Top-Aktien für Februar 2026
Ralf Anders: Lenovo Group
Lenovo (WKN: 894983) ist ein fast vergessener Tech-Gigant, der einst als Legend firmierte und einige der größten Namen der IT-Industrie vereinte, darunter Motorola Smartphones, Medion PCs und Thinkpads. Letztere gehen auf IBM zurück, die 2005 ihre PC-Division abgegeben hat. Dadurch wurde Lenovo auf einen Schlag zu einem global führenden Hersteller von Notebooks. 2014 kamen noch die x86-Server hinzu, die heute den Kern der Infrastructure Solutions Group bilden.
Damit spielen die Hongkonger auch bei Themen wie High-Performance-Computing, Edge AI und hybriden Cloud-Architekturen ganz vorne mit. Wie gut die Forscher und Entwickler des Unternehmens sind, beweisen die jüngsten Auszeichnungen von CNET als beste KI-Lösung (Qira), bestes Gaming-Konzept (Legion Pro Rollable) und bestes Laptop (das modulare X1 Carbon). All das bewertet die Börse mit gerade einmal 12 Mrd. Euro – da klingelt bei mir der Schnäppchenalarm.
Ralf Anders besitzt keine Aktien von Lavoro oder IBM.
Caio Reimertshofer: Netflix
Für langfristig orientierte Anleger bietet sich im Februar 2026 eine interessante Einstiegschance bei Netflix (WKN: 552484). Seit der Ankündigung der Übernahme des Konkurrenten Warner Bros. Discovery ist der Aktienkurs um mehr als 20 % gefallen. Der Markt reagiert vor allem auf die Unsicherheit und die möglichen Risiken eines großen Deals. Genau das drückt aktuell auf die Bewertung.
Am operativen Geschäft hat sich jedoch wenig geändert. Netflix bleibt die klare Nummer eins im Streaming-Markt. Die Plattform wächst profitabel, verfügt über eine enorme Reichweite und baut ihr Werbemodell weiter aus. Die Preissetzungsmacht ist hoch und die Inhalte werden effizienter produziert als bei vielen Wettbewerbern.
Sollte Netflix künftig Zugriff auf HBO-Inhalte erhalten oder seine Marktstellung durch diese größere, strategisch wertvolle Transaktion weiter ausbauen, würde dies seine Dominanz im Streaming-Markt deutlich festigen.
Der aktuelle Kursrückgang spiegelt vor allem Zurückhaltung und kurzfristige Sorgen wider und nicht eine Schwäche des Geschäfts. Für Anleger mit langem Atem könnte sich hier eine attraktive Gelegenheit ergeben.
Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Netflix, aber keine Aktien von WarnerBros.
Peter Roegner: Nemetschek SE
Die Nemetschek SE (WKN: 645290) aus München ist einer der absoluten Topstars der deutschen Börse. Kein Wunder – zwischen der Finanzkrise 2009 und August 2025 stand beim Produzenten von Software für den kompletten Lebenszyklus von Bau- und Infrastrukturprojekten ein Kursplus von rund 2.500 %.
Seitdem ist die Aktie jedoch gefallen wie ein Stein und es gingen mehr als 40 % verloren. Neben der allgemeinen Schwäche bei Softwareaktien spielt auch die laufende Umstellung des Geschäfts von klassischen Lizenzverkäufen auf Abonnements eine Rolle. Diese ist langfristig positiv, führt aber zunächst zu Verschiebungen beim Umsatz und den Margen, weshalb kurzfristig orientierte Anleger oft verkaufen.
Wer jedoch langfristig denkt, kann diese Kursschwäche nutzen und ein erstklassiges Unternehmen zu einer Bewertung kaufen, die seit Jahren nicht mehr so günstig war.
Peter Roegner besitzt keine Aktien der Nemetschek SE.
Frank Seehawer: Exxon Mobil
Meine Top-Aktie für Februar 2026 ist Exxon Mobil (WKN: 852549). Der Konzern profitiert von stabilen Cashflows aus dem Öl- und Gasgeschäft und überzeugt zudem durch eine starke Bilanz, eine disziplinierte Kapitalallokation sowie eine attraktive Dividendenpolitik. Aktuell gibt es rund 3 %; Aktienrückkäufe erhöhen zusätzlich die Rückflüsse.
Auch wenn der Ölpreis zurzeit tendenziell sinkt, notiert die Aktie auf einem Rekordhoch. Unter Präsident Donald Trump läuft vieles leichter für amerikanische Ölmultis. Und auch der potenzielle Energienotstand durch KI-Rechenzentren und Repatriierung von Industrie könnte das Business von Exxon wertvoller machen.
Angesichts von globaler Energienachfrage, geopolitischer Unsicherheiten und Effizienzvorteilen sehe ich Exxon Mobil mittelfristig weiterhin als solide, renditestarke und vergleichsweise defensive Anlage mit Potenzial.
Frank Seehawer besitzt Aktien von Exxon Mobil.
Hendrik Vanheiden: Mixue Group
Wer ist die größte Restaurantkette der Welt? Gemessen an der Anzahl der Filialen sind das weder McDonalds noch Starbucks, sondern die Mixue Group (WKN: A4160T). Der chinesische Konzern, der vor knapp einem Jahr in Hongkong an die Börse gegangen ist, betreibt im Franchise-Modell über 50.000 Filialen, in denen vor allem preiswerte Eiskreationen und Teegetränke verkauft werden.
Mehr als 90 % der Standorte befinden sich in China, die Zahl der Filialen außerhalb des Heimatmarkts wächst jedoch rasant. In Südostasien ist das Unternehmen schon länger vertreten und hat Ende 2025 die ersten Filialen in den USA eröffnet. So könnten sich die deutlich zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstumsraten der letzten Jahre fortsetzen. Gemessen daran sieht das KGV von rund 27 günstig aus.
Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von McDonalds und Starbucks und keine Aktien der Mixue Group.
Henning Lindhoff: Danaher
Suchst du nach einem Investment, das 2026 so richtig durchstartet? Dann wirf mal einen Blick auf Danaher (WKN: 866197). Nachdem die Aktie in den vergangenen fünf Jahren mit einem Plus von rund 11 % deutlich hinter dem S&P 500 zurückgeblieben ist, scheint die Talsohle nun durchschritten worden zu sein.
Warum? Die Lagerbestände bei den Kunden sind endlich abgebaut und die neuen Zollregeln sorgen für Planungssicherheit. Das heißt: Die Pharma- und Biotech-Riesen fangen wieder an, massiv in ihre Forschungspipelines zu investieren.
Danaher sitzt zudem auf einem gigantischen Cash-Berg. Letztlich könnten Akquisitionen von 10 Mrd. Dollar drin sein – und wir wissen alle: Deals sind bei Danaher der Turbo für den Kurs. Mit einem KGV von 28 ist die Aktie aus meiner Sicht fast schon ein Schnäppchen.
Henning Lindhoff besitzt keine Aktien von Danaher.
Peter Wolf-Karnitschnig: Bloom Energy
Die Aktie von Bloom Energy (WKN: A2JQTG) feierte bereits im Januar eine gewaltige Kursrallye und stieg zum Monatsende auf ein neues Allzeithoch. Trotzdem bin ich sehr guter Dinge, dass sich die Top-Performance des Brennstoffzellenherstellers auch im Februar fortsetzen wird.
Grund für meinen Optimismus ist der gewaltige Stromhunger von KI-Rechenzentren. Schätzungen zufolge wird der Strombedarf für KI-Anwendungen im laufenden Jahr um 500 % steigen.
Rechenzentren sind mit dem großen Problem konfrontiert, dass sie häufig in Gegenden mit einem schlecht ausgebauten Stromnetz liegen, das nicht in der Lage ist, die erforderlichen Energiemengen zu liefern. An dieser Stelle kommen die Brennstoffzellen von Bloom Energy ins Spiel.
Sie sorgen für eine sichere und unterbrechungsfreie Stromversorgung vor Ort. Die zuletzt gewonnenen Großaufträge beim US-Energieversorger American Electric Power und dem Elektronikkonzern Quanta aus Taiwan zeigen, dass die Nachfrage nach dezentraler Stromversorgung im industriellen Maßstab gewaltig ist und in den kommenden Monaten noch deutlich steigen wird.
Peter Wolf-Karnitschnig besitzt keine Aktien von Bloom Energy.
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Offenlegung: Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Nemetschek SE, Netflix und Starbucks.
