Siemens-Aktie vor Mega-Sprung – und das mit 19er-KGV!

Siemens-Technologie steckt in vielen gigantischen Maschinen
Foto: Siemens AG

Siemens (WKN: 723610) ist an der Börse schon lange kein verschlafener Industriekonzern mehr, sondern eher der smarte Ingenieur, der nach Feierabend heimlich zum Tech-Investor wird. So ließe sich die Equity Story Deutschlands größten Industriekonzerns kurz und knapp beschreiben.

Das Kuriose ist, dass die Zukunftsfantasien nur wenig eingepreist sind, wie das aktuell erwartete KGV für 2027 verrät. Es liegt bei 19.

Das klingt zwar zunächst nach solider Hausmannskost, doch genau darin liegt der Reiz: Während anderswo für jedes bisschen Wachstum Tech-Prämien fällig werden, lässt der Markt bei Siemens erstaunlich viel Ertragskraft vergleichsweise günstig bepreisen.

Wer hier von einem möglichen „Mega-Sprung“ spricht, spielt also nicht auf eine Zockerstory an, sondern auf die schlichte Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Bewertung. Vor allem ist eine potenzielle Neubewertung aufgrund des Wandels des Geschäfts von der Industrie hin zu mehr Software gemeint.

Wachstumstreiber jenseits der klassischen Industrie

Der potenzielle Sprung der Siemens-Aktie basiert daher weniger auf spekulativen Fantasien als auf einer glaubwürdigen Wachstumslogik. Durch die Verschmelzung von Hardware, Automatisierungstechnik und industrieller Software entsteht eine integrierte Plattform, die Kunden zu höherer Effizienz, Energieeinsparung und Datenintelligenz führt.

Damit erhöht Siemens nicht nur den Anteil hochmargiger digitaler Lösungen, sondern verankert sich auch tiefer in den Wertschöpfungsketten der Kunden. Das stärkt die Preissetzungsmacht und die Lock-in-Effekte. Gelingt es, diese Transformation in steigende Margen und Cashflows zu übersetzen, wirkt ein KGV von 19 wie ein konservatives Preisschild.

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Aus Investorensicht ist entscheidend, dass ein erheblicher Teil des Ergebnisses aus wiederkehrenden, software- und servicegetriebenen Erlösströmen stammt. Diese federn konjunkturelle Schwankungen ab und stabilisieren die Margen. In Kombination mit strukturellen Wachstumstreibern – etwa durch die Digitalisierung der Industrie, die Elektrifizierung von Infrastrukturen und die Automatisierung – entsteht so ein Profil, das eher an einen qualitativ hochwertigen Tech-Wert als an einen klassischen Zykliker erinnert.

Dass Siemens es ernst meint, zeigt die neue Holdingstruktur. Zunächst wurden Tochterunternehmen verselbstständigt. Nun folgt der stärkere Abverkauf  der Tochter Siemens Healthineers (WKN: SHL100), an der man noch etwas weniger als 70 % der Anteile besitzt.

Bewertung, Risiko und Chancen der Siemens Aktie

Für professionelle Anleger stellt sich die Kernfrage, ob das in das KGV eingepreiste erwartete Gewinnwachstum nachhaltig erreichbar oder gar übertreffbar ist. Analysten sehen ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.

Mit etwas Glück könnte es mehr werden. Vor allem die Ertragsseite muss doppelt abgeliefert werden. Und das könnte auch gut möglich sein, blickt man auf die höheren Margen im Softwarebereich.

Risiken bestehen vor allem in globalen Investitionszyklen, regulatorischen Eingriffen, Projektkomplexität sowie möglichen Verzögerungen bei Großaufträgen oder im Energiesektor, die immer wieder für Volatilität sorgen können. Und dieses Industriegeschäft macht heute immer noch den Großteil des Konzernumsatzes aus.

Dem stehen eine robuste Bilanz, eine konsistente Kapitalallokation mit fokussierten Portfoliobereinigungen sowie ein wachsendes Ökosystem digitaler Dienste gegenüber. Wenn der Markt die Tech-Komponente des Geschäftsmodells zunehmend stärker würdigt, ist ein nachhaltiges Bewertungsniveau im 20er KGV-Bereich keineswegs ausgeschlossen. Und genau darin liegen neben intakten Megatrends wichtige Voraussetzungen für gute Entwicklungen an der Börse.

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Frank besitzt Aktien von Siemens. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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