MSCI World schlägt dein Sparbuch um Längen – so groß ist der Unterschied wirklich

Die Erde, umgeben von einem Netz aus miteinander verbundenen Punkten
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Viele Menschen fühlen sich mit ihrem Sparbuch sicher. Das Geld ist vorhanden, schwankt nicht und kann jederzeit abgerufen werden. Gleichzeitig nagt jedoch ein Gedanke im Hintergrund. Reicht das wirklich, wenn alles teurer wird und die Zinsen kaum Schritt halten?

An diesem Punkt wird der Unterschied zum MSCI World spannend. Denn hier arbeitet das Geld nicht nur für Sicherheit, sondern auch für Wachstum.

Warum der MSCI World ganz anders tickt als ein Sparbuch

Während ein Sparbuch (wenn überhaupt) meist nur geringe Zinsen abwirft, spiegelt der MSCI World die geballte Kraft vieler großer Unternehmen aus Industrieländern wider. In diesem Index sind Aktien von Konzernen aus den USA, Europa, Japan und anderen Märkten gebündelt. Wer in einen ETF auf den MSCI World investiert, beteiligt sich somit indirekt an den Gewinnen, Produkten und Ideen dieser Firmen.

Über längere Zeiträume zeigt sich genau hier der große Unterschied. Auf dem Sparbuch wächst das Guthaben im besten Fall langsamer als die Inflation. Damit verliert es Jahr für Jahr an Kaufkraft. Ja, beim MSCI World schwankt der Kurs. Es gibt gute und schlechte Jahre. Aber über einen Zeitraum von 10, 15 oder zwanzig 20 hatten Anleger jedoch historisch deutlich höhere Chancen auf Wachstum als mit einem reinen Sparguthaben.

Ein konkretes Zahlenbeispiel macht diesen Unterschied sofort greifbar. Angenommen, zwei Personen investieren heute jeweils 10.000 Euro und rühren diesen Betrag 20 Jahre lang nicht an.

Die erste Person parkt ihr Geld auf einem klassischen Sparbuch, das im aktuellen Zinsumfeld geschätzt 1 % Zinsen pro Jahr abwirft. Dank des Zinseszinseffekts wächst das Guthaben in diesem Zeitraum auf rund 12.200 Euro an. Nominal verbucht sie zwar einen Gewinn, real schrumpft jedoch die Kaufkraft: Bei einer langfristigen Ziel-Inflationsrate der Europäischen Zentralbank von 2 % pro Jahr ist das Geld am Ende weniger wert als zu Beginn.


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Die zweite Person wählt einen anderen Weg und investiert die 10.000 Euro in einen ETF auf den Weltaktienindex MSCI World. Sie lässt das Kapital zwei Jahrzehnte arbeiten und legt alle Ausschüttungen direkt wieder an. Geht man von der historischen durchschnittlichen Jahresrendite von 7 % aus, klettert das Startkapital auf etwa 38.700 Euro. Selbst bei einer vorsichtigeren Schätzung von 6 % Rendite pro Jahr verbleibt ein beachtliches Endvermögen von ungefähr 32.100 Euro.

Beide starteten mit exakt demselben Einsatz. Doch nur eine Person hat die Kraft globaler Unternehmensgewinne und des Zinseszinseffekts intelligent genutzt und sich über zwei Jahrzehnte hinweg einen massiven Vorsprung beim Vermögensaufbau gesichert.

Was Anleger dabei im Hinterkopf behalten sollten

Der MSCI World ist kein Wundermittel. Wer in ihn investiert, muss mit Kursschwankungen leben. Es wird Phasen geben, in denen ein Sparbuch die stabilere Anlage ist. Doch wer sich Zeit gibt, nicht bei jedem Rücksetzer nervös wird und die Stärke des Aktienmarktes nutzt, statt ihr auszuweichen, ist auf dem richtigen Weg.

Wichtig ist, dass nur Geld investiert wird, auf das man nicht kurzfristig angewiesen ist. Ein Notgroschen kann weiterhin auf dem Tagesgeld- oder Sparbuch liegen. Der Teil, der wirklich für die Zukunft gedacht ist, kann aber im MSCI World besser aufgehoben sein. Dort arbeitet er für die eigene finanzielle Freiheit, statt nur auf einem Konto „geparkt“ zu werden.

Ein weiterer Vorteil. Ein ETF auf den MSCI World ist einfach. Es ist keine ständige Auswahl einzelner Aktien nötig und es ist auch kein täglicher Blick auf Börsennachrichten erforderlich. Es genügt ein regelmäßiger Sparplan über eine feste Summe pro Monat, der Rest läuft im Hintergrund.

Sparbuch für (vermeintliche) Sicherheit, MSCI World für Vermögensaufbau

Letztendlich ergänzen sich beide Welten, sie ersetzen sich nicht. Das Sparbuch bietet kurzfristige Sicherheit und Liquidität. Der MSCI World bietet dagegen langfristig die deutlich besseren Chancen für einen echten Vermögensaufbau. Wer sein Geld ausschließlich auf dem Sparbuch lässt, verzichtet auf diese Chance.

Wer dagegen bereit ist, einen Teil seines Geldes in den MSCI World zu investieren und dem Ganzen Zeit zu geben, kann sich Schritt für Schritt ein Polster aufbauen, das mehr kann, als nur „da zu sein“. Genau darin liegt der Unterschied, der später darüber entscheidet, ob jemand nur gespart oder wirklich Vermögen aufgebaut hat.

Ergänzend zu einem ETF auf den MSCI World ist es ratsam, auch auf Einzelaktien zu setzen. Denn diese bieten noch weitaus höhere Renditechancen, um den Vermögensaufbau richtig voranzutreiben.

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