Apple-Position um 70 % reduziert: Deshalb verkauft Buffett seine frühere Lieblingsaktie
Zum Jahreswechsel 2026 hat Investmentlegende Warren Buffett offiziell seinen Posten als CEO von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) niedergelegt. In den letzten zwei Jahren machte Buffett jedoch vor allem Schlagzeilen durch die massive Reduzierung der Berkshire-Beteiligung an Apple (WKN: 865985).
Obwohl Apple lange Zeit als Buffetts „Lieblingsaktie“ galt, macht der Verkauf bei genauerer Betrachtung vollkommen Sinn.
Berkshire reduziert Apple-Position um insgesamt 74 %
„Apple ist anders als die anderen Unternehmen, die wir besitzen. Es ist einfach ein besseres Unternehmen“ sagte Buffett noch im Mai 2023 während der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Buffett kaufte dabei im ersten Quartal 2016 das erste Mal Aktien des iPhone-Herstellers und baute die Position sukzessive zur größten Position im Berkshire-Portfolio aus. So war die Investmentgesellschaft Ende 2023 im Besitz von etwa 906 Mio. Anteilsscheinen des Technologiekonzerns.
Nachdem Buffett jedoch im ersten Quartal 2024 116 Mio. Apple-Aktien verkaufte, wurde die Position seitdem kontinuierlich reduziert. So wurden auch im letzten veröffentlichten Quartal (Q3 2025) fast 42 Mio. Apple-Aktien verkauft. Mittlerweile verfügt Berkshire damit „nur“ noch über 238 Mio. Aktien des iPhone-Herstellers.
Obwohl Apple damit nach wie vor die größte Position im Portfolio ist, hat Berkshire die Anzahl seine Apple-Aktien damit insgesamt um 74 % reduziert. Dabei macht der starke Abverkauf der Apple-Anteile durchaus Sinn.
Kaum noch Wachstum
Der Grund für den starken Abverkauf der Apple-Position dürfte vor allem an dem Wachstum des Unternehmens im Verhältnis zu seiner Bewertung liegen. So liegt das 2026-KGV der Aktie gegenwärtig bei einem Wert von 32 (Stand 13.01.2026). Eine derartige Bewertung setzt normalerweise ein entsprechend schnelles Wachstum voraus. Doch genau das ist hier nicht mehr der Fall.
So konnte der Umsatz des Unternehmens in den letzten drei Jahren kaum gesteigert werden. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum in den Geschäftsjahren 2022 bis 2025 lag dabei lediglich bei 1,8 % pro Jahr. Zwar konnte der Gewinn pro Aktie im gleichen Zeitraum durchschnittlich um 6,8 % pro Jahr gesteigert werden, dies hängt jedoch vor allem damit zusammen, dass Apple in den letzten drei Jahren mehr als 280 Mrd. US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgab.
Wesentliche Treiber, die zukünftig auch das Umsatzwachstum wieder befeuern könnten, sind jedoch nicht zu erkennen. Die letzte Produktinnovation war die Mixed-Reality-Brille Apple Vision Pro, die sich als kompletter Flop herausstellte. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn für Buffett das Verhältnis von Wachstum und Bewertung einfach nicht mehr gestimmt hat.
Apple verliert das KI-Rennen
Auch an der KI-Front ist nicht viel Wachstum zu erkennen. Zwar hat das Unternehmen aus Cupertino in den letzten Jahren Unsummen ausgegeben, um im KI-Rennen Schritt zu halten, doch die teuren Bemühungen haben bis heute keine Früchte getragen.
Tatsächlich gab Apple nun bekannt, dass das intelligente Sprachsystem Siri zukünftig auf Basis von Alphabets KI-Modell Gemini basieren soll. Dies kommt im Grunde genommen einem Eingeständnis gleich, dass Apple im KI-Rennen nicht mithalten kann.
Keine Frage: Apple ist nach wie vor ein außergewöhnlich dominantes und profitables Unternehmen. Jedoch hat sich der Technologiekonzern in den letzten Jahren zu einer langsam wachsenden Cash-Cow entwickelt. Ob dies jedoch eine derart hohe Bewertung rechtfertigt, ist zweifelhaft. Warren Buffett scheint dies ebenfalls so zu sehen.
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Samuel Tazman besitzt Aktien von Alphabet. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet, Apple und Berkshire Hathaway.
