Der Jahreswechsel hat es gezeigt: Sicherheit bleibt eine Illusion

Viele bunte Regenschirme in einer alten Gasse
Foto: Enrique Hoyos via Pexels

Lieber Aktiensegler,

das Gefühl der Sicherheit wird erneut auf die Probe gestellt. Rund um den Jahreswechsel gab es gleich mehrere kritische Schlagzeilen. Einbrecher haben in Bonn und Gelsenkirchen Schließfächer aufgebrochen und wohl Gold und Geld in Millionenhöhe erbeutet. Es ist ein schwerer Schlag für viele private Vermögen.

Einzelschicksale zeugen von großen individuellen Schäden. Hunderttausende Euro fehlen plötzlich. Dabei gelten Schließfächer doch gemeinhin als sicher. Wir können dort Geld oder Vermögenswerte sicher aufbewahren. Hm. Oder eben nicht?

Auch diese Schlagzeilen zeigen jedenfalls, dass Sicherheit absolut gesehen eine Illusion ist. Sie hängt nicht nur vom Vermögenswert ab, sondern im Zweifel auch von der Art und Weise, wie wir etwas aufbewahren. Von der Inflation. Oder sogar noch von anderen Dingen.

Sicherheit: So bekommt die Illusion einen Realitätscheck!

Wenn wir also von sicheren Assets wie Geld und Gold sprechen, müssen wir sagen: Schon hier ist die Sicherheit eine Illusion. Geld kann geklaut werden, selbst wenn es vermeintlich sicher gelagert wird. Es verliert durch die Inflation sogar konsequent an Wert. Gold müssen wir ebenfalls lagern, ist als Rohstoff zyklisch und schwankt im Wert. Bei beiden Assets gilt bei einer physischen Lagerung: Wenn du nicht aufpasst und es einer klaut, hast du einen Wertverlust von 100 %. Es ist weg. Feierabend.

Aber das ist nicht alles. Die Sicherheit ist außerdem trügerisch, weil wir die Mengen eigentlich nicht kennen. So kontrolliert die EZB die Geldmenge, weitet sie aus oder stampft sie ein. Um jetzt nicht zu komplex zu denken: Geld steht immer im Verhältnis zu den vorhandenen Gütern. Ist das Verhältnis gestört, kann es ebenfalls zu Wertverlusten führen. Gold und andere Rohstoffe hängen hingegen stark von Angebot und Nachfrage ab. Mal direkt gefragt: Wie fit fühlst du dich, die derzeitige Angebots- und Nachfragesituation einzuschätzen, die den Preis bildet? Es ist daher eine Illusion zu denken, dass wir hier Sicherheit haben. Ein gigantischer Fund einer einfach zu fördernden Goldader kann das Gleichgewicht stören.

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Über allem steht sowieso die Geldentwertung. Wer heute mit dem Wochenbudget aus dem Jahre 2018 einkauft, spürt an der Kasse massiven Verzicht. Die Preise haben sich geändert. Bargeld war entsprechend ein sehr mieser Wertspeicher. Ich bleibe daher bei meiner These, auch in Anbetracht der jüngsten Diebstähle: Sicherheit ist eine Illusion. Vor allem bei Vermögenswerte, die wir physisch lagern müssen.

Du wirst niemals den heiligen Gral finden

Was will ich dir heute also mit auf den Weg geben? Das ist gar nicht so einfach in ein Fazit zu gießen. Im Endeffekt möchte ich, dass du Sicherheit für dich kritisch hinterfragst. Geld und Gold mögen zwar als Sache einen Wert haben. Den sehen aber auch andere. Selbst Aspekte wie die eigene Pflegebedürftigkeit können dich deines Geldes oder deines Vermögens für deine Familie berauben. Wir werden niemals 100 % sicher sein.

13+1 | RisikoReich

Gleichwohl denke ich, dass wir Sicherheit nicht an Schwankungen messen sollten: Aktien, Anleihen, ETFs sind zwar in ihrem alltäglichen Wert instabil. Sie verbriefen jedoch echte und zugleich produktive Werte. Auch das ist nicht der heilige Gral. Unternehmen können scheitern, Aktien zu teuer sein, Wirtschaftskrisen Werte für Jahre hinweg auslöschen. Im Gegenzug haben wir hier jedoch nicht das Risiko, dass uns etwas geklaut wird. Denn Aktien, Anleihen und ETFs sind heute eher digitaler Besitz.

Welche Konsequenz ziehst du also aus den neuesten Schlagzeilen? Du solltest zumindest einmal darüber nachdenken, wo du vielleicht zu sehr an eine Sicherheit glaubst, die gar nicht existiert.

Auf dein möglichst sicheres Vermögen,

Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360

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