Aktie vom wahrscheinlichen profitablen Wachstum profitieren können. Übrigens: Auch dieses deutsche, mit Autodesk verpartnerte Unternehmen ist aus unserer Sicht eine interessante Investitionsmöglichkeit.
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