2 unterbewertete Aktien, die du zum halben Preis bekommst!

„Zum halben Preis“ klingt an der Börse immer ein bisschen wie Winterschlussverkauf: Und in der Tat ist es so, dass alle ein Schnäppchen wittern, die wenigsten aber eines bekommen.
Wer heute jedoch BMW (WKN: 519000) und Deckers Outdoor (WKN: 894298) nüchtern analysiert, erkennt zwei sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle zu attraktiven Preisen. Wohl zu Recht, denn beide kämpfen mit zyklischen Gegenwinden. Sie besitzen aber strukturelle Stärken, die an der Börse möglicherweise unterschätzt werden.
Diese Diskrepanz zwischen kurzfristigen Sorgen und langfristiger Ertragskraft macht den Reiz einer intensiveren Betrachtung aus – auch wenn „halber Preis“ letztlich nichts anderes bedeutet als eine temporär pessimistische Marktmeinung.
BMW – Deutscher Premium-Automobilbauer im Transformationsmodus
Wie wir alle wissen, ist BMW ein weltweit agierender Premiumhersteller. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Pkws und Motorräder. Zudem versteht es sich zunehmend als Mobilitäts- und Softwareplattform. Doch die aktuellen Herausforderungen sind vielschichtig.
So erfordert der Umstieg auf Elektromobilität große Investitionen in neue Plattformen, Batterietechnologie und Softwarearchitektur, während die Margen im Übergangszeitraum unter Druck geraten, da parallel die Produktlinien für Verbrennungsmotoren und Elektromotoren finanziert werden müssen. Zudem sorgen geopolitische Spannungen, mögliche Zölle und die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt für strategische Unsicherheit, da die Premiumvolumina und die Preissetzungsmacht in einem zentralen Absatzmarkt infrage stehen.
All dies spiegelt sich natürlich auch in der aktuellen Bewertung mit einem 8er-KGV und 4,5 % erwarteter Dividendenrendite wider. Für jeden Euro Produktivkapital muss man gemäß Buchwert nur 60 Cent zahlen. Das könnte zu wenig sein, wenn man an eine Trendwende glaubt.
Bei BMW spielt nämlich die neue Plattform „Neue Klasse“ eine Schlüsselrolle für die Zukunft. Ab 2025 sollen alle neuen vollelektrischen Modelle darauf aufbauen. Sie kombiniert eine neue Batteriegeneration, eine effizientere E-Antriebsarchitektur und eine softwarezentrierte Fahrzeugplattform.
Das Ziel besteht darin, die Kosten zu senken, die Reichweite zu erhöhen und die digitalen Funktionen zu verbessern. Zwar belasten die hohen Investitionen kurzfristig die Marge, langfristig könnte die „Neue Klasse“ jedoch BMWs technologische Position im Premiumsegment stärken und die Wettbewerbsfähigkeit im Elektrozeitalter sichern.
Deckers Outdoor – Starker Konsument mit temporären Rückenwindproblemen
Deckers Outdoor könnte ebenfalls unterbewertet sein. Die Aktie verlor im laufenden Jahr rund die Hälfte an Wert.
Das US-Schuhunternehmen operiert mit einem Markenportfolio, in dessen Zentrum die beiden sehr unterschiedlichen, aber hochprofitablen Konzepte UGG und HOKA im Schuh- und Lifestyle-Segment stehen. UGG ist als ikonische Lifestyle-Marke mit hoher Wiedererkennbarkeit in saisonalen Segmenten verankert. HOKA hingegen adressiert mit performanceorientierten Laufschuhen eine schnell wachsende, margenstarke Wachstumsplattform, die über spezialisierte Vertriebskanäle und ein ausgebautes Direktkundengeschäft skaliert wird.
Die Herausforderung besteht nun aber darin, das starke Wachstum von HOKA in einem zunehmend kompetitiven Markt mit hohen Marketingbudgets der Konkurrenz aufrechtzuerhalten, ohne die Markenidentität zu verwässern oder in Rabattschlachten abzurutschen. Genau das scheint aktuell nämlich zu drohen.
Das starke Wachstum der Vergangenheit schwächt sich ab. Zollängste und Konsumzurückhaltung belasten. Gleichzeitig muss Deckers die Saisonalität und Modeabhängigkeit von UGG managen, die Lieferketten stabil halten und auf wechselnde Konsumstimmungen reagieren. Insbesondere im gehobenen Preissegment können diese rasch auf Makro- und Zinsveränderungen reagieren.
Doch gerade hier liegen auch die Perspektiven: Die zunehmende Verlagerung auf Direct-to-Consumer-Kanäle stärkt Margen und Markensteuerung. Zudem besitzt HOKA das Potenzial, sich vom Nischenanbieter zum globalen Performance-Player zu entwickeln, der in mehreren Sport- und Lifestyle-Kategorien präsent ist – eine zweite Nike (WKN: 866993).
Das aktuell erwartete KGV von 15 könnte somit als günstig angesehen werden, gelingt es das Wachstum aufrecht zu halten. In der Vergangenheit zahlte man meist Werte deutlich über 20 oder 30.
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Frank besitzt Aktien von BMW und Deckers Outdoor. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Nike.
