Nach 290 % in 5 Jahren: Wo steht Axon Enterprise 2031?!
Die Aktie von Axon Enterprise (WKN: A2DPZU) hat in den letzten fünf Jahren eine wirklich bemerkenswerte Performance hingelegt. Sie stieg um 290 %. Oder, um ein wenig konkreter zu werden: von 119,20 Euro zu Beginn des Monats März im Jahre 2021 bis auf aktuell etwa 466 Euro. Ein steiler Kursanstieg, keine Frage.
In den letzten Monaten und Quartalen gab es jedoch eine deutlich zunehmende Volatilität. Die Anteilsscheine des US-amerikanischen Sicherheitsunternehmens, bekannt für seine Taser und Bodycams, korrigierten teilweise sehr deutlich. Noch im August des Jahres 2025 erreichten sie bei 725 Euro ein bislang einsames Hoch. Einen Tiefpunkt bildete die Aktie zuletzt im Februar dieses Jahres bei 342,50 Euro. Sie verlor also über 50 % ihres Börsenwertes.
Bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Wo steht Axon Enterprise in fünf Jahren? Geht der Erfolgsgeschichte die Puste aus? Oder kann das US-Unternehmen weiterhin mit einem guten und profitablen Wachstum punkten? Finden wir es heraus. Anhand dessen können wir auch überprüfen, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Kauf ist. Oder ob Abwarten die Devise bleibt.
Axon Enterprise: In den nächsten 5 Jahren dürfte das Wachstum weitergehen!
Die gute Nachricht vorab: Axon Enterprise kratzt eigentlich erst an der Spitze der eigenen Möglichkeiten. Den adressierbaren Gesamtmarkt einschließlich KI-Anwendungen bezifferte das Management zuletzt auf 159 Mrd. US-Dollar. Mit einem Umsatz von 2,8 Mrd. US-Dollar kratzt man hier noch an der Oberfläche. Es bleibt daher jede Menge Wachstum über. Das Axon Enterprise auch im Jahre 2026 und darüber hinaus ergreift: Hier soll der Umsatz schließlich um 27 % bis 30 % im Jahresvergleich wachsen.
Ich neige dazu, es etwas konservativer anzugehen. Kalkulieren wir in fünf Jahren daher lieber mit 20 % Umsatzwachstum pro Jahr. Unter dieser Prämisse würde der Umsatz allein auf knapp 7 Mrd. US-Dollar wachsen. Bei einer Marktkapitalisierung in Höhe von 43 Mrd. US-Dollar würde das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 6 liegen. Entscheidend ist bei dieser Phase der Wachstumsgeschichte aber nicht mehr der Umsatz. Sondern vor allem der Gewinn.
Axon Enterprise hat im Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn in Höhe von 124 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Der Wert ist insbesondere durch hohe aktienbasierte Vergütungen in Höhe von 610 Mio. US-Dollar verwässert. Auf Non-GAAP-Basis läge der Wert bei 563 Mio. US-Dollar. Persönlich denke ich, dass die „wahre“ Profitabilität irgendwo dazwischen liegt. Das 2024er Ergebnis in Höhe von 377 Mio. US-Dollar erscheint mir vertretbar und dient als Referenz für den eher um Sondereffekte bereinigten Gewinn. Hier würde ich aufgrund des hochmargigen Geschäftsmodells mit einer Bruttomarge von 57,9 % ein Gewinnwachstum von 25 % pro Jahr kalkulieren. Unter dieser Prämisse würde das Nettoergebnis auf 1,15 Mrd. US-Dollar anwachsen. Wir erhielten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 37,4. Wirklich preiswert ist das nicht. Aber: Es ist auch eher eine konservative Annahme, die ich hier tätige.
Woher das Wachstum kommt und warum die Annahmen konservativ sind
Axon Enterprise befindet sich inmitten einer Transformation. In jedem Brief an die Aktionäre, den das Management je Quartal ausstellt, bekommen wir einen Einblick in verschiedene Möglichkeiten. So beispielsweise in KI-Bildauswertungen, die viele Stunden manuelle Bearbeitungszeit einsparen. Oder auch in Übersetzungstools, die in Echtzeit die Sprachbarriere zwischen Polizei, Zeugen oder auch Verdächtigen aufbrechen. All diese Services lässt sich Axon Enterprise bezahlen. Sie erweitern das bestehende Ökosystem aus Leitstellensoftware, Beweismittel-Management, Bürgerinteraktion und vielem mehr. Der Fokus dürfte jetzt darauf liegen, die Sicherheitsbehörden in das Zeitalter Künstlicher Intelligenz zu überführen. Und sich dafür eben weiterhin gut bezahlen zu lassen.
Die große Baustelle bei der Aktie von Axon Enterprise ist die Profitabilität. Insbesondere die aktienbasierte Vergütung erscheint bei 620 Mio. US-Dollar und einem Nettoergebnis von (aufgrund der aktienbasierten Vergütung) lediglich 125 Mio. US-Dollar eher zu hoch. Zumal CEO Smith aufgrund seiner aktienbasierten Vergütung als der bestbezahlte CEO der Welt gilt. Das schmeckt den Investoren nicht.
Aber auch hier scheint sich Besserung abzuzeichnen. Axon Enterprise verpflichtet sich, den Anteil aktienbasierter Vergütung bis zum Jahre 2028 auf 2,5 % aller ausstehenden Aktien zu reduzieren. Das wiederum könnte ein wichtiger Hebel hin zur Profitabilität sein. Wobei das Kernproblem bleibt, dass Axon Enterprise nicht zu viel Geld für die Vergütung eigener Mitarbeiter ausgeben sollte. Denn das hemmt nachweislich die Profitabilität.
Der Blick in die Kristallkugel: Hier könnte Axon Enterprise in fünf Jahren stehen?!
Kommen wir nun aber noch zu einem Fazit: Wo könnte Axon Enterprise in fünf Jahren stehen, wenn wir gemäß klassischer Value-Regeln von einer fairen Bewertung ausgehen? Wenn unsere Annahme bliebe, dass das US-amerikanische Sicherheitsunternehmen auf 10 oder sogar 15 Jahre den Nettogewinn um etwa 25 % pro Jahr steigern kann, wäre ein KGV von 37,4 definitiv nicht zu teuer. Der faire Wert läge dann sogar bei 58. Aus dem einfachen Grund, dass die Ben-Graham-Value-Regel ein KGV von 8,5 plus das Zweifache des jährlichen Wachstums als fair bemisst.
Eine Marktkapitalisierung in Höhe von 66,7 Mrd. US-Dollar erscheint dann als fair. Es würde ein Aufwärtspotenzial von rund 55 % in fünf Jahren bedeuten. Das erscheint nicht als weltbewegend, würde aber doch eine gute Rendite bedeuten. Die große Preisfrage bleibt jedoch, ob es wirklich 25 % Gewinnwachstum pro Jahr sind. Wenn es weniger wären, wäre die Aktie heute vielleicht zu teuer. Mit einem deutlicheren Gewinnanstieg würden wir heute hingegen einen besonderen Schnapper machen.
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Vincent besitzt Aktien von Axon Enterprise. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Axon Enterprise.
