10, 30 oder 50: So viele Dividendenaktien solltest du in deinem Depot haben!

Wie viele Dividendenaktien solltest du in deinem Depot haben? Bevor wir an die Beantwortung der Frage gehen, müssen wir einen anderen Aspekt thematisieren. Die Diversifikation ist das eine. Aber wonach richtest du dein Depot aus?
So kannst du gerade bei Dividendenaktien danach aufteilen, wie viel Geld du in eine einzelne Aktie investierst. Das ist die klassische Risikostreuung. Wenn es dir um das passive Einkommen geht, kannst du aber auch nach der erhaltenen Dividende aufteilen. Wenn du von jeder Aktie 100 Euro Dividende haben möchtest, machen 3 % oder 5 % Ausschüttungsrendite einen Unterschied, welchen Betrag du jeweils investieren solltest.
Wir sehen bei dieser Fragestellung sehr schnell, dass auch die Allokation neben der reinen Streuung eine wichtige Rolle spielt. Heute konzentrieren wir uns aber auf die reine Frage nach der Diversifikation. Ob du 10, 30 oder 50 verschiedene Dividendenaktien in deinem Depot hast, ist ein bedeutender Unterschied. Es gibt für jede Anzahl ein Für und auch ein Wider. Dein Kompromiss sollte für dich ideal sein.
10 Dividendenaktien: Der konzentrierte Investor
Wie sagte Warren Buffett einst so schön? Diversifikation ist etwas für Investoren, die keine Ahnung haben. Er selbst neigt dazu, seine Eier auf wenige Körbe zu verteilen. Aber dafür sehr sorgsam auf die verschiedenen Körbe aufzupassen. Eine gute Aussage, die tendenziell eher für 10 Dividendenaktien spricht. Hier können sich Investoren auf starke Qualität, bestmögliches Wachstum und die Stabilität der Dividende wirklich konzentrieren.
Die Kehrseite ist: Fühlst du dich wohl damit, wenn 10 % deines Vermögens von einer einzelnen Aktie abhängig ist? Oder, noch anders gefragt: Wenn in der Rente oder dem Ruhestand 10 % deines Einkommens von einem Wertpapier abhängt? Das wiederum zeigt sehr schnell die Grenzen der Sicherheit und der Perfektion auf. Eine Entscheidung des Managements zum Aussetzen der Dividende führt dazu, dass du sehr schnell einen großen Verlust einfährst. Entweder bei der Dividende. Oder eben beim Aktienkurs.
Konzentration ist daher lediglich etwas für Investoren, die es sich entweder leisten können. So wie Warren Buffett. Er wäre selbst dann nicht arm, wenn Coca-Cola als einer der zuverlässigsten Dividendenkönige plötzlich keine Dividende mehr zahlt. Auf der Kehrseite ermöglichen wenige, dafür hoch gewichtete Dividendenaktien eine Bündelung von starker Qualität. Aber man muss sich schon sehr sicher sein. Sehr, sehr sicher.
30 verschiedene Titel: Der Mittelweg, der viele zufrieden stellt?
Ganz anders sieht es direkt bei 30 verschiedenen Dividendenaktien aus. Wer diesen Ansatz verfolgt, verteilt sein Vermögen mit einem Anteil von ca. 3,3 % auf jede Aktie. Wir sehen, dass zwischen 10 Titeln und 30 Titeln ein bedeutender Unterschied besteht. Hinsichtlich der Aufteilung. Es betrifft aber auch den Anteil, den ein Erfolg in deinem Depot ausmacht. Wenn sich eine Aktie mit einer Allokation von 10 % in deinem Depot verdoppelt, hat das mehr Gewicht, als wenn sich ein Anteil von 3,3 % verdoppelt. Sie stünden für 20 % oder 6,6 % ein, unter der fiktiven Annahme, dass der Rest sich nicht verändert hat.
Dennoch neigen gerade Einkommensinvestoren häufig dazu, mehr auf Streuung zu setzen. Es ist nicht verkehrt. Es ist sogar der sicherere Ansatz, wenn ein möglichst sicheres passives Einkommen dein Ansatz darstellt. Aber bereits hier möchte ich dir eine sehr wichtige Frage mit auf den Weg geben: Kannst du wirklich 30 verschiedene Dividendenaktien ausfindig machen, die eine ähnliche Qualität versprechen? Oder sorgt die maximale Streuung nicht dafür, dass man Kompromisse eingeht. Für die breitere Ausrichtung auf nicht so wachstumsstarke Aktien setzt. Oder die eine oder andere High-Yield-Aktie doch ins Depot nimmt, die vielleicht auf drei bis fünf Jahre eine leicht unsichere Aussicht besitzt?
Es bleibt eine individuelle Entscheidung, keine Frage. Aber 30 verschiedene Dividendenaktien sollten bedeuten, dass man sich sehr, sehr viele Aktien anschaut und ablehnt. Die eigene Qualität des Portfolios sollte auch hier möglichst gut sein. Unterm Strich sammelst du schließlich keine Namen. Sondern entweder qualitative Dividenden. Oder gute Aktien, die neben ihrer Gesamtperformance auch mit ihren Ausschüttungen überzeugen.
50 Dividendenaktien: Eine ETF-Alternative kann die bessere Option sein
Kommen wir nun zu der Idee, dass 50 verschiedene Dividendenaktien die ideale Kombination für dich und dein Depot sind. Es mag einzelne Investoren geben, die selbst hier ausreichende Qualität finden. Kann sein. Der springende Punkt ist jedoch, dass ab einer solchen Portfolio-Größe das Verhältnis von Aufwand, echtem Mehrwert und Qualität der Dividenden aus den Fugen gerät. Es gibt hier bedeutend einfachere Alternativen, wenn man ein so großes Portfolio anstrebt: ETFs.
Wer 50 oder mehr Dividendenaktien im Portfolio hat, sollte gegebenenfalls darüber nachdenken, den eigenen Ansatz konsequent zu vereinfachen. So könnte man beispielsweise in Dividend Quality ETFs investieren. Oder auch in Dividend Growers. Selbst einzelne Segmente kann man mit einer REIT-Auswahl abdecken. Oder Dividendenkönige und Dividendenaristokraten bündeln. Dieser Mix wird selten Perfektion erreichen. Aber dir mit einer breiten Auswahl ein gutes passives Einkommen ermöglichen. Realistische Renditen dürften sich auf einem Niveau zwischen 2 % und 4 % zu Beginn einpendeln. Wobei auch hier Dividendenwachstum einen bedeutenden Unterschied ausmachen.
Unterm Strich glaube ich, dass der persönliche Sweet-Spot vieler Einkommensinvestoren zwischen 15 und 30 Dividendenaktien liegen sollte. Mehr ist immer möglich. Aber geht mit Qualitätsverlusten einher. Mit dieser Orientierungshilfe hast du nun vielleicht den einen oder anderen Gedanken aufgeschnappt, über den du jetzt nachdenken kannst. Auf zu deinem perfekten Dividenden-Depot!
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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
