Software-Aktien, die 2026 dein Depot antreiben könnten

Illustration verschiedener Tech-bezogener Elemente
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Software frisst die Welt. Diesen Satz prägte Marc Andreessen bereits im Jahr 2011 – heute, 15 Jahre später, ist er aktueller denn je. Unternehmen treiben ihre digitale Transformation unermüdlich voran. Künstliche Intelligenz wälzt ganze Industrien um und die Cloud bleibt mit einem weltweiten Marktvolumen von über einer Billion US-Dollar der zentrale Wachstumsmotor. Wer sein Depot in diesem Jahr nach vorne bringen will, kommt an Software-Aktien kaum vorbei. Doch welche Titel verdienen wirklich einen genaueren Blick?

Das Angebot ist riesig, die Unterschiede sind gewaltig. Während junge Software-Schmieden oft rasant wachsen, aber viel Kapital verschlingen, punkten etablierte Konzerne mit stabilen Gewinnen bei moderatem Tempo. Hinzu kommen die Branchengrößen, die mühsam versuchen, ihre traditionellen Geschäftsmodelle in das Zeitalter der KI-Agenten zu retten. Die richtige Auswahl entscheidet am Ende darüber, ob die Anlage für Frust oder für Freude sorgt.

Palantir bleibt im Fokus

Palantir (WKN: A2QA4J) hat in den Jahren 2024 und 2025 eindrucksvoll gezeigt, was passiert, wenn ein Unternehmen exakt den Nerv der Zeit trifft. Die Datenanalyse-Plattform wächst rasant, vor allem auf dem US-Markt. Dank der erfolgreichen KI-Integration gewinnt der Konzern stetig neue Kunden und schließt immer größere Verträge ab. Das einzige Problem: Die Bewertung ist mittlerweile astronomisch. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 80 (Stand: 23.03.2026, maßgeblich für alle Angaben) lässt keinen Raum mehr für Fehler.

Dennoch bleibt Palantir hochspannend. Das Unternehmen hat längst bewiesen, dass es weit mehr ist als nur ein Hype. Wer die Aktie bereits besitzt, kann meiner Einschätzung nach einfach weiter halten. Für Neueinsteiger wird die Luft allerdings dünn. Wer jetzt noch einsteigt, braucht Mut und die feste Überzeugung, dass dieses enorme Wachstum noch lange anhält.

Salesforce als solide Basis

Wer es defensiver mag, findet vermutlich mehr Gefallen an Salesforce (WKN: A0B87V). Der CRM-Riese wächst zwar nicht mehr am schnellsten, verdient dafür aber stark und profitiert von unzähligen Kundenbeziehungen. Auch die Integration künstlicher Intelligenz gelingt eindrucksvoll: Mit Agentforce feiert das Unternehmen den erfolgreichsten Produktstart seiner Geschichte.

Aktuell wird Salesforce mit einem vernünftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25 gehandelt. Für Software-Verhältnisse ist das ein moderater Wert. Die Margen überzeugen und der freie Cashflow fließt stabil. Wer einen verlässlichen Software-Titel sucht, findet hier ein passendes Investment. Die Salesforce-Aktie ist zwar keine Kursrakete, aber marktschlagende Renditen erwarte ich langfristig trotzdem vom Benioff-Unternehmen.

ServiceNow mit Momentum

ServiceNow (WKN: A1JX4P) fliegt bei vielen Anlegern noch immer unter dem Radar. Das Unternehmen bietet Software an, um IT-Dienste zu verwalten und Arbeitsabläufe zu automatisieren. Klingt langweilig? Vielleicht. Doch das Geschäft boomt. Große Konzerne brauchen genau diese Lösungen, um ihre internen Prozesse zu digitalisieren.


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Auch die KI-Funktionen von ServiceNow kommen immer häufiger zum Einsatz. Unternehmen automatisieren damit wiederkehrende Aufgaben und entlasten ihre Mitarbeiter. Das spart Kosten und steigert die Effizienz. Die Aktie ist nach einem langen Höhenflug Anfang 2026 zwar deutlich eingebrochen, doch das Kerngeschäft wächst weiter. Hier könnte das restliche Jahr noch einige Chancen bereithalten.

Monday.com als Underdog

Viele kennen Monday.com (WKN: A3CR1P) nur als klassisches Tool für das Projektmanagement. Doch das Unternehmen hat sich stark weiterentwickelt. Inzwischen deckt die Plattform deutlich mehr Bereiche ab: vom CRM über die Marketing-Automatisierung bis hin zu Entwicklungstools. Die Vision dahinter ist klar: eine zentrale Software für sämtliche Arbeitsabläufe zu bieten.

Das jährliche Wachstum liegt bei rund 27 %. Die Kundenzahl steigt, und auch das durchschnittliche Vertragsvolumen wächst. Zudem arbeitet Monday.com inzwischen profitabel und verzeichnet solide Gewinne. Für Anleger könnte das Unternehmen daher eine spannende Option sein. Der Markt für digitale Zusammenarbeit ist riesig, und Monday.com gewinnt hier beständig Marktanteile.

Für Monday.com sehe ich persönlich aktuell das beste Zukunftspotenzial, gemessen am aktuellen Chancen-Risiko-Mix.

Wo Vorsicht geboten ist

Nicht alle Software-Aktien sind gleichermaßen aussichtsreich. Einige Unternehmen kämpfen mit sinkenden Wachstumsraten oder zunehmender Konkurrenz. Zoom beispielsweise hat nach dem Pandemie-Boom Schwierigkeiten, wieder in die Spur zu finden. Auch DocuSign steht vor Herausforderungen, da das Geschäft mit elektronischen Unterschriften nicht mehr so stark wächst.

Bei vielen kleineren Software-Titeln ist die Bewertung trotz schwacher Zahlen immer noch hoch. In den letzten Jahren wurde hier viel Hoffnung eingepreist, die sich nicht erfüllt hat. Wer hier investieren möchte, sollte genau hinschauen und nicht einfach auf den nächsten Turnaround spekulieren.

Das Cloud-Thema bleibt relevant

Die großen Cloud-Provider Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud verzeichnen weiterhin ein ansehnliches Wachstum. Davon profitieren auch Softwareunternehmen, die ihre Produkte in der Cloud anbieten. Software as a Service bleibt das dominierende Modell. Kunden bevorzugen Abonnements gegenüber hohen Einmalbeträgen und Unternehmen schätzen die planbaren Einnahmen.

Dieser Trend wird sich weiterhin fortsetzen. Besonders Firmen, die ihre Software eng mit den Cloud-Plattformen verzahnen, sind im Vorteil. Die Integration wird einfacher und die Performance besser. Dadurch werden die Produkte für Kunden attraktiver.

Auf die Margen achten

Ein wichtiger Punkt bei Software-Aktien ist die Profitabilität. Lange Zeit wurde Wachstum über alles gestellt. Heute schauen Investoren jedoch genauer hin. Unternehmen, die nicht plausibel machen können, dass sie irgendwann Gewinne erzielen werden, haben es schwer. Die Zeiten billiger Kredite sind vorbei und die Kapitalkosten sind gestiegen.

Software-Firmen mit hohen Bruttomargen von 75 % oder mehr haben strukturelle Vorteile. Sie können in Wachstum investieren, ohne ihre Rentabilität zu gefährden. Unternehmen mit niedrigeren Margen müssen hingegen härter für jeden Euro Gewinn arbeiten. Darauf sollte man als smarter Anleger ein Auge haben.

Software-Aktien: Selektiv bleiben lohnt sich

Software-Aktien bieten im Jahr 2026 Chancen, doch längst nicht alle werden liefern. Die Bewertungen sind bei einigen Titeln ambitioniert, bei anderen moderat. Wer gezielt auswählt, kann sein Depot voranbringen.

Palantir bleibt trotz der hohen Bewertung ein Momentum-Play für Mutige. ServiceNow überzeugt mit solidem Wachstum und guten Margen. Salesforce bietet Stabilität für konservativere Anleger. Monday.com könnte der Underdog sein, der für eine Überraschung sorgt.

Wichtig ist, nicht blind dem Hype zu folgen. Die besten Software-Aktien sind oft nicht die lautesten. Sie wachsen konstant, bauen ihre Marktposition aus und steigern ihre Profitabilität. Wer solche Kandidaten findet und zu fairen Preisen kauft, kann mit soliden Renditen rechnen. Nicht jeder Software-Titel wird liefern, aber die richtigen können echten Mehrwert bringen.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Amazon, Microsoft, Monday.com, Salesforce und Zoom. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Amazon, DocuSign, Monday.com, Salesforce.com und Zoom Video Communications.



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