Die Mär vom reichen Aktionär

Illustration mit Gold- und Silberbarren, Münzstapeln und einem Geldsack vor steigender Kursgrafik, die vom Boom bei Edelmetallen profitiert.

Lieber Aktiensegler,

es gibt die Mär vom reichen Aktionär. Sie taucht immer wieder auf, wenn es um soziale Fragen, Umverteilung und soziale Gerechtigkeit geht. Oder auch in Kreisen von Gewerkschaftern, die im Rahmen von Streiks mit hohen Forderungen den Anteil der Mitarbeitenden erhöhen wollen. Ein abstraktes Credo, das über allem schwebt: Der reiche Aktionär macht sich auf Kosten der arbeitenden Gesellschaft die Taschen voll.

Natürlich gibt es reiche Unternehmer. Es gibt auch sehr vermögende Aktionäre, keine Frage. Ich würde mir wünschen, dass du und ich auf Dauer zu diesen Kreisen dazugehören. Aber bevor wir uns mit Wünsch-dir-was und den extrem Vermögenden beschäftigen, sollten wir einer grundsätzlichen Frage auf den Grund gehen: Wer ist der durchschnittliche Aktionär in Deutschland? Brechen wir es auf ein paar Merkmale herunter, die durchaus interessant sind und die Mär widerlegen.

Der durchschnittliche Aktionär ist nicht der reiche Business-Hai-Typ

Grundsätzlich gilt, dass der durchschnittliche Aktionär (leider) nicht die Mitte der Gesellschaft repräsentiert. Lediglich rund 20 % unserer Mitmenschen investieren in Aktien. Das bedeutet, dass vier von fünf auf diese Form des Vermögensaufbaus verzichten. Wer sich hinter den 20 % verbirgt, zeichnet nicht nur das Bild von Monopoly-Menschen mit dicken Geldsäcken in der Hand.

Denn rund 6,7 Mio. Aktionäre in Deutschland haben ein Einkommen von bis zu 3.000 Euro pro Monat. Netto, wohlgemerkt, wobei die statistische Spanne bei 1.000 Euro anfängt. Das entspricht einem Anteil von 55 %. Natürlich steigt der Anteil der Aktionäre dann, wenn man mehr verdient. Ab einem Einkommen von über 4.000 Euro würde jeder zweite unserer Mitbürger in Aktien oder ETFs investieren. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die Mär vom reichen Aktionär auch in dieser Hinsicht nicht stimmt. Der Aktienmarkt ist gewiss nicht nur den Reichen vorbehalten.


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Weiter geht es mit dem Vermögen: Ein durchschnittlicher Aktionär hat in der Regel ein Aktienvermögen zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Bei einem Medianvermögen von ca. 66.000 Euro in Deutschland sehen wir, dass der vermeintliche Finanzhai nicht einmal den größten Anteil seines Geldes in Aktien investiert hat. Aber betrachten wir noch eine andere Seite.

Denn der durchschnittliche Aktionär in Deutschland wird immer jünger. Die größte Gruppe befindet sich mittlerweile bei den Unter-40-Jährigen. Sie investieren mit dem Ziel, für das Alter vorzusorgen oder einen Ausgleich zur Inflation zu erzielen. Manchmal auch, um den niedrigen Zinsen zu entgehen. In jedem Fall nicht mit der Intention, sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern zu wollen.

Warum das wichtig ist

Die Zahlen sind meiner Meinung nach sehr interessant und wichtig. Denn sie zeigen, dass der durchschnittliche Aktionär kein reicher Ganove ist. Kein privilegiertes Mitglied der Gesellschaft mit Raffzahn-Attitüde. In vielen Fällen handelt es sich einfach um Personen, die sich um ihr Geld, ihre Altersvorsorge und ihr Vermögen Sorgen machen. Bei all den Schlagzeilen rund um die Rente, deren Höhe, um Altersarmut und steigende Lebenshaltungskosten ist das auch bitter nötig.

Natürlich gibt es die Superreichen. Sie bilden aber eher eine Minderheit. Deshalb ist meiner Meinung nach die Mär vom reichen Aktionär falsch und nicht sachdienlich. Vielleicht sollten wir das eher berücksichtigen, wenn es um Themen wie Besteuerung und Umverteilung geht. Denn wenn wir die Konditionen für Anleger verschlechtern, treffen wir eher den vorsorgenden Otto Normalverbraucher und nicht den reichen Aktionär.

Auf deinen Vermögensaufbau,

Vincent Uhr
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