Ist die Amazon-Aktie 2026 immer noch ein 1.000-Euro-Investment wert?
Amazon (WKN: 906866) kann durch operative Exzellenz eine solche Monster-Entwicklung erzeugen, weil das Unternehmen extrem kundenfokussiert ist. Das Ergebnis ist langfristiges Wachstum – sowohl bei den Gewinnen, als auch beim Kurs der Amazon-Aktie. Genau das streben das Unternehmen und wir als langfristige Investoren an.
Das Unternehmen hat das Jahr 2025 mit einer starken finanziellen Performance abgeschlossen: Der Umsatz stieg um 12 %, das Betriebsergebnis um 16,6 %. Dies ist vor allem auf eine Beschleunigung im Cloud-Geschäft (AWS) und Rekordgeschwindigkeiten in der Logistik zurückzuführen. CEO Andy Jassy betonte, dass die Innovationsrate in Bereichen wie KI und der eigenen Chip-Entwicklung entscheidend für diesen Erfolg war.
Die Zahlen der Amazon-Aktie im Detail
Im vierten Quartal 2025 stieg der Nettoumsatz um 14 % auf 213,4 Mrd. US-Dollar (währungsbereinigt +12 %). Besonders beeindruckend war das Wachstum von AWS: Mit 24 % auf 35,6 Mrd. US-Dollar verzeichnete es das schnellste Wachstum seit 13 Quartalen. Die Nachfrage nach generativer KI treibt das Cloud-Wachstum massiv an. Die eigenen KI-Chips (Trainium und Graviton) erzielen bereits einen annualisierten Umsatz von über 10 Mrd. US-Dollar.
Der Umsatz im Onlinehandel stieg in Nordamerika um 10 % und international um 11 % (währungsbereinigt). Amazon lieferte 2025 so schnell wie nie zuvor. In den USA wurden fast 70 % mehr Artikel am selben Tag zugestellt als im Vorjahr. Durch den Onlinehandel und KI-Funktionen erfährt auch das Werbegeschäft einen starken Aufschwung. Mit einem Wachstum von 22 % bleibt Werbung eine hochprofitable Säule.
Sondereffekte drücken den Gewinn optisch
Das operative Ergebnis stieg um 17,9 % auf 25,0 Mrd. US-Dollar. Belastungen durch Sondereffekte wie Steuerstreitigkeiten in Italien und Abfindungskosten führten zu einem geringeren Ergebnis. Ohne diese Einmaleffekte hätte das Ergebnis bei 27,4 Mrd. US-Dollar (+29 %) gelegen.
Mittlerweile macht AWS knapp 50 % des operativen Gewinns von Amazon aus und wird langfristig den Wert des Unternehmens bestimmen. Im operativen Gewinn konnte AWS um 17,9 % zulegen; nur der Onlinehandel in den USA konnte mit einem Plus von 23,7 % mithalten. International sank das Ergebnis um 23 %. Hier ist etwas Margendruck zu spüren, aber auch Sondereffekte durch Steuerstreitigkeiten. Das Nettoergebnis je Aktie stieg um 4,8 % auf 7,17 US-Dollar pro Amazon-Aktie und beinhaltet noch die Sonderaufwendungen.
Der Blick auf Cashflow und Prognose
Der Free Cashflow (FCF) sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 11,2 Mrd. US-Dollar (2024: 38,2 Mrd. US-Dollar). Grund hierfür sind die massiven Investitionen in die Infrastruktur. Amazon setzt voll auf vertikale Integration durch eigene Hardware (Chips) und eigene Infrastruktur (Satelliten). Project Kuiper (Amazon Leo) wird 2026 skaliert, was kurzfristig die Kosten belastet (ca. 1 Mrd. US-Dollar Mehrkosten im Q1 2026), aber langfristig globale Konnektivität verspricht. Zudem transformieren KI-Agenten wie „Rufus“ das Einkaufserlebnis und trugen bereits 2025 zu schätzungsweise 12 Mrd. US-Dollar zusätzlichem Umsatz bei.
Für das erste Quartal 2026 erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Mrd. US-Dollar (+11 % bis +15 %). Das operative Ergebnis wird zwischen 16,5 und 21,5 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Ein wesentlicher Faktor sind die geplanten Investitionsausgaben (Capex) von rund 200 Mrd. US-Dollar im Jahr 2026, um die Kapazitäten für KI, Chips und das Satellitenprojekt „Project Kuiper“ (Amazon Leo) auszubauen.
Unser Fazit zur Amazon-Aktie
Amazon baut wichtige Infrastruktur auf. Die Aktie liegt mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,2 und einem KGV von 29 im fairen Bereich. Langfristige Investoren können die Amazon-Aktie weiterhin kaufen. Aber ist die Amazon-Aktie auch gegenüber der Alphabet-Aktie das bessere Investment?
Amazon muss sich auf die wertschöpfenden Segmente wie AWS, Werbung und Abonnements konzentrieren, darf aber auch bei den Plattformen nicht nachlassen. Sonst sinkt der Wert der eigenen Plattform und die Möglichkeit, Werbung oder Abos zu verkaufen. Die größten Risiken sind aus unserer Sicht das Kartellamt und das Eindringen einer trägen Kultur.
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